
Bello, Lumpi und ein selbstbewußter Hahn. Urlaub auf dem Bauernhof? Nein hier geht es um die Entdeckungen des 22. Spieltags.
Matthias Ginter | SC Freiburg

Erst am 21. Spieltag gegen Düsseldorf meldete sich das Freiburger Wunderkind mit insgesamt vierzehn Spielminuten zurück von der langen Verletzungspause. Ein Haarriss im Wirbel zwang den gebürtigen Breisgauer seit dem 9. Spieltag zu pausieren. Noch zuvor wusste Matthias Ginter mit seiner Souveränität und Abgeklärtheit das Freiburgerspiel zu bereichern.
Aufgrund einer Grippeschwächung beim Kollegen Pavel Krmas, rückte Matthias “Matze” Ginter beim Spiel in Bremen in die Startelf. Prinzipiell knüpfte er genau an die Leistungen an, die ihn vor seiner Verletzung so wichtig für den Sportclub machten. Abgeklärtheit, sichere Pässe und noch den Siegtreffer on top. Das Vorzeigetalent leistete einen nicht unerheblichen Beitrag zu den drei Auswärtspunkten für die Freiburger.
Sicher dürfte sein, dass Pavel Krmas sich ernsthaft Sorgen um seinen Platz in der Innenverteidigung machen muss. Jedenfalls merkte man Matthias Ginter nicht an, dass er seit 112 Tagen mal wieder durchspielte. Der U19-Nationalspieler scheint auf einem guten Weg zu sein, wieder eine feste Größe in der Abwehr zu werden. Diejenigen die noch nicht auf den Youngster spekuliert haben, sollten in dieser Woche zuschlagen.
Axel Bellinghausen | Fortuna Düsseldorf

Knoten geplatzt? Axel Bellinghausen, der in der Hinrunde weit hinter seinen Möglichkeiten zurück blieb, bekam am 22. Spieltag die Chance das Blatt zu wenden. Der 29-Jährige stand für den gelbgesperrten Andreas Lambertz in der Startelf. Überraschend präsentierte sich der Ex-Augsburger, als echter Aktivposten auf Seiten der Fortuna, spielte ungemein viele gute Pässe und nutze schließlich auch den Bock von Fürths Verteidiger Matthias Zimmermann zum wichtigen Siegtreffer in Minute 19.
Düsseldorf-Coach Norbert Meyer hat nun die Qual der Wahl zwischen Andreas Lambertz und Axel Bellinghausen. Sollte der 1,81 Meter große Mittelfeldspieler seine Krise wirklich überstanden haben und so spielen bzw. unermüdlich kämpfen wie einst in Augsburg, könnte er knapp die Nase vor dem aktuellen Kapitän Lambertz haben. Wir schauen gespannt auf den 23. Spieltag. Ring frei für “Bello” gegen “Lumpi”.
Andre Hahn | FC Augsburg

Wer? Andre Hahn, 22 Jahre jung, gekommen von den Kickers aus Offenbach für vermutlich 250.000 Euro, beidfüßig und einsetzbar auf beiden Außenbahnen sowie im offensiven Mittelfeld. Zuvor spielte er sich in der dritten Liga in den Fokus der Vereine und zählte zu den auffälligsten Spieler seiner Klasse. Man traue dem ehrgeizigen Perspektivspieler den Sprung in die erste Liga zu, so Trainer Weinzierl.
Der 22. Spieltag bescherte dem Newcomer seine vierte Einwechslung in der Rückrunde, dieses Mal jedoch mit mehr als 10 Minuten Spielzeit. Exakt 34 Minuten hatte der schnelle, dynamische Mittelfeldspieler Zeit frischen Wind in die Partie zu bringen. Genau das ist ihm letztlich auch gelungen. Er sorgte für einige starke Aktionen und bereitete den Treffer von Sascha Mölders kurz vor Ende des Spiels vor, nachdem er Sebastian Boenisch etwas schwindlig spielte.
Andre Hahn ist eine interessante Personalie, welche durchaus in der Lage dazu scheint, sich in Augsburg seinen Stand zu erarbeiten. Seine Chancen auf weitere Einsatzzeiten haben sich nach seiner halben Stunde am Samstag sicher verbessert. Geben wir ihm etwas Zeit, sich an die Bundesligaluft zu gewöhnen, derweil kann sich der Ein oder Andere den Neuzugang aus Offenbach als nette und sehr günstige Spekulation ins Hobbymanager-Boot holen.
Max Meyer | FC Schalke 04

Sein Ruf als Top-Talent eilte dem gebürtigen Oberhausener bereits voraus. Aber nun durfte er auch ein neunzehn minütiges Debüt in der Bundesliga geben, in dem er gleich mal den Ausgleich durch Michel Bastos vorbereitete und sein erstes Bundesligaspiel zu einem noch besonderem Erlebnis machte. Wohl kaum jemand hätte damit gerechnet, dass Jens Keller dem 17-Jährigen bei einem 1:2 Rückstand zu seinem Debüt verhilft. Aber der Mut wurde belohnt.
Maximilian Meyer trainiert seit Beginn der Rückrunde mit den Profis der Knappen und war bei der Niederlage am 21.Spieltag in München das erste Mal im Kader der Blauweißen zu finden. Trainer Keller hält große Stücke auf den Jungen mit dem Allerweltsnamen: „Max ist ein Riesentalent. Wir können froh sein, dass wir so einen Spieler auf Schalke haben. Er gibt immer Vollgas, hat richtig gute Anlagen und hatte es sich jetzt verdient, dass er auch mal in einem Bundesliga-Spiel reinkommt.“
Man wird wohl in nächster Zeit noch mehr von dem selbstbewussten Zehntklässler der Gesamtschule Berger Feld hören. Montag Deutschklausur, Mittwoch Champions League Achtelfinale, so gestaltet sich der Wochenbeginn eines vielversprechenden Talents.
Mu Kanazaki | 1.FC Nürnberg

J-League-Neuzugang Mu Kanazaki durfte sein Bundesligadebüt beim 2:2 gegen Hannover feiern. Der Japaner kam in der 63. Minute für den ausgepowerten Mike Frantz auf das Feld. Die Auswechslung brachte die gewünschte Belebung des Nürnberger Spiels, wenn auch nur Stückweise. Dennoch ein gutes Debüt für “Mu”.
Mu Kanazaki kam als kurzfristiger Transfer ablösefrei zu den Franken. Man wolle den Druck im Kader nochmals erhöhen, so Club-Coach Wiesinger. Der 1,80 Meter große Dribbler soll insgesamt die Nürnberger Angriffsbemühungen verstärken und seinen Teil zum vorzeitigen Klassenerhalt beitragen. Der Anspruch sich beim Club für die japanische Nationalelf zu empfehlen könnte den 23-Jährigen zusätzlich beflügeln.
Wie der Spieler mit der Rückennummer 28 sich letztendlich entwickelt, ob er in der Bundesliga Schritt halten kann und ob er wirklich die gewünschte Verstärkung ist steht noch in den Sternen. Der erste Eindruck war schon mal positiv. Wir behalten ihn im Auge.
Michael Parkhurst | FC Augsburg

Profitierend von der unglücklichen Knieverletzung Ronny Philps, steht Michael Parkhurst vorerst als sein Vertreter auf dem Plan. In seinem ersten Spiel über 90. Minuten konnte der 28-Jährige durch zahlreiche Flanken und Offensivakzente überzeugen. Defensiv gibt es allerdings noch Steigerungsbedarf.
Bis zum Jahreswechsel kassierte der FC Augsburg die zweitmeisten Treffer in der Bundesliga. Mit einer derartigen Defensivleistung wird es knifflig die Klasse zu halten. Mehr Stabilität in der Defensive wünschte man sich in Augsburg, für diese sollte unter anderem Winter-Neuzugang Michael Parkhurst sorgen, der ablösefrei vom dänischen Champions League Teilnehmer FC Nordsjaelland nach Augsburg fand.
Eine Stärke des amerikanischen Nationalspielers dürfte wohl seine Erfahrung und seine Flexibilität sein, denn er kann sowohl links, rechts als auch zentral in der Viererkette agieren. Durch das Saisonaus von Ronny Philp (Teilanriss des Außenbandes im rechten Knie) dürfte der Neuzugang für den Rest der Saison eine echte Option darstellen.
Niki Zimling | FSV Mainz 05

Das nächste Startelfdebüt eines Winter-Neuzugangs. Niki Zimling spielte das erste Mal von Anfang an für die 05er, dabei machte er nur wenige Fehler, war hingegen aber auch der unauffälligste Mittelfeldakteuer der Mainzer. Überraschend war wohl auch, dass der Däne die Position des offensiven Mittelfeldspielers bekleidete.
Auch beim 27-Jährigen Neuzugang aus Brügge kann man von weiteren Einsatzzeiten ausgehen. Auch hier spricht für ihn, dass der dänische Nationalspieler ein erfahrener Profi ist, der flexibel die Acht, Sechs oder Zehn ausfüllen kann. Den Abgang von Eugen Polanski soll Trainer Tuchel übrigens nur genehmigt haben mit der Voraussetzung, das man ihm dann Niki Zimling zur Verfügung stelle. Man kann also davon ausgehen, das der Däne der Wunschspieler des Trainers ist.
Die Eingewöhnungszeit dürfte nun vorbei sein für Niki Zimling und ob er sich auch am 23. Spieltag in der Startelf wiederfindet vermag ich nicht festzulegen. Ich spekuliere dennoch dass er dem FSV Mainz 05 bis zum Saisonende weiterhelfen kann und wird.
Die Entdeckungen des 22. Spieltags,
























