VfB Stuttgart
1. Bundesliga
Stuttgart nach Last-Minu­te-Treffer im Pokalfinale

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In einer hochdramatischen Verlängerung bezwingt der VfB Stuttgart den SC Freiburg mit 2:1. Nachdem den Gästen ein regulärer Treffer verweigert wurde und Stuttgart mehrfach am Aluminium verzweifelte, sorgte ein Geniestreich von Tiago Tomás in der buchstäblich letzten Sekunde für die Entscheidung. Die Schwaben stehen damit erstmals seit 2013 wieder im Finale des DFB-Pokals.

Die Partie im Halbfinale begann zerfahren, beide Teams schenkten sich in den Zweikämpfen keinen Zentimeter. Den ersten Aufrechter (17.) verbuchten die Gäste durch Eggestein, der an Nübel scheiterte. Nur elf Minuten später machte es Eggestein besser: Nach einer Ecke und einer Kopfball-Vorlage von Ginter reagierte der Mittelfeldspieler am schnellsten und spitzelte den Ball zum 0:1 (28.) ins Netz.

Stuttgart wirkte geschockt und brauchte lange, um offensiv stattzufinden. Erst kurz vor der Pause wurde der Druck der Hausherren spürbarer. Demirovic (40.) und Leweling (44.) vergaben jedoch die ersten hochkarätigen Möglichkeiten zum Ausgleich, sodass es mit der knappen Führung für die Breisgauer in die Kabinen ging.

Undav bricht den Bann – VAR-Pech für Stiller


Nach dem Seitenwechsel kam der VfB mit deutlich mehr Zug aus der Kabine. Führich (49.) vergab die Riesenchance auf das 1:1, als er völlig frei links am Tor vorbeizog. In der 62. Minute schien der Ausgleich perfekt, doch der Treffer von Stiller wurde nach VAR-Prüfung wegen einer Abseitsposition von Vorlagengeber Demirovic einkassiert.

In der 70. Minute war es dann aber so weit: Nach einem Ballverlust der Freiburger in der Offensive rollte der Stuttgarter Konter über den eingewechselten El Khannouss. Dieser bediente Undav, der trocken zum hochverdienten 1:1 flach links unten einschob.

In der Schlussviertelstunde drückte Stuttgart vehement auf die Entscheidung. Freiburg kam kaum noch zur Entlastung und rettete sich mit einer großen Portion Glück in die Verlängerung. Lienhart lenkte eine Undav-Flanke beinahe ins eigene Netz, doch die Kugel klatschte nur an den Pfosten (82.). In der Nachspielzeit rettete SCF-Keeper Müller erneut gegen den durchgebrochenen Undav (90.+4).


Höler-Tor zählt nicht, Stuttgart mit dicken Chancen

Die Verlängerung begann turbulent: In der 91. Minute spitzelte der eingewechselte Höler den Ball zur vermeintlichen Freiburger Führung ins Netz. Schiedsrichter Tobias Welz verweigerte dem Treffer jedoch die Anerkennung.

Stuttgart antwortete mit wütenden Angriffen. In der 96. Minute bebte das Stadion, als Führich nach glänzender Vorarbeit von El Khannouss und Undav nur den Pfosten traf. Wenig später rettete SCF-Keeper Müller mit einer „weltstarken“ Parade gegen den völlig frei stehenden El Khannouss (103.) das Unentschieden für die Breisgauer in die Halbzeit der Verlängerung.


Last-Minute-Geniestreich: Tiago Tomás mit der Hacke<

In der zweiten Hälfte der Verlängerung schwanden auf beiden Seiten sichtlich die Kräfte. Sebastian Hoeneß bewies jedoch ein goldenes Händchen und wechselte mit Bouanani und Tomás den Sieg ein. Als sich alles bereits auf ein Elfmeterschießen eingestellt hatte und Hoeneß mit Undav und Führich (118./119.) sogar schon potenzielle Schützen für die Belastungssteuerung vom Feld nahm, schlug die Stunde der Joker.

In der 120. Minute bediente Bouanani den Portugiesen Tomás im Strafraum. Dieser krönte die Stuttgarter Drangphase mit einem technisch brillanten Hackentor zum 2:1-Siegtreffer. Unmittelbar danach war Schluss. Der VfB trifft nun mit Finale des Wettbewerbs auf den FC Bayern München.

Tore:
0:1 Maximilian Eggestein (19., Matthias Ginter)
1:1 Deniz Undav (70., Bilal El Khannouss)
2:1 Tiago Tomas (120., Badredine Bouanani)

Besondere Vorkommnisse:
Wegen Abseitsstellung von Ermedin Demirović aberkanntes Tor von Angelo Stiller (62.)
Wegen Foulspiel aberkanntes Tor von Lucas Höler (91.)