FC Bayern München
1. Bundesliga
1:2-Heimplei­te gegen Real Madrid

Kristian Dordevic

© Getty images

Zum siebten Mal in den letzten neun Jahren hat es der FC Bayern München in der Champions League in die Runde der letzten vier Mannschaften geschafft.

Der letztmalige Einzug ins Endspiel gelang in der Saison 2012/13: Mit einem Gesamtergebnis von 7:0 räumte das Starensemble von der Säbener Straße damals den FC Barcelona aus dem Weg, ehe man auch das deutsch-deutsche Finale gegen den BVB erfolgreich gestalten konnte.

Damals wie heute Cheftrainer des Rekordmeisters: Jupp Heynckes. In diesem Jahr gilt es erneut, im letzten Schritt vor dem Finale ein spanisches Team zu eliminieren – Titelverteidiger Real Madrid. Am Mittwochabend gastierten die Königlichen, an denen der Bundesligist im Vorjahr (im Viertelfinale) knapp gescheitert war, zur Bestreitung des Hinspiels in der Allianz Arena.

Erneut mussten die Münchner eine Schlappe hinnehmen. Trotz 1:0-Führung durch Joshua Kimmich ging das Spiel noch verloren. Marcelo und Marco Asensio drehten die Partie zugunsten ihrer Mannschaft.

Es kam quasi direkt Dramatik ins Spiel, als ein abgeblockter Klärungsversuch der Gäste bei Lewandowski landete, dieser die Torauslinie entlang in den Strafraum marschierte und herüberspielte zu Müller. Der halbhohe Pass ging ein wenig zu sehr in den Rücken, sodass dem Weltmeister keine richtige Abnahme glückte. Ein erstes Ausrufezeichen nach gerade einmal 23 gespielten Sekunden.

In den ersten 20 Minuten hatte München mehr Ballkontrolle, größere Torgelegenheiten blieben in einem weitgehend ausgeglichenen Spiel zunächst aus. Durch vermehrte Balleroberungen und Abwechslungsreichtum in puncto Taktik fand Real sodann besser rein.

Als sich eine Drangphase der Königlichen anzubahnen schien, ergab sich gegen den aufgerückten Kontrahenten dann mal Platz für die Bayern. James schickte den durchgestarteten Kimmich und es ergab sich vorne eine Drei-gegen-zwei-Situation.

Aus elf Metern halbrechter Position wählte der Rechtsverteidiger überraschend den Abschluss und zog ab in Richtung kurzes Eck beziehungsweise eher auf Torwart Navas, der auf die Hereingabe spekulierte. Folglich machte er keine gute Figur, als die Kugel an ihm vorbei ins Gehäuse segelte (28. Minute).

Einen zweiten Treffer hätte die Heynckes-Elf gut und gerne nachlegen können, insbesondere durch Ribéry (34.), dem alleingelassenen im Strafraum der Madrilenen ein Stockfehler unterlief (34.). Der Franzose brachte sich damit um eine Riesenchance. Hummels (41.), Müller (42., 45.+2) und Lewandowski (45.+1) tauchten ebenfalls gefährlich vor dem Kasten auf, das Tor erzielte nahezu aus dem Nichts jedoch Real:

Einen von rechts vor die Strafraumkante gespielten Ball, vollendete Marcelo (44.) mit einem trockenen Flachschuss zum Stimmungsdämpfer für das bayrische Publikum. Trotz klarem Chancenplus der Münchner nur 1:1 zur Pause.

Die erste gefährliche Situation nach dem Seitenwechsel gehörte wieder dem Gastgeber. Ribéry tankte sich auf links durch und spielte das Leder vors Tor, wo Ramos so gerade eben vor Müller am Ball war.

Grundsätzlich gewann aber Madrid im ersten Abschnitt des zweiten Durchgangs die Oberhand und konnte das auch in den Führungstreffer ummünzen, wenn auch mit gütigem Zutun der Süddeutschen: Nach Fehler von Rafinha, der in letzter Linie einen für Kimmich vorgesehen Querpass beim Gegner anbrachte, führte der Konter zum 1:2 durch Asensio (57.).

In der Folge entwickelte sich ein Privatduell zwischen Ribéry und Navas (59., 63., 69.), bei dem sich der Real-Schlussmann jeweils auszeichnen konnte. Zwischendurch ergab sich noch die Riesenmöglichkeit für Müller (67.), unmittelbar vor dem Kasten bekam allerdings auch er den Ball nicht über die Linie gedrückt. Lewandowski und der 28-Jährige behinderten sich gegenseitig, sodass Letztgenannter ein Luftloch schlug.

Gegen die passiveren Spanier fehlte der Heynckes-Elf die Effektivität. Zu allem Überfluss wurde Madrid abermals zum Toreschießen eingeladen, als Lewandowski hinten einen Ball per Hacke vertändelte – Keeper Ulreich entschärfte Benzemas Abschluss mit dem Fuß (76.).

Kurz vor Ende der regulären Spielzeit ergab sich ein letztes Mal eine Chance für die Gastgeber. Tolisso steckte den Ball durch in die Gefahrenzone, wo Lewandowski es noch einmal versuchen durfte. Er legte die Kugel aber an Torwart und Tor vorbei.

Das 1:2 aus Sicht des Bundesligisten hatte nach Schlusspfiff Bestand. Nächsten Dienstag kommt es in Madrid zum Rückspiel.