Während Leipzigs Cheftrainer Ralf Rangnick für die Zeit bis zur Winterpause fast schon eine Totalrotation zwischen Europa League und Bundesliga in Aussicht stellt, geht sein designierter Nachfolger Julian Nagelsmann das letzte Jahr bei der TSG 1899 Hoffenheim zunächst einmal mit einer eher gegenteiligen Einstellung an.
Nach der Teilnahme an der Europa League in der Vorsaison sind die Kraichgauer nun in der Gruppenphase der Champions League vertreten und damit mindestens bis in den Dezember hinein einer Mehrfachbelastung ausgesetzt. Der TSG-Coach verfolgt vorerst aber nicht den Ansatz, zwischen den Wettbewerben viel durchzuwechseln, um die Kräfte zu steuern.
Grundsätzlich sei er – je nachdem, wie gefestigt das Teamgebilde ist – ein Freund davon, einen Stammspielerkreis zu haben, "der besteht natürlich, wenn wir so viele Spiele wir haben, nicht aus elf, aber vielleicht aus 15, 16 Spielern."
"Letztes Jahr war die Struktur nicht so stabil in der Hinrunde und ich habe zu viel gewechselt", räumt Nagelsmann mit Verweis auf das frühe Aus in der Europa League nach der Gruppenphase ein, "den Fehler werde ich nicht noch einmal machen."
Das bedeutet aber nicht, dass der Fußballlehrer unwiderruflich auf Personalrochade verzichten will, vielmehr kommt es ihm darauf an, wie eingespielt die gesamte Mannschaft ist. So ergänzt er als "Ausnahme" zum zuvor Gesagten: "Wenn das Konstrukt sehr stabil ist und wir erfolgreich sind, wird es auch viel Rotation geben, aber das hängt sehr davon ab, wie stabil wir unsere Spiele gestalten."
Und Nagelsmann rechnet durchaus damit, dass es innerhalb des Teams gut funktionieren wird und insbesondere die Neuzugänge sich taktisch zügig zurechtfinden und somit vollwertige Optionen sein werden. Er erläutert:
"Der Unterschied zu den letzten Jahren, warum jetzt auch Spieler wie Leo [Bittencourt] schnell ankommen, ist einfach, dass wir jetzt einen großen Stamm von Spielern haben, die schon länger da sind. Die letzten Jahre war es halt so, dass Spieler, die schon ein Jahr da waren, trotzdem immer noch Probleme hatten, alles zu verstehen oder alles umzusetzen. Jetzt helfen einfach die Spieler, die schon lange da sind, denen, die neu da sind. Deswegen geht die Integration ein bisschen schneller."
Bezüglich der Neuankömmlinge habe man außerdem schon bei den Verpflichtungen eine etwas andere Herangehensweise gewählt, um sie darauf vorzubereiten, was in Hoffenheim erwartet wird. Was genau man sich darunter vorstellen muss, damit hält Nagelsmann indes hinterm Berg.