Hertha BSC
1. Bundesliga
Ngankam rückt in den Fokus – auch Michelbrink "kann helfen"

Kristian Dordevic

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Hertha BSC hamstert nach der Spielpause in der zweiten April-Hälfte (Teamquarantäne) Punkt für Punkt im Abstiegskampf (2 Siege, 2 Remis). Allerdings verlieren die Berliner von Spiel zu Spiel Personal. Besonders offensiv wird es dünn. Eine Chance für die zweite oder gar dritte Reihe.

Jessic Ngankam ist in der Hauptstadt gewiss kein Unbekannter mehr. Er feierte schon im Mai 2020 sein Bundesligadebüt, hat mittlerweile 17 Auftritte im Oberhaus auf dem Konto. Der jüngste könnte sein bisher wichtigster gewesen sein: Als Joker erzielte er Mittwochabend den 2:1-Siegtreffer gegen den FC Schalke 04. Hertha (34 Punkte) liegt nun fünf Zähler vorm direkten Abstiegsplatz.

„Jessic ist immer gut im Training“, betont Trainer Pál Dárdai, der ihn sogar noch aus U13- und U15-Zeiten kennt, „er gibt Gas und macht alles.“ Deshalb tue es ihm im Herzen weh, dass Ngankam hinter „Millionenspielern“ wie Jhon Córdoba oder Krzysztof Piątek ein schwieriges Dasein fristet.

Das gilt jedoch nicht für den Moment. Die zwei genannten Stürmer sind verletzt, genau wie Matheus Cunha; Dodi Lukébakio fehlt am Wochenende obendrein gelb-rot-gesperrt. Ebenso wie Vladimír Darida (Gelbsperre), der bei Bedarf im offensiven Mittelfeld spielen kann, oder Maximilian Mittelstädt (Gehirnerschütterung).


„So muss das sein“: Dárdai lobt Michelbrinks Werdegang

In der Sturmspitze hat Ngankam jedenfalls beste Aussichten auf eine Startelfchance. Auf weitere Minuten hoffen darf derweil womöglich Jonas Michelbrink. Das Hertha-Eigengewächs feierte auf Schalke Premiere in der Bundesliga.

„So muss das sein“, urteilte Dárdai nach dem viertelstündigen Einsatz des 19-Jährigen. Michelbrink habe geduldig auf seine Gelegenheit gewartet, „kommt rein und sieht gut aus.“ Dárdai ist überzeugt: „Er kann uns helfen.“ Darauf könne die Nachwuchsakademie stolz sein.

Michelbrink, offensiver Mittelfeldspieler, ist im vergangenen Sommer ins Reserveteam von Hertha BSC aufgerückt. Für die Zweitvertretung absolvierte er elf Regionalligapartien (1 Tor – 3 Vorlagen). Im März, beim 0:2 gegen Borussia Dortmund, war er erstmals bei den Profis im Kader (ohne Einsatz).