Trotz des Ausfalls von Stammspieler Benedict Hollerbach ist beim 1. FSV Mainz 05 auf der dadurch vakanten Sturmposition unverhofft ein qualitativer Konkurrenzkampf entbrannt, dessen Ausgang im Moment offen erscheint. Urs Fischer hat die Wahl zwischen Silas und Sheraldo Becker.
Egal, wie sich der der Cheftrainer entscheidet: Für den Output wird es nur einen geringen Unterschied machen. „Du nimmst Silas, der eine enorme Geschwindigkeit hat, vom Platz und kannst Becker, der eine enorme Geschwindigkeit hat, einwechseln. Das hilft dir dann schon“, zeichnete Fischer beispielhaft den Hergang am vergangenen Spieltag nach.
Bei jenem 2:0-Sieg hatte Silas begonnen, ehe Winter-Neuzugang Becker nach rund einer Stunde dem Gegner als Joker das Leben schwermachte. Dabei habe sich „im Ansatz“ gezeigt, was ihn wichtig macht. „Er hat eine Wahnsinnsgeschwindigkeit, die man fast nicht verteidigen kann. Er hat aber auch ein Auge für den Mitspieler und hat zwei, drei Aktionen vorbereitet, bei denen wir ein Tor hätten erzielen können“, urteilte der Mainz-Coach.
Silas erfolgreich in der Gegenwart, Becker in der Vergangenheit
Es gibt Argumente für beide Tempospieler. Mit Silas waren die Rheinhessen in den vergangenen zwei Partien erfolgreich unterwegs, sodass sich ein Grund zur Änderung nicht zwingend aufdrängt. Beim Kongolesen ist aber einzupreisen, dass ihm die Kraft im Laufe der Partie ausgehen wird. In puncto Spielfitness ist er nicht bei 100 Prozent.
Becker und Fischer wiederum kennen sich in- und auswendig. Beim 1. FC Union Berlin arbeiteten beide erfolgreich zusammen. „Er kennt die Bundesliga und weiß, was es heißt, am Wochenende zu liefern“, konstatierte Fischer am Mittwoch.
Das sei von Vorteil bei einem Spieler, der erst während einer Saison dazustößt. „Es hilft uns, dass er weiß, was es braucht.“ Becker weiß aber auch, was speziell unter Fischer gefragt ist: „Er kennt gewisse Spielprinzipien aus unserer gemeinsamen Union-Zeit.“
Der Einfluss, den der 31-Jährige schon in der halben Stunde gegen Augsburg hatte, war ein Beleg dafür. Und so ist es eine realistische Option, dass Becker nun tatsächlich unter seinem alten und neuen Trainer wieder von Beginn an ins Rennen geschickt wird. Das Duell mit Silas bleibt jedoch ein sehr knappes.