Die Nicht-Berücksichtigung von Mario Götze für das Rhein-Main-Duell gegen den 1. FSV Mainz 05 sorgte im Vorfeld für großes Aufsehen. Nun hat sich Eintracht-Trainer Albert Riera geäußert und die Hintergründe der Kader-Entscheidung erläutert. Dabei betonte der Coach, dass es sich hauptsächlich um eine kadertechnische Abwägung handelte, die nichts mit der Wertschätzung für den Weltmeister von 2014 zu tun habe.
„Jeder von uns weiß, wie professionell er ist und was für einen Charakter er hat“, stellte Riera im DAZN-Interview vor dem Spiel klar. Der Trainer zog einen Vergleich zu seiner eigenen Nationalmannschaftszeit, als einst Raúl gestrichen wurde, weil im Kader-Gefüge schlicht kein Platz für einen weiteren Offensivstar war.
Taktische Zwänge und Defensiv-Bedarf
Ausschlaggebend für das Götze-Aus war laut Riera die begrenzte Kadergröße und die Notwendigkeit, defensiv abgesichert zu sein. Da mit Elias Baum nur ein einziger etatmäßiger Verteidiger auf der Bank saß, war dieser Platz laut dem Coach beispielsweise unantastbar. Zudem wollte sich Riera für den Spielverlauf offensive Joker wie Can Uzun oder Ansgar Knauff offenhalten.
„Meine Frage an Sie ist: Welchen Spieler im Aufgebot soll ich rausnehmen für Mario? Wenn ich 21 Spieler hätte, wäre er wahrscheinlich da“, so der Spanier. Er ergänzte jedoch einen entscheidenden Fitness-Aspekt: „Ich muss auch sagen, dass Mario körperlich etwas zu kämpfen hatte und nicht die ganze Zeit bei 100 Prozent war.“
Trotz der aktuellen Degradierung ist die Tür für den 33-Jährigen keineswegs zu. Laut Riera sei die Entscheidung gegnerspezifisch gewesen: „Das nächste Spiel ist anders. Dann haben wir einen anderen Gegner und vielleicht wird er dabei sein.“
Nach der Länderspielpause könnten die Karten für Götze also neu gemischt werden – vorausgesetzt, der Routinier findet auch physisch wieder zu voller Stärke.