Patrice Čović
SV Werder Bremen
Čović wohl auch gegen Wolfsburg als Joker gefragt

Bennet Stark

Vor dem richtungsweisenden Duell gegen den VfL Wolfsburg muss Werder-Coach Daniel Thioune im Mittelfeld durch die Ausfälle von Senne Lynen und Jens Stage kreativ werden. Dennoch deutet derzeit vieles darauf hin, dass Top-Talent Patrice Čović erneut zunächst auf der Bank Platz nehmen muss. Die Routine und taktische Flexibilität scheinen im Abstiegskampf den Vorzug zu erhalten.

Die Personallage im Bremer Maschinenraum ist angespannt: Während Lynen mit einem Faserriss in den Adduktoren ausfällt, muss Stage eine Gelbsperre absitzen. In einem klassischen 4-3-3-System entstehen so gleich zwei Vakanzen auf den Achter- bzw. Sechserpositionen.

Bittencourt rückt rein, Schmid als Hybrid-Lösung?


Daniel Thioune ließ auf der Pressekonferenz am Donnerstag wenig Zweifel daran, wer die erste Lücke füllt. Leonardo Bittencourt, der beim 4:1-Sieg in Berlin als „maßgeblicher Faktor“ überzeugte, wird Lynen auf der Sechser-Position ersetzen. Daneben bleibt Cameron Puertas im Zentrum gesetzt.

Spannend wird die Besetzung der dritten Mittelfeld-Rolle. Romano Schmid war zuletzt häufiger auf dem linken Flügel zu finden, könnte nun aber ins Zentrum rücken. Dies würde auf dem Flügel Platz schaffen für Rückkehrer Samuel Mbangula, der nach seiner Verletzung laut Thioune bereit für mindestens 45 Minuten ist.

Čović: Qualität vorhanden, aber „energetisch“ noch Luft nach oben


Für Čović bleibt wohl erneut nur die Joker-Rolle, obwohl der Youngster zuletzt schon Minuten sammelte – auch in Erwartung eines möglichen Personal-Engpasses im Mittelfeld-Zentrum. Thioune betonte zwar, dass es „völliger Quatsch“ wäre, einen Startelfeinsatz allein an der mangelnden Reife eines 18-Jährigen festzumachen, nannte aber klare sportliche Gründe für sein Zögern.

„Er ist ein sehr guter Fußballer und hat eine hohe Qualität im Torabschluss und im Passspiel. Was ihm noch ein bisschen abgeht, ist das Energetische offensiv wie defensiv, die Robustheit im Zweikampf, das Zweikampfverhalten“, so der Coach.

Taktische Variabilität als Sicherheitsnetz


Ein weiterer Grund für die wahrscheinliche Bank-Rolle des Talents ist die dünne Personaldecke. Thioune möchte sich im Spielverlauf nicht aller Optionen berauben: „Ich verfüge aktuell über vier zentrale Mittelfeldspieler. Wenn ich drei aufstelle oder sogar alle vier, wüsste ich gerade auch nicht, wie ich im Laufe des Spiels darauf reagieren soll.“

Hinter dem Einsatz von Beginn an stehe daher „definitiv ein Fragezeichen“. Dennoch ist es „sehr wahrscheinlich“, dass Čović im Laufe der Partie gegen die Wölfe erneut wichtige Minuten sammeln wird, um sein Potenzial unter Beweis zu stellen.