Der SC Freiburg feiert eine intensive Pokal-Nacht und darf weiter vom Titel träumen. Die Breisgauer setzten sich in einem hochdramatischen Viertelfinale bei Hertha BSC mit 5:4 im Elfmeterschießen durch. In der regulären Spielzeit stand es noch 0:0. Die Verlängerung wurde mit 1:1 beendet.
Die Partie lieferte in der regulären Spielzeit Hochspannung, aber keine Tore. Die Berliner starteten furios: Bereits in der 7. Minute jubelte das Stadion über ein vermeintliches Tor von Fabian Reese, der nach einem Kopfball von Kownacki abgestaubt hatte. Doch die Freude währte nur kurz – der VAR nahm den Treffer wegen einer Abseitsposition von Eitschberger zurück.
In der Folge entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Freiburg wurde mit zunehmender Spieldauer stärker und kam durch Scherhant (20./40.) sowie Suzuki (24./45.+2) zu hochkarätigen Chancen, doch Hertha-Keeper Tjark Ernst hielt seinen Kasten mit mehreren Paraden sauber. Auf der Gegenseite prüfte Gechter kurz vor der Pause SC-Schlussmann Müller per Kopf (45.).
Ausgeglichener zweiter Durchgang
Nach dem Seitenwechsel verflachte die Partie zusehends. Beide Teams scheuten das letzte Risiko, der Fokus lag spürbar auf der defensiven Absicherung. Hertha versuchte über Kapitän Reese (79.) Druck aufzubauen, doch zwingende Chancen blieben Mangelware.
Die größte Aufregung der Hälfte gab es erst in der Nachspielzeit: Toni Leistner sah nach einem Foul kurz vor der Strafraumgrenze Gelb (90.+3), doch Vincenzo Grifo setzte den fälligen Freistoß in die Mauer. Nach 90 Minuten stand es im Berliner Olympiastadion daher 0:0, weshalb die Partie in die Verlängerung ging.
In der Verlängerung gleichen sich zwei Treffer aus
Die Verlängerung begann mit einem Paukenschlag. In der 96. Minute leistete sich Linus Gechter einen fatalen Rückpass-Fehler. Yuito Suzuki antizipierte glänzend, umkurvte Hertha-Schlussmann Ernst und schob zur Freiburger Führung ein.
Doch die Alte Dame bewies Moral und schlug noch vor dem Seitenwechsel der Verlängerung zurück. Kapitän Fabian Reese, der bereits in der Anfangsphase der Partie Pech mit seinem VAR-Treffer hatte, krönte seine starke Leistung: Nach einer Balleroberung von Seguin zog Reese aus 20 Metern ab und schlenzte das Leder in der 104. Minute unhaltbar ins linke Eck.
In der zweiten Hälfte der Verlängerung waren die Berliner das aktivere Team. Mickaël Cuisance vergab in der 109. Minute per Volley eine gute Gelegenheit zur Führung.
Im Elfmeterschießen setzt sich Freiburg durch
Nach vergebenen Elfmetern von Michaël Cuisance und Pascal Klemens auf Berliner Seite setzt sich am Ende der SCF in einem absoluten Krimi durch und steht im Halbfinale des DFB-Pokals. Während die Hertha den verpassten Traum vom Heim-Finale beklagen, feiert der Sport-Club den Einzug unter die letzten Vier und einen Sieg des unbändigen Willens.
Tore:
0:1 Yuito Suzuki (96.)
1:1 Fabian Reese (104., Paul Seguin)
Elfmeterschießen:
0:1 Vincenzo Grifo
1:1 Fabian Reese
1:2 Matthias Ginter
2:2 Luca Schuler
2:3 Maximilian Eggestein
2:3 Michaël Cuisance (gehalten)
2:3 Johan Manzambi (gehalten)
3:3 Josip Brekalo
3:4 Lucas Höler
4:4 Paul Seguin
4:5 Yuito Suzuki
4:5 Pascal Klemens (gehalten)