Borussia Dortmund
1. Bundesliga
BVB-Zukunft: Wer verlängern soll und wer nicht

Lukas Heyer

Bei Borussia Dortmund laufen hinter den Kulissen die Drähte heiß. Die sportliche Führung um Lars Ricken und Ole Book hat einen klaren Zeitplan für die kommenden Monate aufgestellt, um die Verträge zahlreicher Leistungsträger zu regeln. Während bei einigen Defensivstützen eine langfristige Ausdehnung der Arbeitspapiere angestrebt wird, stehen die Zeichen bei den etablierten Routiniers eher auf Abschied oder harten Gehaltseinbußen.

Anton und Ryerson sollen langfristig verlängern


Ganz oben auf der Prioritätenliste der Dortmunder Bosse steht Waldemar Anton. Der 29-jährige Innenverteidiger, der im Sommer 2024 für 22,5 Millionen Euro vom VfB Stuttgart kam, ist im Abwehrzentrum unverzichtbar und soll künftig in die Riege der BVB-Kapitäne aufsteigen. Nach Informationen der SPORT BILD soll sein bis 2028 laufender Kontrakt nach der Weltmeisterschaft vorzeitig bis 2030 verlängert werden. Auch bei Rechtsverteidiger Julian Ryerson (15 Torvorlagen in der abgelaufenen Saison) wird eine vorzeitige Verlängerung angestrebt; hier sind erste Gespräche für den kommenden Herbst geplant.

Geduld beweist der Revierklub hingegen bei Stammkeeper Gregor Kobel. Zwar genießt der Schweizer höchste Wertschätzung, doch der BVB weiß um das grundsätzliche Interesse des Torhüters an einem Wechsel nach England. Sollte in diesem Sommer kein adäquates Angebot für den mit 40 Millionen Euro bewerteten Schlussmann eingehen, will man auch hier gegen Ende des Jahres die Gespräche über eine Vertragsverlängerung aufnehmen.

Sabitzer und Bensebaini droht das Aus


Ein gänzlich anderer Wind weht laut SPORT BILD für die Routiniers Marcel Sabitzer und Ramy Bensebaini (beide Vertrag bis 2027). Da der Klub aufgrund ihres Alters mit keinen nennenswerten Ablösesummen mehr kalkuliert, herrscht auf der Führungsebene keinerlei Verlängerungsdruck. Bei Sabitzer, der mit rund 7 Millionen Euro Jahresgehalt zu den Topverdienern zählt, schließt die Chefetage eine Verlängerung zu identischen Bezügen kategorisch aus. 

Will der Österreicher bleiben, muss er kräftig auf Geld verzichten – ansonsten droht 2027 der Abschied. Auch bei Linksverteidiger Ramy Bensebaini (ca. 4 Millionen Euro Jahresgehalt) wird die sportliche Entwicklung erst einmal abgewartet; konkrete Gespräche sind frühestens für Ende des Jahres oder Anfang 2027 anberaumt.

Adeyemi und Guirassy im Fokus


Komplettiert wird das Dortmunder Vertragspuzzle durch zwei Großbaustellen in der Offensive, bei denen der Verein ebenfalls eine klare Kante zeigt. Im stockenden Poker um Karim Adeyemi (Vertrag bis 2027) liegt eine Einigung bezüglich des Gehalts in weiter Ferne. Um ein ablösefreies finales Vertragsjahr zu verhindern, beschäftigt sich der BVB längst mit einem Verkauf in diesem Sommer. 

Bei Top-Stürmer Serhou Guirassy wiederum ist eine vorzeitige Aufbesserung des Arbeitspapiers ausgeschlossen. Sollte der Angreifer seine für ausgewählte Topklubs gültige Ausstiegsklausel über rund 35 Millionen Euro in dieser Transferperiode nicht ziehen und an Bord bleiben, müsste man in Dortmund aufgrund seines Alters im kommenden Jahr über einen Verkauf nachdenken.