SV Werder Bremen
1. Bundesliga
Thioune lässt Systemfrage vor Freiburg offen

Thorben Lorenzen

Der SV Werder Bremen hat am Mittwoch Daniel Thioune als neuen Cheftrainer vorgestellt. Der 51-Jährige tritt die Nachfolge von Horst Steffen an und steht bereits am Samstag vor seinem Debüt auf der Bremer Bank – auswärts beim SC Freiburg (15:30 Uhr).

In seiner ersten Pressekonferenz gab Thioune Einblicke in seine grundsätzlichen taktischen Überlegungen, vermied jedoch klare Festlegungen. Insbesondere die Frage nach der Grundordnung am Samstag ließ der neue Coach bewusst offen. „Ob es am Ende des Tages die Dreier- oder Viererkette ist, haben wir noch nicht entschieden“, erklärte Thioune und verwies auf die kurze Vorbereitungszeit: „Es war alles sehr dynamisch in den letzten Stunden, die erste Zusammenkunft mit der Mannschaft.“ Für das Spiel in Freiburg wolle man eine Lösung wählen, „die uns hilft, dort zu punkten“.

Dabei betonte Thioune, dass die Formation am Samstag keine Vorentscheidung für die kommenden Wochen darstelle. „Wir lösen uns für den Augenblick von der Grundordnung“, sagte der Trainer. Perspektivisch gehe es darum, ein System zu finden, „mit dem sich jeder am wohlsten fühlt“. Die Entscheidung für Freiburg werde „aus der Überzeugung heraus“ getroffen, nicht als taktisches Grundsatzurteil. Gut möglich, dass der Coach die Aufgabe wieder aus einer Viererkette heraus angeht und somit von Steffens zuletzt praktizierter Dreierkette abrückt.

In der Vergangenheit galt die erstgenannte Systematik als die von Thioune bevorzugte. Besonders in seinem letzten Jahr in Düsseldorf setzte er jedoch auch immer wieder auf eine Dreierkette.

Zwischen Entwicklung und Ergebnisdruck


Neben der Systemfrage sprach Thioune auch über den Umgang mit jungen Spielern – ein Thema, das traditionell eng mit dem Bremer Selbstverständnis verknüpft ist. „Der Bremer Weg definiert sich ein Stück weit darüber, eigene Talente auszubilden“, so der Coach. Er arbeite grundsätzlich gerne mit jungen Akteuren und messe „nur in gut und schlecht“. Im Training habe er bereits „ein paar spannende Jungs gesehen“, für die der Profibereich eine Plattform bieten solle.

Gleichzeitig machte Thioune deutlich, dass die aktuelle sportliche Lage – Werder hat lediglich einen Punkt Vorsprung auf den Relegationsplatz – Zurückhaltung erfordert. „Die jetzige Situation ist nicht unbedingt eine, in der man viel ausprobieren sollte“, erklärte er. Junge Spieler müssten mit Geduld entwickelt werden, könnten aber „situativ sicherlich reingeworfen“ werden.

Am Samstag wird es erstmals einen Einblick in Thiounes Herangehensweise geben – sowohl mit Blick auf die taktische Ausrichtung als auch auf personelle Entscheidungen. Da er zunächst auf Jugendexperimente verzichtet und die Verletzungssituation bei Werder ihm wenig Spielraum lässt, dürfte sich das Gesicht des Teams aber höchstens geringfügig ändern.