Julian Brandt
Borussia Dortmund
Konkurrenz für Bellarabi und Son

Kristian Dordevic

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Bayer Leverkusens Julian Brandt ist es im vergangenen Halbjahr gelungen, ausgiebige Eigenwerbung zu betreiben. Das zu Beginn des Monats gerade einmal 19 Jahre alt gewordene Talent hätte in dieser Saison noch überwiegend mit den A-Junioren spielen können, bestritt stattdessen 25 Partien in der Bundesliga (4 Tore – 2 Vorlagen), sechs in der Champions League und vier im DFB-Pokal (3 Assists). Im Jahr 2015 lief er lediglich im Achtelfinal-Rückspiel der europäischen Königsklasse gegen Atlético Madrid nicht auf.

Ein Werdegang, den man so vermutlich selbst unterm Bayer-Kreuz nicht vermutet hätte. Denn bei seiner Verpflichtung im Januar 2014 lautete die Maßgabe eigentlich, ihn gemächlich an die Profis heranzuführen. "Ich hätte nie gedacht, dass es so früh losgeht und ich so schnell Fuß fasse", zitiert die "Sport Bild" den fast schon verblüfften Brandt. Vor allem in der Rückrunde, in der er es trotz namhafter Konkurrenz in Form von Karim Bellarabi und Heung-Min Son auf immerhin acht Startelfeinsätze für die Werkself brachte, zeichnete sich beim Außenbahnspieler eine sukzessiv steigende Form ab.


2015: Kein Bundesliga-Spiel verpasst

Muss als nächster Schritt schon die Eroberung eines Stammplatzes bei der Werkself folgen? Der U19-Europameister 2014, der ab kommendem Wochenende mit der U-20 bei der Weltmeisterschaft in Neuseeland antritt, lässt sich in dieser Hinsicht nicht verrückt machen und gibt mit der ihm schon typischen Bodenständigkeit zu verstehen, dass er weiß, "wie schnell es hoch- und auch wieder runtergeht". Brandt weiter: "Wenn ich nächste Saison auf die gleichen Einsatzzeiten komme wie in dieser, ist das sehr gut."

Nichtsdestotrotz ist sich der geerdete Youngster bewusst, dass irgendwann der Moment komme, an dem er sich mit den Etablierten im offensiven Mittelfeld duelliere. Die Vorstellung reize ihn, aber zum jetzigen Zeitpunkt sei es eher ein Ansporn, mit diesen Spielern in einem Team zu spielen.

Der Verein darf sich jedenfalls freuen, ein derart viel versprechendes Talent in den eigenen Reihen zu wissen. Besonders erfreulich für Bayer: Brandts Vertrag in Leverkusen läuft noch bis 2019 und ist nach jüngsten Angaben des "kicker" nicht mit einer Ausstiegsklausel versehen. Das Vertragswerk verdankt der Werksklub noch Michael Reschke, der im Sommer 2014 beim FC Bayern München als Technischer Direktor anheuerte.