Leroy Sané
FC Bayern München
Ver­handlun­gen bereits angelaufen

Kristian Dordevic

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Spätestens seit seinem durch einen Treffer gekrönten Auftritt beim fulminanten 4:3-Triumph über Real Madrid in der Champions League gilt Leroy Sané auch in den Augen der breiten Öffentlichkeit als neues Schalker Wunderkind. In der gestrigen Partie beim VfL Wolfsburg (1:1) gelang es dem 19-Jährigen abermals, den königsblauen Anhang mit einem sehenswerten Tor – Sané spurtete vor dem Treffer über 70 Meter auf das Wölfe-Gehäuse zu – in Verzückung zu versetzen. Es war sein viertes Pflichtspieltor der Saison.

Auf Führungsebene wurde längst erkannt, dass dieses hausgemachte Talent auf Schalke in der laufenden Saison eine tolle Entwicklung nimmt. "Deshalb haben wir in den letzten Wochen mehrere Gespräche geführt", verrät S04-Sportvorstand Horst Heldt gegenüber "Der Westen", denn "sein Vertrag geht mit seinen Leistungen nicht mehr konform."

Die Weichenstellung ist klar: Heldt ist darauf aus, das Offensivjuwel, dessen aktuelles Arbeitspapier bis 2017 datiert ist, langfristig zu binden. Alles in allem ist der Manager sehr zuversichtlich, dass dieses Unterfangen gelingt, auch wenn noch Detailfragen zu klären sind.

Der Spieler selbst strebt allem Anschein nach ebenfalls einen Verbleib in Gelsenkirchen an. "Ich fühle mich auf Schalke wohl und freue mich, dass ich bleiben und spielen darf", so das Treubekenntnis des achtmaligen U19-Nationalspielers (4 Tore), an dem nach Angaben seines Vaters, dem ehemaligen Bundesliga-Profi Souleymane Sané, viele Klubs interessiert sind.


Sané als Gegenentwurf zu den Etablierten

Während Heldts Marschroute eindeutig ist, setzt Schalke-Coach Roberto di Matteo bislang eher zurückhaltend auf den forschen Sané. Zuletzt blieb der talentierte Offensivspieler beispielsweise zweimal ohne Einsatz, stand gegen Freiburg nicht einmal im Kader. Und das, obwohl das Angriffsspiel der Knappen merklich ins Stocken geraten war – die Mannschaft reiste gestern mit drei torlosen Spielen im Gepäck nach Wolfsburg.

Insbesondere das Sturmduo Eric Choupo-Moting/Klaas-Jan Huntelaar präsentiert sich in der Rückrunde enorm glücklos und wartet noch immer auf ein erstes Erfolgserlebnis. Unterdessen konnte sich Sané als vielversprechende Alternative für weitere Einsätze empfehlen: Im Laufe der vergangenen fünf Wochen stand das Eigengewächs dreimal in der Startelf und erzielte dabei zwei Tore.