Die Nachricht schlug am Wochenende hohe Wellen: Thomas Tuchel hat Bayern München dem Vernehmen nach eine Absage erteilt. Genau genommen handelt es sich gar nicht um eine Absage, vielmehr soll der Fußballlehrer einem anderen europäischen Topklub bereits zugesagt haben. Unabhängig davon gilt allerdings offenbar: Der deutsche Rekordmeister wurde dadurch auf dem falschen Fuß erwischt.
Denn nach einem Bericht der "Süddeutsche Zeitung" steht der FC Bayern aktuell ohne einen Plan B für Tuchel da. Beziehungsweise ohne Ersatzkandidaten für Jupp Heynckes und Tuchel.
Den Erstgenannten, aktueller Cheftrainer an der Säbener Straße, hätte Präsident Uli Hoeneß liebend gerne zum Weitermachen überredet. Eine Forcierung der Trainerfrage mit externen Anwärtern soll der Klubboss deshalb verschmäht haben, um beim 72-Jährigen nichts zu verspielen.
Anfang letzter Woche habe Heynckes seinem Freund indes endgültig zu verstehen gegeben, dass er mit Ablauf seines Vertrags aufhören werde, so die Zeitung. Daraufhin sei der Fahrplan Tuchel wirksam geworden. Zum 44-Jährigen sollen der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge und später auch Sportdirektor Hasan Salihamidzic seit Herbst einen sehr losen Kontakt geknüpft haben.
Nun sendeten die Verantwortungsträger des amtierenden Meisters, Hoeneß inklusive, ihm also offenbar das Signal, dass man gewillt sei, in Verhandlungen einzusteigen. Woraufhin der ehemalige BVB-Trainer die Bayern-Funktionäre habe wissen lassen, dass er es prinzipiell gerne gemacht hätte, seit zehn Tagen jedoch anderweitig im Wort stehe.
Laut Informationen der "Süddeutsche Zeitung" handelt es sich dabei nicht um den FC Arsenal, die Zukunft von Arsène Wenger sei noch immer offen. Eine deutlichere Spur führe zu Paris Saint-Germain.
Der FC Bayern dagegen stehe in puncto Trainersuche jetzt wieder am Anfang. Der interne Plan sehe vor, dass der Nachfolger von Heynckes in circa sechs Wochen gefunden sein sollte. Am heutigen Montag sei ein Treffen der Führungspersonen angedacht, auch um Kandidaten zu besprechen.