Izet Hajrovic
1. Bundesliga
Hajrovic meldet sich zurück

Kristian Dordevic

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Werder Bremens Neuzugang Izet Hajrovic, der ohnehin durchwachsen in die Hinrunde gestartet war (6 Startelfeinsätze – 6 Einwechslungen), geriet in diesem Jahr bei den Norddeutschen beinahe vollends aufs Abstellgleis: Vier Spieltage vor Schluss kann der 23-Jährige lediglich vier Kurzauftritte im Jahr 2015 vorweisen, in denen er es auf rund eine Stunde Einsatzzeit bringt. Dreimal stand er sogar überhaupt nicht im Kader, davon nur einmal aus gesundheitlichen Gründen.

Als geradezu logische Folge wurde der ablösefrei verpflichtete Offensivmann zuletzt als einer der Verkaufskandidaten für die kommende Transferperiode gehandelt, weil sich für ihn im von Trainer Viktor Skripnik zumeist praktizierten System mit der klassischen Werder-Raute und zwei Angreifern keine passende Rolle finden ließ. Gleichwohl ließ Hajrovic sich nicht hängen und schob Zusatzschichten im Training, um sich wieder an die Mannschaft heranzukämpfen.


Lohn der Mühe

Beim 2:2-Unentschieden der Bremer in Paderborn machte sich sein Eifer endlich bezahlt: Der schweizerisch-bosnische Doppelbürger stach als Joker – sein erster Treffer für Werder – und rettete seinen Farben einen womöglich wichtigen Punkt auf dem noch immer nicht verschlossenen Weg nach Europa. "Heute habe ich mich belohnt", freute sich Hajrovic im "kicker" darüber, dass er endlich die Früchte seiner Arbeit ernten konnte.

Den jüngsten Spekulationen um einen Abgang zum Trotz versichert auch Geschäftsführer Thomas Eichin, dass man stets an den WM-Teilnehmer (mit Bosnien-Herzegowina) geglaubt habe. Die gestrige Sternstunde soll für Hajrovic kein einmaliges Ereignis in der Hansestadt bleiben. Für den Werder-Manager – und natürlich den Spieler selbst – bleibt zu hoffen, dass mit dem Treffer auch endlich die Last von den Schultern genommen ist, die sich auf dem steinigen Weg zu diesem Erfolgserlebnis bei dem Linksfuß aufgetürmt hatte.

Aber reicht der positive Schwung schon für die erste Startelfberufung seit Ende November 2014? Am ehesten kommt derzeit wohl eine Berücksichtigung hinter den Spitzen in Betracht. Dort herrschte jüngst die größte Fluktuation: In den letzten drei Partien wurde diese Rolle jeweils von Levin Öztunali, Özkan Yildirim oder Levent Aycicek ausgefüllt. Hajrovic lief am ersten Spieltag zwar ebenfalls schon einmal als Zehner auf, ist aber vornehmlich ein Mann für die Flügel.