Rani Khedira entwickelt sich beim 1. FC Union Berlin zunehmend zur offensiven Konstante. Beim jüngsten Erfolg erzielte der 32-Jährige gegen Bayer Leverkusen (1:0) das entscheidende Tor – bereits sein fünfter Treffer in dieser Bundesliga-Saison. Für einen klassischen Sechser eine bemerkenswerte Quote.
Cheftrainer Steffen Baumgart sieht die Ursache auch in einer leichten Rollenverschiebung im Mittelfeld. „Rani war vorher sehr defensiv und eigentlich der tiefere Sechser. Jetzt haben wir mit Joshi jemanden, der eher tief ist, und er ist eher derjenige, der in vielen Situationen auslöst“, erklärte der Coach. Gemeint ist Aljoscha Kemlein, der inzwischen den defensiveren Part übernimmt und Khedira damit mehr Freiheiten nach vorne verschafft.
Entscheidend sei jedoch nicht nur die Positionierung, sondern vor allem die Mentalität. „Viel wichtiger ist einfach, dass er durchgezogen hat, weil der Ball eigentlich so gut wie weg war. Er hat weitergemacht und die Nerven behalten“, so Baumgart mit Blick auf die Szene, die zum Treffer führte. Eine ähnliche Situation habe es bereits in Hoffenheim gegeben.
Khedira kombiniere inzwischen defensive Disziplin mit zielgerichteten Tiefenläufen. „Da sieht man, dass nicht nur Geschwindigkeit im Tieflaufen hilft, sondern einfach auch dranzubleiben. Und er hat es dann einfach ausgenutzt“, betonte Baumgart.
Die Zahlen unterstreichen die Entwicklung: Fünf Saisontore führen ihn intern (gemeinsam mit Ilyas Ansah) sogar an die Spitze der Torjägerliste. Khedira bleibt zwar nicht der alleinige Fixpunkt in der Offensive, nutzt seine neuen Räume jedoch konsequent – und wird damit immer mehr zum Faktor im Berliner Angriffsspiel.