So kann es gehen. Erst gerade machten Spekulationen die Runde, wonach Cenk Özkacar beim 1. FC Köln fortan die Tribüne drohen könnte, tatsächlich sieht die Gegenwart aber anders aus: Der Innenverteidiger hat für das kommende Spiel gegen den FC Bayern München (Mittwoch, 20:30 Uhr) eine Startelfgarantie bekommen.
In Köln herrscht in der Abwehr ein personeller Engpass, weshalb am vergangenen Spieltag (2:2 gegen Heidenheim) Neuzugang Jahmai Simpson-Pusey seine Blitzpremiere feierte. Özkacar hatte das Nachsehen, was als klares Signal für seine weitere Zukunft gedeutet wurde.
FC-Coach Lukas Kwasniok erläuterte am Dientag seine Beweggründe: „Gegen Heidenheim habe ich Jahmai vorgezogen für ein fußballerisches Element.“ Der kommende Gegner wird den Geißböcken jedoch ein anderes Spiel aufzwingen. „Gegen Bayern wirst du nicht so häufig den Ball haben“, gab Kwasniok einen Einblick in seine Gedanken, „insofern wird Cenk beginnen und seine Bewährungsprobe bekommen.“
Es wird Özkacars erster Startelfeinsatz seit dem 12. Spieltag sein.
Özkacar verausgabt sich zu sehr
Kwasniok entgegnete dem Eindruck, er würde wenig vom 25-jährigen Innenverteidiger halten. Mit Ausnahme des Gladbach-Spiels, in dem er einen Bock drin hatte, habe Özkacar nach Einwechslung immer geliefert. Auch in Hoffenheim, als er „in einer heißen Phase“ reingekommen sei, habe er „seinen Mann gestanden“. Er bringe insbesondere körperliche Wucht und ein gutes Kopfballspiel ins Spiel.
Dass es nicht mehr Startelfeinsätze geworden sind, ist auf körperliche Gründe zurückzuführen. „Wenn er beginnt, hat er Ganzkörperkrämpfe“, erläuterte Kwasniok, „nicht, weil er nicht fit ist, sondern weil Cenk alles gibt und so verkrampft, dass der ganze Körper ein bisschen krampft.“ Prinzipiell möchte Kwasniok aber das Gefühl haben, dass seine Verteidiger über die volle Distanz gehen können: „Wenn du immer in der Innenverteidigung wechseln musst, ist das für den Trainer nicht so einfach.“
Mutmaßlich ist es auch der Situation geschuldet, dass sich die Dinge diesbezüglich gewendet haben. Özkacar kommt jedenfalls nun zu einer neuen Chance, sich von Beginn an und im Idealfall über die kompletten 90 Minuten zu beweisen.