Rodrigo Ribeiro bleibt eine spannende Personalie in der Augsburger Offensive. Nach seinem erfolgreichen Startelf-Debüt gegen Wolfsburg in der Vorwoche ließ der 20-jährige Portugiese beim 2:0-Sieg gegen den 1. FC Köln sein zweites Bundesliga-Tor folgen – diesmal per technisch anspruchsvollem Hackentrick. Doch trotz der Torquote mischen sich in das Lob von Trainer Manuel Baum nun auch kritische Töne aus der eigenen Kabine.
Bereits nach dem Wolfsburg-Spiel hatte Baum geschwärmt, wie „ekelhaft“ Ribeiros Timing bei Tiefenläufen für gegnerische Innenverteidiger sei. Gegen Köln bestätigte der Youngster diesen Eindruck: Laut Baum zog er allein in der ersten Halbzeit 15 bis 20 Sprints hinter die Kette an. „Angekommen ist er richtig gut. Er hat einen sensationellen Charakter“, so der Coach über die ersten Tage des Neuen beim FCA, der die Auswechslung nach 67 Minuten lediglich mit dem enormen Kraftaufwand dieser Spielweise begründete.
Während der Trainer die taktische Entwicklung und die hochwertige Technik beim Tor betont, trat Abwehrchef Keven Schlotterbeck nach dem Abpfiff als Mahner auf. Trotz des Tores zeigte sich der Routinier unzufrieden mit Ribeiros Durchsetzungskraft in den ersten 45 Minuten: „Ein guter Junge, aber er darf noch was lernen. In der ersten Halbzeit wurde er aufgefressen von Simpson-Pusey.“
Die nackten Zahlen geben Schlotterbeck recht: Nur 19 Ballkontakte und eine schwache Zweikampfquote von 20 Prozent zeigen laut dem kicker, dass Ribeiro physisch noch zulegen muss. Am Samstag treten die Fuggerstädter bei RB Leipzig an (15:30 Uhr).