Felix Nmecha
Borussia Dortmund
BVB-Trainer Terzić bricht Lanze für Neuzugang Felix Nmecha

Keidi Hlum

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Rund 30 Millionen Euro war es Borussia Dortmund im Sommer wert, Felix Nmecha vom VfL Wolfsburg loszueisen. Obwohl es das nicht sollte, spielt dieser Umstand gerne mit rein, wenn es um die persönliche Bewertung des 22-jährigen Neuzugangs geht. Und die fällt bisher alles andere als positiv aus. BVB-Coach Edin Terzić will seinerseits lieber das in den Fokus rücken, was Nmecha dem Team geben kann und nimmt ihn dementsprechend – wie sollte es auch anders sein – in Schutz.

Was nicht heißt, dass Terzić die maue Anfangsphase des vielseitig einsetzbaren Mittelfeldspielers verborgen geblieben ist. „Er hatte keine leichte Vorbereitung und musste immer wieder nach den Testspielen pausieren. Er hat noch Probleme aus Wolfsburg mitgebracht, sodass er nicht die komplette Vorbereitung mit uns auf dem Platz stehen konnte“, zeichnete er am Freitag die erste Entwicklung nach.

Bei der Saisongeneralprobe gegen den AFC Ajax habe Nmecha angedeutet, wozu er imstande ist (zwei Tore beim 3:1) und besonders im Training sei das ständig zu sehen. „Er kann uns eine richtig gute offensive Waffe geben.“


Terzić zieht Vergleich mit Personalie Donyell Malen

Das Problem: Auf das Spielfeld hat sich das noch nicht übertragen (LigaInsider-Notenschnitt in der Bundesliga: 4,0): „Wir haben es noch nicht hingekriegt, es jedes Mal im Spiel so zu sehen“, hielt Terzić fest. Darum gilt es zu arbeiten, „ihn ins Spiel zu integrieren, dass er immer mehr die Abläufe kennenlernt und seine Qualitäten einbringen kann“.

Für den BVB-Trainer eine Geduldsfrage. „Da haben wir unsere Erfahrungen gemacht, wenn wir an Malen zurückdenken.“ Donyell Malen war 2021 ebenfalls für 30 Millionen Euro zu den Westfalen gewechselt und nach einer mauen Saison besonders in der vergangenen Rückrunde regelrecht durch die Decke gegangen. „Bei Felix ist es so ähnlich. Es ist eine Frage der Zeit, dass er es auch im Spiel umsetzt, wenn er so weiterarbeitet und so hart trainiert.“

Eines ist aus Terzićs Sicht klar: „Wir sind völlig überzeugt von den Qualitäten Felix Nmechas. Das haben wir schon häufig erwähnt. Das war auch der Grund, wieso wir ihn im Sommer dazugeholt haben.“

Nicht so klar ist unterdessen, ob Nmecha trotz des namhaften Ausfalls von Marcel Sabitzer am Wochenende gegen Ex-Klub Wolfsburg eine Startelfchance bekommt. In Dortmund könnte nach einigen enttäuschenden Auftritten des Teams zwar die Stunde einiger Spieler schlagen, die zuletzt aus der zweiten Reihe heraus eingreifen mussten, zu denen Nmecha ja auch gehört. Viele Argumente konnte er allerdings nicht liefern, sodass vielleicht diesmal die Impulse seiner Kollegen gefragt sind. Überraschungen sind nicht auszuschließen.