In diesem Top-Elf-Check richten wir den Fokus auf den frischgebackenen Aufsteiger SC Paderborn 07. Nach dem dramatischen Relegations-Erfolg gegen den VfL Wolfsburg arbeiten die Ostwestfalen weiter daran, ihren Kader gezielt für das Abenteuer Bundesliga zu verstärken. Mit Nahuel Noll wurde inzwischen bereits ein Nachfolger für Dennis Seimen gefunden, während vor allem in der Offensive weiterhin Bewegung zu erwarten ist. Unsere Prognose basiert aktuell auf einem 3-5-2 beziehungsweise 3-4-1-2, das Trainer Ralf Kettemann je nach Gegner flexibel interpretieren dürfte.
Wie immer gilt: Die Top-Elf stellt eine Momentaufnahme dar und wird im Verlauf des Transfersommers kontinuierlich an neue Entwicklungen angepasst.
Torwart: Noll übernimmt für Seimen
Top-Elf: Nahuel Noll (23)
Die größte Baustelle zwischen den Pfosten hat der SCP inzwischen geschlossen. Nach der Rückkehr von Dennis Seimen zum VfB Stuttgart verpflichteten die Ostwestfalen Nahuel Noll auf Leihbasis von der TSG Hoffenheim. Der 23-Jährige bringt trotz seines jungen Alters bereits Erfahrung auf hohem Niveau mit und soll den Abgang des Erfolgsgaranten der Aufstiegssaison auffangen.
Abwehr: Hoffmeier als interner Brackelmann-Ersatz?
Rechter Innenverteidiger: Tjark Scheller (24) | Alternativen: Nyamekye Awortwie-Grant (25), Neuzugang
Der Abgang von Calvin Brackelmann zum FC Augsburg reißt eine gewaltige Lücke in die Paderborner Dreierkette – sowohl spielerisch als auch bei Standardsituationen. Hier verliert der SCP einen wichtigen Baustein.
Auffangen soll dieses Defizit zunächst Tjark Scheller. Der 24-Jährige knackte in der vergangenen Saison als einziger SCP-Verteidiger die Marke von 3.000 Einsatzminuten und überzeugte insbesondere in den entscheidenden Saisonspielen mit stabilen Leistungen. Gleichzeitig ist nicht ausgeschlossen, dass die Ostwestfalen auf dieser Position noch einmal personell nachlegen. Mit Nyamekye Awortwie-Grant steht zudem ein spannender Neuzugang vom FC Energie Cottbus bereit, der ebenfalls auf Einsatzminuten hoffen darf.
Zentraler Innenverteidiger: Felix Götze (28)
Wenn er keine körperlichen Probleme hat, führt am Paderborner Kapitän kaum ein Weg vorbei. Zwar verlief seine zweite Saison beim SCP nicht ganz so fehlerfrei wie seine Premierenspielzeit, an seiner Bedeutung für die Mannschaft änderte das allerdings wenig. Kampfgeist, Führungsqualität und Erfahrung machen Götze weiterhin zum Fixpunkt der Defensive.
Zum Saisonende bremsten ihn Adduktorenprobleme aus, weshalb er sich in der Relegation zunächst mit einer Jokerrolle begnügen musste. Fit gehört der gebürtige Dortmunder jedoch weiterhin zu den ersten Namen auf dem Spielberichtsbogen.
Linker Innenverteidiger: Marcel Hoffmeier (27)
Er ist gewissermaßen der interne Neuzugang für die Bundesliga-Saison. Hoffmeier gehörte vor seinem Kreuzbandriss zu den formstärksten Paderbornern, ehe ihn die schwere Verletzung im vergangenen August ausbremste. Nach monatelanger Reha kehrte der Defensivallrounder zu den Relegationsspielen zumindest in den Kader zurück.
Mit dem Ball am Fuß ist Hoffmeier der spielstärkste Verteidiger des SCP. Sowohl sein Passspiel als auch sein mutiges Andribbeln aus der Dreierkette verleihen dem Aufbauspiel eine zusätzliche Qualität. Dank seiner Beidfüßigkeit sehen wir ihn aktuell als idealen Nachfolger von Brackelmann auf der linken Halbverteidigerposition.
Schiene & Mittelfeld: Bleiben die Leistungsträger an Bord?
Rechte Schiene: Laurin Curda (24) | Alternative: Neuzugang
Der absolute Überflieger der Aufstiegssaison. Curda war mit 13,3 gewonnenen Duellen pro Partie der zweikampfstärkste Spieler der 2. Bundesliga, gab mannschaftsintern die meisten Torschüsse ab und krönte seine starke Saison mit dem entscheidenden Treffer in der Relegation gegen Wolfsburg.
Interesse anderer Vereine ist aber vorhanden. Insbesondere der 1. FSV Mainz 05 baggert intensiv am Abwehrmann des Aufsteigers: Es sollen bereits fortgeschrittene Gespräche stattfinden, wie Sky berichtete. Brisant: Der Vertrag soll nur noch bis 2027 gültig sein (Sky), sodass dann ein ablösefreier Verlust des Leistungsträgers droht, sofern in diesem Sommer nichts passiert (Verlängerung, Verkauf). Sollte Curda den Ostwestfalen erhalten bleiben, führt auf der rechten Schiene allerdings kein Weg an ihm vorbei.
Defensives Mittelfeld: Santiago Castañeda (21)
Der US-Amerikaner mit kolumbianischen Wurzeln bleibt der defensive Anker im Paderborner Zentrum. Nachdem Trainer Kettemann rund um den Jahreswechsel zeitweise mehr Offensivdrang von ihm einforderte, entwickelte sich Castañeda zu einem deutlich kompletteren Mittelfeldspieler.
Trotz seiner verbesserten Präsenz nach vorne bleibt der 21-Jährige der tiefste und absichernde Part im Dreiermittelfeld. Mit seiner Ballsicherheit, seinem Spielverständnis und seiner Balance dürfte er auch in der Bundesliga eine Schlüsselrolle einnehmen.
Zentrales Mittelfeld: Luka Đurić (23) | Alternative: Ruben Müller (20)
Für die kreativen Momente im Zentrum rechnen wir weiterhin mit Luka Đurić. Der Neuzugang gehörte bei der Zweitvertretung der TSG Hoffenheim zu den auffälligsten Akteuren der vergangenen Drittligasaison und durfte bereits regelmäßig bei den Profis mittrainieren.
Der Sprung in die Bundesliga ist zwar groß, doch Đurić bringt viel Potenzial mit und dürfte sich ein spannendes Duell mit Ruben Müller liefern. Aktuell sehen wir den Neuzugang im Vorteil.
Zentrales Mittelfeld: Neuzugang | Alternative: Mika Baur (22)
Neben Curda war Baur die wohl größte positive Überraschung der vergangenen Saison. Nachdem er zunächst nur eine Nebenrolle gespielt hatte und zwischenzeitlich sogar verliehen worden war, entwickelte er sich unter Kettemann zum Dreh- und Angelpunkt des Paderborner Spiels.
Mit vier Toren, sechs Vorlagen und den meisten abgespulten Kilometern innerhalb der Mannschaft empfahl sich der 22-Jährige sogar für die deutsche U21-Nationalmannschaft. Bleibt Baur trotz des vorhandenen Interesses anderer Vereine in Paderborn, ist er als verbindendes Glied zwischen Defensive und Offensive aus unserer Sicht gesetzt.
Update: Mittlerweile ranken sich hartnäckig Wechselgerüchte um den offensiven Mittelfeldspieler. Baur soll sich mit Celtic Glasgow bereits auf die Rahmenbedingungen einer möglichen Zusammenarbeit verständigt haben, die Verhandlungen zwischen den Vereinen stocken noch. Ein Abgang ist inzwischen durchaus denkbar. Hier dürfte für den Fall, dass der Leistungsträger den Klub verlässt, noch ein Neuzugang verpflichtet werden.
Linke Schiene: Raphael Obermair (30)
Nachdem dem Vizekapitän im Vorjahr ein Wechsel zum 1. FC Köln verwehrt geblieben war, zählte Obermair auch in der Aufstiegssaison mit neun Scorerpunkten (zwei Tore, sieben Vorlagen) wieder zu den wichtigsten Offensivakteuren des SCP. Ein Achillessehnenanriss setzte ihn seit Mitte April außer Gefecht, inzwischen ist der philippinische Nationalspieler aber in die Sommervorbereitung eingestiegen.
Paderborn verfügt über eine Vertragsoption, die Obermair auch über 2027 hinaus an den Verein bindet. Entsprechend rechnen wir weiterhin fest mit dem 30-Jährigen auf der linken Schiene.
Angriff: Wer übernimmt Verantwortung im Oberhaus?
Stürmer: Neuzugang | Alternative: Stefano Marino (22)
Trotz des Aufstiegs bleibt der Sturm die größte Baustelle der Ostwestfalen. Stefano Marino legte zwar eine vielversprechende Entwicklung hin und sammelte sechs Tore sowie zwei Vorlagen, der Sprung zur unumstrittenen Stammkraft in der Bundesliga erscheint zum jetzigen Zeitpunkt aber noch etwas groß.
Der 22-Jährige bringt zweifellos das Potenzial mit, sich perspektivisch auch im Oberhaus durchzusetzen. Nach aktuellem Stand rechnen wir jedoch damit, dass der SCP trotz begrenzter finanzieller Mittel noch einen weiteren Stürmer mit Startelfpotenzial verpflichten möchte.
Stürmer: Neuzugang | Alternative: Oliver Batista Meier (24)
Update: Filip Bilbija wird in der kommenden Bundesliga-Saison nicht mehr für den SC Paderborn auflaufen. Der Angreifer, der mit 15 Saisontoren maßgeblichen Anteil am Aufstieg hatte und unter anderem mit einem Viererpack gegen den 1. FC Magdeburg sowie dem wichtigen Ausgleichstreffer im Relegations-Rückspiel gegen den VfL Wolfsburg glänzte, ist inzwischen zum englischen Zweitligisten Derby County gewechselt.
Mit dem Verlust ihres Top-Torjägers büßen die Ostwestfalen einen wichtigen Eckpfeiler ihrer Offensive ein. Ein direkter Ersatz steht bislang noch nicht zur Verfügung, sodass bis zum Ende des Transferfensters auf dieser Position noch Bewegung zu erwarten ist.
Mit Oliver Batista Meier hat Paderborn derweil bereits zusätzliche Kreativität verpflichtet. Der Offensivspieler kommt mit zehn Scorerpunkten in der vergangenen Zweitliga-Saison von Preußen Münster und dürfte den Konkurrenzkampf im letzten Drittel zusätzlich beleben.
Fazit
Die größte Aufgabe für Trainer Ralf Kettemann wird darin bestehen, die richtige Balance zwischen dem mutigen Ballbesitzfußball der Aufstiegssaison und der in der Bundesliga notwendigen Kompaktheit zu finden. Mit einem 3-5-2 beziehungsweise 3-4-1-2 dürfte der SCP über ausreichend Stabilität verfügen, ohne seine spielerische Identität komplett aufzugeben.
Eine wichtige Personalie ist inzwischen geklärt: Mit Noll wurde ein Nachfolger für Seimen gefunden, der als neue Nummer eins in die Saison gehen wird. In der Defensive könnte Hoffmeier nach seinem Kreuzbandriss den Abgang von Brackelmann auffangen, während weiterhin offen bleibt, ob noch ein weiterer Innenverteidiger verpflichtet wird.
Im Mittelfeld besitzt Paderborn mit Castañeda, Đurić und Baur eine spielstarke und entwicklungsfähige Zentrale, die allerdings auch zu den jüngsten der Bundesliga zählen dürfte. Sollte insbesondere Baur trotz vorhandener Interessenten gehalten werden können, wäre das für den Aufsteiger ein enorm wichtiger Baustein.
Die größten Fragezeichen bestehen weiterhin in der Offensive. Nach der geklärten Zukunft von Topscorer Bilbija hat vor allem die Verpflichtung eines bundesligatauglichen Mittelstürmers hohe Priorität. Marino bringt großes Entwicklungspotenzial mit, während Batista Meier zusätzliche Kreativität und Variabilität in den Offensivbereich einbringen soll. Gelingt es dem SCP, die verbliebene Mannschaft zusammenzuhalten und punktuell nachzubessern, trauen wir den Ostwestfalen durchaus zu, im Kampf um den Klassenerhalt für die eine oder andere Überraschung zu sorgen.
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Daher seid jetzt auch ihr gefragt: Traut ihr Nahuel Noll den direkten Sprung zur Nummer eins in der Bundesliga zu? Reicht Stefano Marino bereits für die Startelf oder sollte Paderborn im Sturm unbedingt noch nachlegen? Und wie bewertet ihr die Chancen des jungen Mittelfelds um Castañeda, Đurić und Baur im Bundesliga-Oberhaus? Diskutiert mit uns in den Kommentaren!
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Personalie Tom Baack (Neuzugang).
Originalton von Geschäftsführer S. Lange:
"Lange weiß also, wovon er spricht, wenn er sagt: "Tom wird uns mit seiner Übersicht, seiner Mentalität und seiner Erfahrung guttun. Er ist zentraler Mittelfeldspieler, der über eine ausgeprägte Spielintelligenz verfügt. Tom zeichnet ein permanent hohes Lauf- und Zweikampfverhalten, konsequente Ballgewinne und große Einsatzbereitschaft in allen Phasen des Spiels aus. Zudem bringt er auch Führungsstärke auf und neben dem Platz mit."
Warum also wird Tom Baack von der Ligainsider VA Redaktion gar nicht erwähnt, oder als Option in der VA angezeigt???
https://www.kicker.de/wird-uns-guttun-paderborn-verpflichtet-baack-1223190/artikel
Weil er warschenlich keiner der Mittelfeldspieler verdrängen wird. Seine ehesten Position ist die von Castaneda, und Castaneda war absoluter Stammspieler bei uns. Baack war in einen großen Teil von die Saison nicht in die Startelf bei Nürnberg. Er hat 950 Minuten gespielt während Castaneda 2164 Minuten gespielt hat.
Bisher fehlt mir komplett die Vision wie der Kader ohne nennenswerte Neuzugänge die Klasse halten soll
Ist doch bei jedem Aufsteiger so. Natürlich kommt auch noch Neuzugänge.
Plan A: Baur kaufen
>Der frisch verlängerte 27-Jährige, der letzte Saison als Nummer zwei nur im Pokal randurfte
Wie groß isser denn nu?