Es war die überraschendste Nachricht der Woche an der Weser: Victor Boniface ist zurück beim SV Werder Bremen und auf dem Trainingsplatz. Nach seiner Knie-Operation im Januar wegen eines Knorpelschadens verlief die Rekonvaleszenz deutlich schneller, als ursprünglich prognostiziert.
Werder-Coach Daniel Thioune bestätigte auf der Pressekonferenz am Gründonnerstag, dass das Knie des nigerianischen Leihstürmers wieder belastbar ist. Boniface habe dem Verein signalisiert, die Mannschaft im Kampf um den Klassenerhalt noch unterstützen zu wollen.
Dennoch dämpfte Thioune die Erwartungen an einen sofortigen Einsatz gegen RB Leipzig am Samstag (15:30 Uhr). Der körperliche Zustand des 25-Jährigen entspreche nach der langen Pause verständlicherweise noch nicht dem Bundesliga-Niveau.
„In einem intensiven Spiel gegen Leipzig, in dem es viel ums Anlaufen geht, wäre Victor der falsche Spieler“, stellte der Trainer außerdem klar. Das gelte auch für andere Gegner, gegen die mit relativ wenig Ballbesitz zu rechnen ist, wie am letzten Spieltag gegen Dortmund.
Ziel: Jokerrolle in den „Wochen der Wahrheit“
Um Boniface wieder wettkampffähig zu bekommen, setzt Werder nicht auf reines Individualtraining. Der Stürmer wurde bereits am Mittwoch teilintegriert ins Mannschaftstraining eingebaut. Dabei lag der Fokus auf gezielten Umschaltsituationen und dem direkten Eins-gegen-eins, um seine Präsenz in Duellen zu testen.
Thioune betonte jedoch: „Er ist in der Bringschuld, wenn er Platzzeit haben möchte.“ Der Plan für die kommenden Wochen ist klar definiert und eher auf kurze Einsätze ausgelegt. In Spielen gegen „Mannschaften auf Augenhöhe“ soll er durch seine Wucht in den Schlussphasen den entscheidenden Unterschied machen.
Während Leipzig noch zu früh kommt, geht der Blick des Trainers beispielsweise auf das bald anstehende Nordderby. „Vielleicht reden wir in 14 Tagen darüber, wenn der HSV kommt.“
Sollte Werder jedoch durch die Rückkehr von Jovan Milošević oder die aufsteigende Form von Justin Njinmah genug offensive Durchschlagskraft entwickeln und sich bereits frühzeitig aus dem Tabellenkeller befreien, werde man bei Boniface kein unnötiges Risiko eingehen. Vorerst sieht man den Stürmer als eine „charmante“ Option, die situativ für die letzten Minuten in die Box geworfen werden könnte.