Während hinter den Kulissen die Kaderplanungen für die neue Spielzeit auf Hochtouren laufen, halten wir euch auf LigaInsider wie gewohnt mit unseren prognostizierten Top-Elf-Aufstellungen der Bundesligisten auf dem Laufenden.
Das Prinzip unserer Prognosen bleibt dabei unverändert: Wir zeigen euch die aus unserer Sicht beste Formation eines Klubs – grundsätzlich unabhängig von körperlichen Blessuren. Nur wenn ein verletzter Spieler voraussichtlich mehr als die komplette Hinrunde verpasst, könnte es gut sein, dass wir ihn für die Top-Elf nicht berücksichtigen.
Da sich auf dem Transfermarkt kontinuierlich etwas tut, versteht sich von selbst, dass es sich hierbei um dynamische Prognosen handelt. Sobald es wichtige Kaderänderungen gibt, werden die Aufstellungen und die dazugehörigen Artikel fortlaufend aktualisiert.
In diesem Check richten wir den Fokus auf die voraussichtliche Formation des Hamburger SV.
Torwart: Keine Zweifel an der Nummer eins
Top-Elf: Daniel Heuer Fernandes (33)
Erst Ende Mai setzte der HSV ein klares Zeichen und verlängerte den Vertrag mit seinem Routinier vorzeitig. Sportdirektor Claus Costa sparte dabei nicht mit Lob: „Ferro hat eine starke Bundesliga-Saison gespielt und als Leistungsträger einen wesentlichen Beitrag zum Klassenerhalt geleistet.“ Zwar durfte Herausforderer Sander Tangvik (23) am letzten Spieltag der Vorsaison bereits zeigen, dass er ein hochkarätiger Rückhalt ist, an Heuer Fernandes als unumstrittener Nummer eins rüttelt das aber nicht.
Abwehr: Wer schließt die Lücke des Abwehrchefs?
Rechter Innenverteidiger: Nicolás Capaldo (27)
Der Argentinier, im vergangenen Sommer für schmale 2,1 Millionen Euro von RB Salzburg gekommen, entpuppte sich als absoluter Glücksgriff. Obwohl er den Großteil seiner Karriere im zentralen Mittelfeld verbrachte, überzeugte er defensiv auf der halbrechten Position in der Dreierkette. Besonders sein dynamisches Nachrücken aus dem Halbraum gab dem Hamburger Spiel ein wichtiges Element. Nach dem schmerzhaften Verlust von Abwehrchef Luka Vušković ist Capaldos Verbleib in der hinteren Reihe für die defensive Stabilität des HSV unserer Einschätzung nach sehr wichtig.
Zentraler Innenverteidiger: Neuzugang
Der Abgang des erst 19-jährigen Top-Talents Vušković hinterlässt ein riesiges Loch. Nach dem Ende seiner Leihe ist der Kroate planmäßig zu Tottenham Hotspur zurückgekehrt, ein Verbleib beim HSV ist ausgeschlossen. Wir legen uns fest: Auf dieser zentralen Position müssen und werden die Hamburger Bosse noch einmal hochkarätig auf dem Transfermarkt nachlegen.
Linker Innenverteidiger: Jordan Torunarigha (28)
Der Linksfuß hatte zu Beginn der vergangenen Saison noch Anpassungsprobleme im Oberhaus, steigerte sich dann aber und war im Saisonendspurt aus der Dreierkette nicht mehr wegzudenken. Polzin schwärmte bereits im Januar: „Wenn man sieht, wie Jordan sich entwickelt hat und in den vergangenen Spielen performt hat, was sein Passspiel und seine Schnelligkeit angeht, dann ist er sehr, sehr wichtig für unser Spiel.“ Mit einem Vertrag bis 2028 im Rücken ist er für die neue Spielzeit fest eingeplant.
Mittelfeld & Schiene: Baustellen auf den Außenbahnen
Rechte Schiene: Neuzugang | Alternative: Warmed Omari (26)
Hier droht dem HSV ein kleiner Umbruch. Der Vertrag von William Mikelbrencis (22), der trotz großer Konkurrenz auf immerhin 26 Einsätze kam, läuft aus – eine Verlängerung gilt als unwahrscheinlich. Bakery Jatta (27) bekleidete die Position zwar über weite Strecken, nachdem er die ersten zwölf Spieltage gar nicht im Kader stand, wir sehen ihn für das neue Jahr aber eher in der Herausforderer-Rolle. Es ist denkbar, dass Capaldo wie am letzten Spieltag gegen Leverkusen auf die Schiene rückt, was Omari (26) den Platz in der Dreierkette bescheren würde. Da Capaldo hinten aber gebraucht wird, erwarten wir auf der rechten Schiene vor allem einen externen Neuzugang.
Defensives Mittelfeld: Nicolai Remberg (25)
Kam vor der vergangenen Saison aus Kiel und mauserte sich in Windeseile zum unverzichtbaren Stammspieler. Polzin schätzt seine Qualitäten enorm: „Bei Rambo ist es so, dass er mit sehr viel Mentalität Fußball spielt.“ Als zweikampfstarker und emsiger Sechser ist er aus der Hamburger Zentrale schlicht nicht wegzudenken und bleibt gesetzt.
Zentrales Mittelfeld: Albert Sambi Lokonga (26)
Auf dem Papier bildet Sambi Lokonga die Doppel-Sechs mit Remberg, im Spielbetrieb interpretiert er seine Rolle jedoch offensiver als Achter. Die schmale Kaufgebühr von 300.000 Euro an Arsenal hat sich komplett ausgezahlt. Polzin lobte das Duo bereits im März: „An der Kombination im Zentrum mit Sambi und Rambo ist wenig auszusetzen, was das Verhalten mit und gegen den Ball angeht.“ Sambi Lokonga bleibt somit ein Fixpunkt.
Linke Schiene: Miro Muheim (28) | Alternativen: Albert Grønbæk (25) / Neuzugang
Der Schweizer war in den letzten Jahren auf der linken Seite die personifizierte Konstanz und übernimmt beim HSV viele Standards. Eigentlich ein No-Brainer für die Top-Elf, stünde da nicht ein Fragezeichen hinter seiner Zukunft: Muheim geht in sein letztes Vertragsjahr und schielt auf den nächsten Karriereschritt. Sollte er den HSV verlassen, könnte der Ersatz bereits parat stehen: Der fest verpflichtete Leihspieler Grønbæk überzeugte bereits zum Saisonende, als er den verletzten Muheim stark vertrat. Aber auch ein externer Neuzugang könnte dann die Lücke schließen.
Angriff: Suche nach dem Knipser
Offensives Mittelfeld: Neuzugang / Fábio Vieira (26)
Die Arsenal-Leihgabe war in der vergangenen Saison der absolute Dreh- und Angelpunkt im halbrechten Offensivraum. Trainer Polzin betonte im Frühjahr die Wichtigkeit des Portugiesen: „Fabi ist ein Spieler, der viele Qualitäten hat, die uns als HSV und der Mannschaft helfen. Er hat den Auftrag, sich in die Räume zu bringen, wo er mit dem Ball Dinge kreiert.“ Das Problem: Die vereinbarte Kaufoption von über 20 Millionen Euro ist für den HSV nicht zu stemmen. Man versucht im Hintergrund alles, um die Ablöse zu drücken, da auch der Spieler dem Vernehmen nach gern in Hamburg bleiben möchte. Gelingt der Deal, steht Vieira in der Top-Elf. Falls nicht, muss hier ein hochkarätiger Neuer her.
Offensives Mittelfeld: Albert Grønbæk (25)
Unter der Prämisse, dass Muheim bleibt, wandert der variable Däne eine Position nach vorne in den linken Halbraum. Hier kann er seine Qualitäten zwischen der Zehner- und Achterposition ausspielen. Sollte Grønbæk am Ende doch hinten links auf der Schiene gebraucht werden, entsteht hier eine Vakanz für einen Neuzugang. Das 19-jährige Talent Alexander Røssing-Lelesiit wäre ein spannender Kandidat, laboriert derzeit jedoch noch an den Folgen einer langwierigen Verletzung, weshalb seine Rückkehr zu alter Stärke zeitlich noch offen ist.
Stürmer: Neuzugang
In der vordersten Front klafft noch ein großes Loch im Hamburger Kader. Stamm-Stürmer Ransford Königsdörffer hat den Verein ablösefrei in Richtung Mainz verlassen. Robert Glatzel (32) wird heftig von Wolfsburg umworben und ist im System von Polzin wohl maximal als Backup eingeplant. Da auch die unglückliche Leihe von Damion Downs (zurück nach Southampton) beendet ist, muss der HSV im Sturmzentrum definitiv ein echtes Kaliber auf dem Transfermarkt präsentieren.
Fazit
Nachdem die Hanseaten unter Trainer Polzin eine gute Premierensaison nach dem Aufstieg hinter sich haben und den Klassenerhalt am Ende sogar mit neun Punkten Vorsprung vor dem Relegationsplatz sichern konnten, geht es nun an die Festigung für das verflixte zweite Jahr. Um auch die neue Saison erfolgreich zu gestalten, wartet auf die sportliche Führung eine echte Mammut-Aufgabe auf dem Transfermarkt.
Die Baustellen im Kader der Rothosen wiegen nämlich schwer: Der bereits feststehende Abgang von Vušković in der Innenverteidigung reißt eine riesige Lücke und ist ein extrem schwerer Verlust für die Stabilität des Teams. Hinzu kommt das dicke Fragezeichen hinter Vieira, der zu den absoluten Top-Spielern des Kaders gehört, bei dem im Hintergrund aber fieberhaft nach einer Lösung gesucht wird. Sollte der HSV am Ende beide Säulen verlieren, wird es verdammt schwer für den Verein, sportlich wieder auf das Level der Vorsaison zu kommen.
Damit nicht genug: Nach dem Abgang von Königsdörffer herrscht auch im Sturmzentrum akuter Handlungsbedarf – hier muss zwingend ein hochkarätiger Nachfolger an die Elbe gelotst werden. Da zudem auch die rechte Schienenposition aktuell noch vakant ist, steht fest: Dem Hamburger SV steht ein heißer Transfersommer bevor, in dem an wichtigen Stellschrauben gedreht werden muss, damit das zweite Bundesliga-Jahr nicht zum bösen Erwachen wird.
Wir freuen uns über eure Unterstützung
Ein wichtiger Punkt zum Schluss: Diese Prognosen entstehen bei LigaInsider nicht im stillen Kämmerlein. Euer Input, eure Diskussionen in den Kommentaren und eure Insights aus der Community sind für unsere Redaktion ein echtes Faustpfand. Wir lesen mit, wägen eure Argumente ab und lassen dieses Feedback regelmäßig in unsere Einschätzungen einfließen.
Daher seid jetzt auch ihr gefragt: Wie bewertet ihr das Gerüst des HSV? Wo seht ihr den dringendsten Handlungsbedarf auf dem Transfermarkt, und traut ihr Grønbæk die tragende Rolle im Mittelfeld zu? Diskutiert mit uns in den Kommentaren!
Du kennst dich nicht nur bestens rund um den Verein aus, sondern analysierst das Geschehen auf dem Platz quasi auch rund um die Uhr? Dann melde dich gerne bei uns und bewirb dich als Experte unter folgender E-Mail: „experte@ligainsider.de“. Sollte es matchen, winkt dir ein Status-Upgrade in der App. Mit einem Vereinsbadge ausgestattet, könnten zum Beispiel Beiträge von dir direkt unter den Aufstellungen hervorgehoben werden.
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