Albert Grønbæk
Hamburger SV
Zuletzt ohne Einsatz: Grønbæk braucht Rhythmus

Robin Meise

Albert Grønbæk lebt sich beim Hamburger SV offenbar schnell ein. Die Frage ist, wie zügig er auch auf dem Feld ankommt. Qualitativ kann er eine Soforthilfe sein – sobald die Fitness stimmt.

Der 24-jährige Offensivspieler wechselte in der vergangenen Woche aus Genua an die Elbe und sieht im HSV-Umfeld die Chance, nach schwierigen Monaten wieder in seinen Rhythmus zu finden. Nach wenig Einsatzzeit (zuletzt zwölf Minuten Mitte Dezember) und einer kürzlichen Verletzung in Italien fühlt sich der Däne bereit für den Neustart, auch wenn ihm der Klubführung zufolge noch etwas Spielpraxis fehlt.

Sportdirektor Claus Costa ordnete die Situation laut Hamburger Morgenpost ein und bremste zugleich zu hohe Erwartungen. Grønbæk sei „gesund und fit“, habe aber „nach dieser langen Zeit ohne wirkliche Spiele vielleicht noch ein paar Tage Zeit nötig, bis er wieder bei 100 Prozent ist“. Wann er für den Kader beziehungsweise Spielminuten infrage kommt, liege bei Trainer Merlin Polzin. Auch Grønbæk selbst räumt ein: „Ich muss meinen Rhythmus finden und meine Match-Fitness zurückerlangen. Das ist das hauptsächliche Ziel.“

Grønbæk spielt am liebsten in zentraler Rolle


In den Gesprächen mit dem Trainerteam wurde früh klar, welche Qualitäten Grønbæk einbringen soll: ballsicher, spielbestimmend und kreativ soll er auftreten, vornehmlich aus einem zentralen Bereich heraus. Der Neuzugang betonte laut dem Hamburger Abendblatt, dass ihm die HSV-Spielweise entgegenkomme: „Jeder will hier den Ball haben.“

Am wohlsten fühlt er sich auf der Acht oder der Zehn, kann bei Bedarf aber auch auf dem Flügel aushelfen – ein Aspekt, der den HSV offensiv variabler machen soll. Bei den Rothosen war zuletzt besonders die linke Offensivposition eine vakante. Nach der Suspendierung von Jean-Luc Dompé ist Grønbæk neben Philip Otele, ein weiterer Winter-Neuzugang, dort ein heißer Kandidat.

Beeindruckt zeigte sich Grønbæk zudem von der Atmosphäre im Volksparkstadion. Das Heimspiel gegen den FC Bayern München (2:2) verfolgte er von der Tribüne und sprach anschließend von einer „verrückten“ Stimmung. Ein wichtiger Ansprechpartner im neuen Umfeld ist Landsmann und Kapitän Yussuf Poulsen, der die Eingewöhnung erleichtert.

Auch mit Blick auf die dänische Nationalmannschaft ist der Wechsel ein bewusst gewählter Schritt: Regelmäßige Spielzeit soll die Chancen auf eine WM-Nominierung erhöhen.