Während hinter den Kulissen die Kaderplanungen für die neue Spielzeit auf Hochtouren laufen, halten wir euch auf LigaInsider wie gewohnt mit unseren prognostizierten Top-Elf-Aufstellungen der Bundesligisten auf dem Laufenden.
Das Prinzip unserer Prognosen bleibt dabei unverändert: Wir zeigen euch die aus unserer Sicht beste Formation eines Klubs – grundsätzlich unabhängig von körperlichen Blessuren. Nur wenn ein verletzter Spieler voraussichtlich mehr als die komplette Hinrunde verpasst, könnte es gut sein, dass wir ihn für die Top-Elf nicht berücksichtigen.
Da sich auf dem Transfermarkt kontinuierlich etwas tut, versteht sich von selbst, dass es sich hierbei um dynamische Prognosen handelt. Sobald es wichtige Kaderänderungen gibt, werden die Aufstellungen und die dazugehörigen Artikel fortlaufend aktualisiert.
In diesem Check richten wir den Fokus im Detail auf die voraussichtliche Formation des 1. FSV Mainz 05.
Torwart: Freie Bahn nach dem Backup-Wechsel?
Top-Elf: Robin Zentner (31)
Einen großen Teil der vergangenen Saison war die Mainzer Nummer eins mit einem Muskelbündelriss im Adduktorenbereich ausgefallen. Ersatzmann Daniel Batz vertrat ihn in dieser Phase so stark, dass er selbst nach Zentners Genesung zunächst im Kasten blieb. Da Batz nun jedoch zu Borussia Mönchengladbach wechselt, hat Zentner bei den Nullfünfern erst mal wieder freie Bahn. Es bleibt jedoch abzuwarten, mit wem sich Mainz auf dieser Position nun noch verstärkt. Auch ein echter Konkurrent, der Zentner das Leben schwer machen könnte, ist nicht gänzlich auszuschließen.
Abwehr: Das große Pokern um den Abwehrchef
Rechter Innenverteidiger: Danny da Costa (32) | Alternative: Dominik Kohr (32)
Da Costa hat sich in den vergangenen beiden Spielzeiten auf der rechten Seite der Mainzer Dreierkette festgespielt. Gerade auch in seinen Partien in diesem Jahr zeigte die Formkurve bei ihm nach oben, weshalb wir erst mal davon ausgehen, dass er die A-Lösung für diese Position darstellt. Routinier Kohr könnte hier im Laufe der Saison zum Herausforderer werden, sollte sich Kacper Potulski halb-links festspielen. Inwieweit es Andreas Hanche-Olsen (29) noch mal gelingt, in Mainz Fuß zu fassen, bleibt abzuwarten. Im Moment rechnen wir eher nicht mit ihm als Top-Elf-Anwärter.
Zentraler Innenverteidiger: Stefan Posch (29) | Alternative: Neuzugang
Die wichtigste Personalie in der Mainzer Hintermannschaft: Posch war seit dem Winter von Como ausgeliehen und ist formal erst einmal wieder weg. Die Nullfünfer versuchen im Hintergrund jedoch alles, um den Defensivallrounder fest an den Bruchweg zu binden. „Mit Posch sind wir total zufrieden, wir haben klar gesagt, dass wir gerne weitermachen möchten“, betonte Sportdirektor Niko Bungert unlängst. Der Österreicher habe sich in der Rückrunde als echter „Fixpunkt und wichtiger Faktor“ bewährt, allerdings wisse man auch, „dass er nicht zum Schnäppchenpreis zu haben ist“. Gelingt der feste Transfer, ist Posch der unangefochtene Chef im Abwehrzentrum. Falls nicht, muss hier ein externer Neuzugang von Format her.
Linker Innenverteidiger: Kacper Potulski (18) | Alternative: Dominik Kohr (32)
Dass der Cheftrainer dem Top-Talent vertraut, zeigte sich in der Schlussphase der vergangenen Saison, als Potulski am drittletzten Spieltag gegen St. Pauli plötzlich in der Startelf stand und Kohr weichen musste. Auch wenn der erfahrene Dauerbrenner danach wieder seinen Platz übernahm und das Rennen erst einmal offen bleibt, bringen wir das Juwel als Stammelf-Kandidaten ins Spiel. Vielleicht reicht es für den 18-Jährigen noch nicht direkt zum Saisonbeginn für den finalen Sprung vorbei an Kohr, aber er bringt schlicht alles mit. Potulski sammelte in der abgelaufenen Spielzeit bereits 15 Bundesliga-Einsätze, ist stark am Ball und besitzt eine kompromisslose Verteidiger-DNA. Allein aus wirtschaftlichen Gründen dürfte man das Talent im Laufe der Saison immer intensiver einbinden, auch wenn Kohr als namhafte Konkurrenz – besonders auch unter der Leitung von Fischer – ein ganz harter Brocken bleibt, an dem er erstmal vorbeikommen muss.
Mittelfeld & Schiene: Neuer Sechser und drohende Abgänge
Rechte Schiene: Anthony Caci (28)
Eine schwerwiegende Oberschenkelverletzung bremste den Franzosen in der vergangenen Saison lange aus. Vor seiner Verletzung war Caci jedoch der stärkste und konstanteste Außenbahnspieler der Mainzer. Er kann beide Seiten bekleiden, kommt aber meistens rechts zum Einsatz. Sportdirektor Bungert lobte ihn bei seiner Vertragsverlängerung im Oktober folgerichtig: „Seine Ballsicherheit, sein Spielverständnis und seine großartige Entwicklung in der Defensive machen ihn zur idealen Besetzung für unsere Außenbahn.“ Trotz vereinzelter Wechselgerüchte gehen wir davon aus, dass er – auch bedingt durch seine lange Ausfallzeit – in Mainz bleibt und gesetzt ist.
Defensives Mittelfeld: Eric Martel (24)
Hier hat Mainz 05 auf dem Transfermarkt frühzeitig Nägel mit Köpfen gemacht. Der zweikampfstarke Martel kommt ablösefrei vom 1. FC Köln und bringt trotz seines noch jungen Alters bereits reichlich Erfahrung mit. Er dürfte klar mit der Perspektive Stammplatz an den Bruchweg gewechselt sein und übernimmt in unserer Top-Elf die Sechs. Der Platz wird frei, weil wir bei dem nach einer herausragenden Saison heiß umworbenen Kaishu Sano (25) einen Sommer-Abgang erwarten.
Zentrales Mittelfeld: Paul Nebel (23) | Alternative: Neuzugang
Nebel spielte eine überragende Rückrunde und spülte sich nach einer Verletzung von Nadiem Amiri dauerhaft in die Startelf. Starke vier Tore und zwei Vorlagen in seinen letzten elf Startelf-Einsätzen sprechen eine klare Sprache. Einziger Haken: Sein Vertrag läuft 2027 aus. Sportvorstand Christian Heidel stellte bereits klar, dass ein Abschied des „super Typs“ zwar schmerzhaft wäre, ein Wechsel bei „entsprechend lukrativen Konditionen“ aber infrage käme. Verlängert Nebel, ist er als Kreativposten in der Zentrale fest eingeplant – womöglich auch als direkter Ersatz für Amiri. Bei einem Verkauf müsste Mainz hier in Erwartung eines Amiri-Abgangs auf jeden Fall extern nachlegen.
Zentrales Mittelfeld: Jaesung Lee (33) | Alternative: Nadiem Amiri (29)
Amiri ist im Mainzer Mittelfeld eigentlich unverzichtbar, strebt im Herbst seiner Karriere mit 29 Jahren aber noch einmal den Schritt zu einem Top-Klub an, weshalb die Tendenz hier auf Abschied steht. Ein heißer Ersatzkandidat ist mit Lee auch bereits im Kader vorhanden: Dessen Stammelf-Rückkehr hängt aber nicht allein an Amiris Zukunft, sondern auch an der von Nebel: Sobald sich einer der beiden verabschiedet, rückt der Südkoreaner, welcher vor dem Duo Nebel/Amiri immer gesetzt war, wieder auf. Erst im Februar verlängerte er seinen Vertrag. Bungert betonte dabei: „Jae-sung Lee bestreitet bereits seine fünfte Saison als 05ER und spielte durchgängig eine tragende Rolle für unsere Mannschaft. Auf und neben dem Platz ist er stets ein Vorbild.“
Linke Schiene: Phillipp Mwene (32)
Der österreichische Nationalspieler ist der Prototyp des Mainzer Dauerbrenners. Ebenso wie Caci ist er auf beiden Außenbahnen flexibel einsetzbar, besetzt unter Fischer aber vorzugsweise die linke Schiene. Sportdirektor Bungert adelte ihn bei seiner Vertragsverlängerung im Februar: „Phillipp ist seit vielen Jahren eine wichtige Konstante in unserer Mannschaft – auf dem Platz, aber auch in der Kabine. Er ist ein überragender Charakter.“ Mwene bleibt daher voraussichtlich auf links gesetzt.
Angriff: Das perfekte „Fischer-Duo“ im Sturmzentrum
Stürmer: Sheraldo Becker (31)
Im Februar von CA Osasuna nach Rheinhessen gewechselt, hat sich der pfeilschnelle Angreifer im Nu festgebissen. Becker profitiert extrem von seinem Trainer Fischer, der ihn bereits aus gemeinsamen, erfolgreichen Zeiten bei Union Berlin bestens kennt und ihn unbedingt in Mainz haben wollte. Fischer betonte beim Transfer: „Er hat eine Wahnsinnsgeschwindigkeit, sucht sehr den direkten Weg zum Tor und bereitet auch Tore vor. Sheraldo kennt die Bundesliga.“ Becker bringt das nötige Tempo für die Umschaltmomente mit und ist im Mainzer Angriff gesetzt. Neuzugang Ransford Königsdörffer (24) vom HSV lauert dahinter als Herausforderer. In diese Kategorie fällt auch der Langzeitverletzte Benedict Hollerbach (25), bei dem nach seiner schweren Achillessehnenverletzung aus dem Januar noch völlig unklar ist, wann er wieder spielen kann.
Stürmer: Phillip Tietz (28)
Den zweiten Platz im Mainzer Doppelsturm sichert sich Tietz. Der physisch starke Angreifer war im Winter vom FCA nach Mainz gewechselt, nachdem er in Augsburg zu wenig Spielzeit sah – im System von Fischer hat er seinen Platz als Wandspieler aber sofort gefunden. Bungert sagte beim Transfer: „Phillip Tietz ist genau die Verstärkung für die Offensive, die wir gesucht haben. Phillip ist ein erfahrener, zweikampfstarker Mittelstürmer, der mit seiner Körpergröße von 1,90 Meter, Wucht und physischer Präsenz Torgefahr kreieren kann.“ Genau diese Kombination aus einem robusten Wandspieler (Tietz) und einem schnellen Tiefenläufer (Becker) liebt Fischer. Tietz wird diesen Part deswegen auch in der neuen Saison ausfüllen.
Fazit
Das stabile Grundgerüst für die neue Saison steht bei den Nullfünfern bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt. Taktisch wird Fischer – in der gewohnten Ausrichtung unter Beibehaltung der Mainzer Prinzipien – wieder auf eine möglichst sattelfeste Dreierkette im 3-5-2-System setzen. Mit der frühen Verpflichtung von Martel haben die Verantwortlichen im defensiven Mittelfeld bereits vorgelegt, auch in der Erwartung des anstehenden Kaishū-Sano-Transfers. Während die beiden Außenbahnen sowie die Angriffsabteilung rund um das Duo Becker/Tietz erst einmal gut besetzt wirken, gibt es in den anderen Mannschaftsteilen noch Fragezeichen.
In der Innenverteidigung könnte dem hochveranlagten Potulski endgültig der Durchbruch gelingen. Schafft er den Sprung in die Stammelf, dürfte das vor allem zum Nachteil von Dauerbrenner Kohr werden, der um seinen Platz bangen müsste. Zudem wird im Zentrum weiterhin der absolute Abwehrchef gesucht, wobei die erneute (feste) Verpflichtung von Posch ganz oben auf der Wunschliste steht.
Die größten Fragezeichen lauern derweil im offensiven Mittelfeld: Mit Nebel und Amiri hat Mainz hier aktuell zwei völlig offene Personalien auf dem Zettel. Für die sportliche Führung wird es von enormer Bedeutung sein, zumindest einen der beiden Kreativposten für die neue Spielzeit zu halten. Gelingt dies, verfügt Mainz über ein extrem unangenehm zu bespielendes Kollektiv, das bereit für die neuen Aufgaben ist.
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Daher seid jetzt auch ihr gefragt: Wie bewertet ihr das Gerüst der Mainzer? Traut ihr Top-Talent Potulski den dauerhaften Sprung in die erste Elf zu, und wie schwer würde ein Amiri-Abgang wiegen? Diskutiert mit uns in den Kommentaren!
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