FC Bayern München
1. Bundesliga
Bayern nach 6:2 in Leverkusen im Finale

Kristian Dordevic

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Zum sechsten Mal in der Geschichte des DFB-Pokals standen sich am Dienstagabend Bayer Leverkusen und Bayern München gegenüber. In der Vergangenheit konnte der deutsche Rekordmeister viermal die Oberhand behalten, die Werkself setzte sich bisher einmal durch: im Viertelfinale der Saison 2008/09. Heute ging es für die Teams um den Einzug ins Endspiel des diesjährigen Wettbewerbs.

Es wurde ein torreicher Abend, an dem sich der Favorit letzten Endes deutlich durchsetzte. Durch Treffer von Thomas Müller (3), Robert Lewandowski (2) und Thiago auf der einen sowie Lars Bender und Leon Bailey auf der anderen Seite buchte München mit einem 6:2 das Ticket für Berlin.

Die Mannschaft von Jupp Heynckes steht damit als erster Finalist fest. Morgen wird auf Schalke Teilnehmer Nummer zwei ermittelt. Zu Gast in Gelsenkirchen ist Eintracht Frankfurt.

Es ging gleich gut los, und zwar mit einer frühen Führung für die Bayern. Nachdem Leverkusens Keeper Leno einen Kopfball von Müller noch entschärfen konnte, landete der Ball am Strafraumrand bei Martinez (3. Minute), dessen Flachschuss rechts im Tor landete.

Der Treffer wurde vom Video-Assistenten überprüft, weil Lewandowski in abseitsverdächtiger Position Lenos Sicht blockierte und sogar minimal am Ball war. Das 1:0 hatte aber Bestand, denn Tah hob das Abseits auf. Der Treffer wurde dem Polen gutgeschrieben.

Die Ausgleichsmöglichkeit für die Hausherren folgte fast auf dem Fuße. Die dicke Chance hatte Volland (6.) am zweiten Pfosten nach einer Bellarabi-Flanke von rechts. Doch der Stürmer, der am Wochenende noch mit einem lupenreinen Hattrick glänzte, scheiterte an Bayerns Schlussmann Ulreich.

Erneut rund drei Minuten später klingelte es ein zweites Mal im Kasten der Werkself. Auf der linken Seite ließ Ribéry Lars Bender stehen und flankte mit Übersicht herüber zu Lewandowski (9.), der völlig alleingelassen aus halbrechter Position und sechs Metern Entfernung überlegt volley gegen Lenos Laufrichtung einschob.

Wie schon im Pokalspiel gegen Werder lag Leverkusen früh mit 0:2 zurück. Und wie gegen die Bremer meldeten sich die Rheinländer zurück, zumindest mit dem Anschlusstreffer:

Nach einer Freistoßhereingabe von links herrschte im Münchner Sechzehner ein unübersichtliches Hin und Her, bis ein Abpraller im hohen Bogen bei L. Bender landete. Diesmal ließen die Hausherren die Gelegenheit nicht liegen, der Bayer-Kapitän nickte per Kopf ein (16.).

Im weiteren Verlauf nahm die Schlagzahl an brisanten Torsituationen etwas ab, das Spiel blieb aber intensiv. Eine ganz große Möglichkeit hatte noch Bellarabi, der nach einem Eckball an den zweiten Ball kam und einen satten Distanzschuss abfeuerte (37.) – Ulreich mit Riesenparade. So gingen die sehr fokussiert agierenden Teams mit dem 1:2-Zwischenstand in die Kabine.

Durchgang zwei startete mit einer dicken Doppelchance zum Ausgleich. Innerhalb weniger Sekunden wurde erst Volland links vor dem FCB-Gehäuse im letzten Moment abgeblockt, anschließend kam es wieder zum Duell zwischen Bellarabi und Ulreich. Erneut obsiegte der Letztgenannte.

Kurz nach der Glanztat des Torwarts stellten die Gäste den alten Abstand wieder her. Thiago bediente Müller mit einem scharfen Pass in den Strafraum, der Empfänger legte die Kugel sodann an Leno vorbei in die Maschen (52.).

Dann wurde es ganz bitter für die Herrlich-Elf. Auf ein wegen einer Abseitsposition zurecht nicht anerkanntes Tor von Volland folgte ein bayrischer Doppelpack binnen gut drei Minuten.

Den Anfang machte der Vorbereiter des Münchner 3:1: Robben trat im Strafraum unglücklich auf das Leder, lieferte damit indes die perfekte Ablage auf Thiago, der ruhig und überlegt ins linke Eck einschob (61.).

Dann war es – mehr oder weniger – der Niederländer selbst, der den Ball ins Tor bugsierte, nichtsdestotrotz schaffte er es wieder nicht auf die Torschützenliste. Nähe des Elfmeterpunkts servierte Robben einen wuchtigen Schuss in Richtung Kasten, schoss dabei aber den vor dem Gehäuse stehenden Müller (64.) an. Die Kugel hoppelte noch über die Linie.

Per direktem Freistoßtor durch Bailey (72.) verkürzte Leverkusen noch einmal, keine zehn Minuten später erhöhte Müller (78.) mit einem Schuss aus der Drehung auf 6:2 für den amtierenden Meister.

Mehr Tore sollte es auf beiden Seiten nicht mehr geben. Während Bayer Leverkusen nach einem ernüchternden Abend in der BayArena also die Segel im DFB-Pokal streicht, darf Bayern weiter vom Triple träumen.