Jesper Lindstrøm
1. Bundesliga
Lindstrøm braucht bessere Physis – und verschärft Kon­kur­renzkampf auf der 10

Insider91

© imagoimages

Für die neue Saison hat sich Eintracht Frankfurt bisher vornehmlich im Offensivbereich verstärkt. Größtenteils ablösefrei, Jesper Lindström hingegen ließ sich die SGE kolportierte sieben Millionen Euro kosten. Mit solch einer Summe gehen gewiss Erwartungen einher. Doch auch der Däne kommt mit seinen 21 Jahren nicht als komplett fertiger Spieler. Erster Auftrag von Coach Oliver Glasner: Gewicht zulegen.

Das offenbarte Lindstrøm während seiner offiziellen Vorstellung. Auch er selbst, 66 bis 67 Kilogramm leicht bei 1,82 Meter Körpergröße, sieht im Bereich Physis Nachholbedarf, „damit ich den Gegner im Zweikampf auf Abstand halten kann“. Daran gilt es jetzt zu arbeiten. Kondition sollte derweil kein Problem sein, bei Ex-Klub Brøndby IF hat er bereits drei Wochen Vorbereitung durchlaufen.

Körperliches Durchsetzungsvermögen in den Zwischenräumen, darum geht es ihm am meisten. Dort hält sich Lindstrøm am liebsten auf und dort brauche er auch die Bälle. „Das ist ganz wichtig für mich, sodass ich mit meinem Tempo – und auch zum Abschluss – kommen kann.“ Einen „guten Schuss“ habe er, auch sein Kombinationsspiel in der Box hält er für vorzeigbar.


Mailand-Spekulationen bei Wechselkandidat Kamada

Den Ausführungen lässt sich klar entnehmen: Der Neuzugang fühlt sich im zentralen offensiven Mittelfeld oder als hängende Spitze am wohlsten, auch wenn er angab, ebenfalls über die Flügel kommen zu können. Lindstrøm gilt jedoch als klassischer Zehner.

Und damit ist klar, dass auf der Position ein großer Konkurrenzkampf entstanden ist. Zumal sich bisher nicht herauskristallisiert hat, mit welcher Grundordnung Glasner spielen lassen will. Vorgänger Adi Hütter hatte in der Vorsaison ein 3-4-2-1 mit einer Doppelzehn als Erfolgsformel entdeckt.

Sollte der neue Trainer ein anderes Modell – mit nur einer Zehn – etablieren, wird das Gedränge auf der Position groß. In Amin Younes und Daichi Kamada stehen zwei namhafte Konkurrenten parat. Wobei der Letztgenannte Spekulationen um einen möglichen Abschied ausgesetzt ist. Und diese auch selbst befeuert hat.

In der Gerüchteküche geisterte jetzt der Name AC Mailand und ein mögliches Tauschgeschäft herum: eine Verrechnung von Kamada gegen Jens Petter Hauge, der zuletzt schon mit den Adlerträgern in Verbindung gebracht wurde.


Hrustić und Barkok mit Außenseiterchancen

Ob sich dahingehend tatsächlich etwas konkretisiert, bleibt abzuwarten. Ganz allgemein ist der Fall Kamada nach Auffassung von Sky derweil klar: Die Zeichen stehen derzeit eher auf Abschied, der Lindstrøm-Transfer war ein deutliches Signal. Und die Eintracht rechne durchaus noch mit einem Abgang des bis 2023 gebundenen Japaners. Drei Zehner brauche man nicht unbedingt.

Darüber hinaus hat Glasner weitere Möglichkeiten in petto: Auch Ajdin Hrustić oder Aymen Barkok wären Optionen, auf die der Coach zurückgreifen könnte. Der kicker räumt den beiden jedoch nur Außenseiterchancen auf einen Stammplatz ein. Barkok hatte sich bereits vergangene Saison in einem Dreikampf mit Younes und Kamada befunden, gelegentlich aber auch auf der Außenbahn agiert.

Fürs Erste hat der neue SGE-Trainer jedenfalls ein Luxusproblem im offensiven Mittelfeld. Ihm dürfte es recht sein.