Nach dem Bundesliga-Aufstieg steht der SC Paderborn 07 vor einer der wichtigsten Personalfragen des Sommers: Wer wird die neue Nummer eins? Klar ist inzwischen vor allem eines: Dennis Seimen wird nicht bei den Ostwestfalen bleiben.
Den 20-Jährigen zieht es nach seiner starken Leihsaison erwartungsgemäß zum VfB Stuttgart zurück, wo er künftig in die Fußstapfen von Alexander Nübel treten wird. In Paderborn hinterließ Seimen derweil mächtig Eindruck. In sämtlichen 34 Zweitligaspielen stand der U21-Nationaltorhüter zwischen den Pfosten und avancierte mit starken Leistungen zu einem der Garanten für den Aufstieg.
„Ein herausragender Torhüter. Für mich hat er das Potenzial für das allerhöchste Level“, schwärmte Geschäftsführer Sport Sebastian Lange über den Leihkeeper. Was Seimen „in dieser Saison für uns geleistet hat, war unglaublich“.
Resthoffnung bei Seimen nur noch theoretisch
Ganz ausschließen wollte Lange eine Wendung zwar nicht. Die aktuellen Signale aus Stuttgart seien allerdings eindeutig. „Unsere Informationen sind Stand jetzt, dass sie fest mit ihm planen“, erklärte der 38-Jährige.
Sollte sich kurzfristig doch noch etwas verändern, würde Paderborn sofort wieder aktiv werden. „Dann stünden wir Gewehr bei Fuß, um da auch sofort wieder in die Gespräche zu gehen. Aber danach sieht es heute erst mal nicht aus.“
Deshalb treiben die Ostwestfalen ihre Planungen für die Bundesliga voran – und die dürften spannend werden.
Schubert und Pruhs wittern ihre Chance
Denn intern rechnen sich sowohl Markus Schubert als auch Florian Pruhs realistische Chancen auf die neue Nummer eins aus. Vor allem Schubert, der im vergangenen Sommer laut dem Trainerteam noch ein 50:50-Duell mit Seimen geliefert haben soll, bleibt ein ernsthafter Kandidat.
„Markus Schubert ist definitiv eine Option für die Nummer eins, genauso auch Florian Pruhs“, betonte Lange. Jeder Keeper werde „die Chance haben, sich von Tag eins zu zeigen“.
Allerdings ist Schuberts Zukunft noch nicht final geklärt. Der Vertrag des 27-Jährigen läuft aus, die Gespräche über eine Verlängerung laufen jedoch bereits seit Monaten. Lange zeigte sich diesbezüglich optimistisch: „Ich bin sehr, sehr guter Dinge, dass wir das zeitnah erledigt haben.“
Externer Torwart soll Konkurrenzkampf anheizen
Trotzdem wird Paderborn noch einen weiteren Torhüter verpflichten. Die Verantwortlichen suchen gezielt nach einem Keeper mit Erfahrung und nachgewiesener Qualität im Profibereich.
„Es muss für die erste Liga eine unfassbar hohe Qualität sein“, machte der SCP-Sportchef deutlich. Gesucht werde ein Torwart mit Spielpraxis im Seniorenbereich und gleichzeitig dem Potenzial, sich am Standort weiterzuentwickeln. Paderborn befinde sich diesbezüglich bereits mit „zwei, drei Kandidaten“ in intensiven Gesprächen.
Dabei soll die neue Hierarchie bewusst offen gehalten werden. Schubert will seinerseits den Wettbewerb auf jeden Fall angehen. „Klar ist, dass er seine Chance suchen möchte und auch wird“, sagte Lange. Gleichzeitig betonte er, dass es die Aufgabe des Vereins sei, „auf allen Positionen die größtmögliche Qualität zu bekommen“.
Damit läuft es beim Bundesliga-Aufsteiger auf ein offenes Rennen hinaus. Wer am Ende als Nummer eins in die Bundesliga-Saison startet, dürfte sich erst im Laufe der Vorbereitung entscheiden.