Trotz massiver Personalnot mit zehn Ausfällen hat der SV Werder Bremen einen enorm wichtigen 1:0-Sieg beim VfL Wolfsburg eingefahren. Trainer Daniel Thioune musste aufgrund fehlender Innenverteidiger taktisch improvisieren und setzte auf eine „Viererkette plus eins“, die allerdings mit „Abstimmungsproblemen“ zu kämpfen hatte. In der Halbzeitpause forderte der Coach mehr Mut, was sein Team mit einem aggressiveren Pressing in Durchgang zwei umsetzte.
Besonderen Grund zur Freude hatte Leonardo Bittencourt, der in Wolfsburg sein 300. Bundesligaspiel bestritt. Der 32-Jährige, der unter Ex-Trainer Horst Steffen zeitweise aussortiert war, überzeugte mit einer Laufleistung von 11,42 Kilometern und einer starken Zweikampfquote von 62,5 Prozent, wie die DeichStube berichtet. „Es war sein 300. Bundesliga-Spiel – und bestimmt eines seiner besseren. Er hat sehr für die Mannschaft gelitten“, lobte Thioune den Routinier nach dem Abpfiff.
Neben Bittencourt avancierte Justin Njinmah zum Matchwinner, der mit seinem entscheidenden Treffer eine Durststrecke beendete. Thioune hob den Offensivspieler nach der Partie explizit hervor. Die Reaktion seines Teams nach dem Seitenwechsel sei der „größte Gewinn“, er adressierte aber auch persönliche Erfolge „einzelner Protagonisten, wenn wir Leo, Mio Backhaus und Justin Njinmah, der endlich getroffen hat, herausheben wollen“. Das Tor und der Sieg helfen der Mannschaft laut Thioune dabei, dem eingeschlagenen Weg wieder voll zu vertrauen.