Wer folgt dem FC Bayern München ins Finale des DFB-Pokals? Diese Frage stellte sich am Mittwochabend in der Veltins-Arena zu Gelsenkirchen: Eintracht Frankfurt gastierte beim FC Schalke 04. Zum nunmehr neunten Mal in der Geschichte des Wettbewerbs wurden die Teams einander zugelost, erstmals kam es jetzt allerdings in einem Halbfinale zum Duell.
Für das Ziel Berlin hatte Gäste-Coach Niko Kovac eine Überraschung parat. Omar Mascarell, den der Übungsleiter im Vorfeld zur Alternative erklärt hatte, kehrte nach zweimonatiger Verletzungspause (Haarriss im Mittelfuß) sogar gleich in die Startelf zurück.
Außerdem waren im Vergleich zum 1:4 bei Bayer Leverkusen Marco Russ und Luka Jovic neu in der Anfangsformation. Simon Falette, Danny da Costa und Gelson Fernandes mussten dem Trio weichen.
Im Grunde gab es eine halbe Stunde lang keine aufregenden Torszenen, bis wie aus dem Nichts um ein Haar die Führung für die Hausherren fiel:
Abraham fälschte Caligiuris Distanzschuss (32. Minute) unhaltbar für Torwart Hradecky ab – zum Glück aus Sicht der der Hessen trudelte die Kugel knapp am linken Pfosten vorbei. Auch der anschließende Eckball erwies sich als gefährlich – Burgstaller prüfte den Eintracht-Keeper mit einem Kopfball.
Eine Initialzündung war das keineswegs, bis zur Pause tat sich mit Ausnahme der verletzungsbedingten Herausnahme von Kevin-Prince Boateng (Oberschenkelprellung) nichts mehr.
Nach Wiederanpfiff ging es weiter wie vor dem Seitenwechsel. Es ergaben sich keinerlei zwingende Chancen oder brisante Strafraumsituationen. Selbst auf Zufallsprodukte warteten die Stadionbesucher wie auch die sonstigen Zuschauer zunächst vergeblich.
Dann sorgte Burgstaller mal wieder für Gefahr, als seine flache Hereingabe vors Tor von Hasebe beinahe ins eigene Gehäuse abgelenkt wurde (64.). Nun kam jedoch Tempo rein.
Wieder war es der österreichische Schalke-Stürmer, der mittendrin war. Nachdem sich Caligiuri über links toll in den Sechzehner getankt hatte, erreichte die Kugel Burgstaller vor Hradecky. Den anschließenden Lupfer konnte der finnische Schlussmann parieren (67.).
Im Gegenzug stürmte Frankfurt gefährlich in die gegnerische Box, nur um anschließend erneut eine Torgelegenheit gegen sich hinnehmen zu müssen: Der eingewechselte Konoplyanka versuchte es im Strafraum mit einem wuchtigen Abschluss (68.), erneut war Hradecky zur Stelle. Binnen einer Minute war plötzlich so viel zu sehen wie zuvor in der gesamten Partie nicht.
Der von allen herbeigesehnte erste Treffer fiel schließlich auf der anderen Seite. Einen Eckball von de Guzman veredelte Jovic richtig sehen per eingesprungener Hacke ins lange Eck zum 1:0 (75.).
Nun galt es für die Gäste, den Laden eine Viertelstunde lang dicht zu halten, was der Kovac-Elf durch einen Platzverweis noch einmal erschwert wurde. Gut eine halbe Minute nach seiner Einwechslung stieg Fernandes Goretzka mit offener Sohle aufs Sprunggelenk und sah dafür zunächst den gelben Karton.
Schiedsrichter Robert Hartmann bekam sodann ein Signal vom Video-Assistenten und schaute sich die Szene noch einmal an. Er revidierte seine Entscheidung und zeigte dem Schweizer glatt Rot (81.).
Es entwickelte sich eine spannende Schlussphase, und tatsächlich zappelte die Kugel in der dritten Minute der Nachspielzeit im Frankfurter Netz. Zur Entrüstung aller Königsblauen pfiff der Unparteiische die Aktion wegen eines vorangegangenen Handspiels des vermeintlichen Torschützen Franco di Santo ab.
Eintracht Frankfurt rettete die knappe 1:0-Führung letzten Endes über die Zeit (96 Minuten) und steht damit als Endspielgegner des FC Bayern München fest.