Beim 1. FC Köln ist in der Defensive erneut Flexibilität gefragt. Nachdem Trainer Lukas Kwasniok zuletzt zeitweise ohne klassischen Innenverteidiger agierte, könnte nun ausgerechnet ein Überangebot im Zentrum zur Dauerlösung werden.
Beim Auswärtsspiel in Stuttgart (22. Spieltag) löste Kwasniok seine Abwehrreihe nach 68 Minuten komplett auf, wechselte mit Joël Schmied und Cenk Özkacar beide Innenverteidiger aus und setzte auf volle Offensive. Das zwischenzeitliche 1:1 schien den Mut zu belohnen, am Ende setzte es jedoch noch zwei Gegentore.
Vier Innenverteidiger als Lösung?
Gegen die TSG Hoffenheim wählte der Coach zuletzt den entgegengesetzten Ansatz. Mit Schmied, Özkacar und Rav van den Berg starteten gleich drei zentrale Verteidiger. Als Sebastian Sebulonsen nach 70 Minuten angeschlagen vom Feld musste, brachte Kwasniok mit Jahmai Simpson-Pusey einen vierten Innenverteidiger. Schmied rückte dafür auf die rechte Abwehrseite.
„Ich habe versucht, diese Rolle einzunehmen. Ich glaube, das hat heute auch mit vier Innenverteidigern gut funktioniert“, erklärte Schmied laut dem GEISSBLOG. Die Variante brachte Stabilität in der Schlussphase – und könnte angesichts der Personallage mehr als nur eine Notlösung sein.
Rechte Seite personell ausgedünnt
Denn die Situation auf der rechten Seite ist angespannt. Sebulonsen zog sich ebenso wie Jan Thielmann eine muskuläre Verletzung zu und fällt vorerst aus. Auch Alessio Castro-Montes dürfte in Augsburg noch keine Option sein. Damit brechen dem FC gleich mehrere Alternativen weg.
Im Zentrum hingegen entspannt sich die Lage. Fünf von sieben Innenverteidigern sind wieder einsatzfähig, einzig die Langzeitverletzten Timo Hübers und Luca Kilian fehlen weiterhin. Dominique Heintz schaffte es gegen Hoffenheim nicht einmal in den Kader – ein Zeichen für die gestiegene Konkurrenz.
Vor dem Spiel beim FC Augsburg (Freitag, 20:30 Uhr) ist Improvisation also erneut gefragt. Die Vier-Innenverteidiger-Variante mit Schmied auf der rechten Seite erscheint dabei als mögliche Option – nicht zuletzt wegen seiner Grundschnelligkeit. Alternativ kämen auch Linton Maina (bei Fitness), Jakub Kamiński oder junge Kräfte infrage. Klar ist: Kwasniok muss die defensive Balance einmal mehr neu justieren.