RB Leipzig
1. Bundesliga
Top-Elf-Prog­no­se: RB Leipzig im Check

Bennet Stark

In diesem Top-Elf-Check richten wir den Fokus auf RB Leipzig. Mit Martín Demichelis beginnt eine neue Ära. Der Argentinier hat die Nachfolge von Ole Werner angetreten und soll den Bundesligisten mit seiner klaren Spielidee weiterentwickeln. Der 45-Jährige steht für intensiven, mutigen Fußball mit hohem Gegenpressing, schnellen Umschaltmomenten und einer konsequenten Förderung junger Spieler – Eigenschaften, die hervorragend zu den Leipzigern passen.
 
Auch personell könnte sich bis zum Ende des Transferfensters noch einiges tun. Mit Castello Lukeba und Yan Diomande stehen zwei Leistungsträger im Fokus anderer Klubs. Gleichzeitig dürfte RB im Falle entsprechender Abgänge noch einmal gezielt auf dem Transfermarkt nachlegen. Mit Maxime Estève wurde hier bereits eine erste Verstärkung für die Abwehr an Land gezogen.
 
Auch wenn in den kommenden Wochen noch Bewegung in den Kader kommen dürfte, lautet unser Ansatz wie gewohnt: Wie sieht die stärkste Leipziger Elf aus, die aktuell in einem Topspiel zu erwarten wäre?

Torwart: Der Generationenwechsel ist vollzogen


Top-Elf: Maarten Vandevoordt (24)
Nach längerem Anlauf schafft der Belgier nun endgültig den Sprung zur unumstrittenen Nummer eins. Veteran Péter Gulácsi hatte seinen Stammplatz verletzungsbedingt bereits in der zweiten Hälfte der vergangenen Saison an Vandevoordt verloren. Künftig muss der Routinier dauerhaft auf der Bank Platz nehmen.

Abwehr: Umbruch auf den Innenbahnen droht


Rechter Außenverteidiger: Ridle Baku (28)
Baku ist der gesetzte Mann auf der rechten Abwehrseite. Auch wenn es im Laufe der Saison aufgrund der Dreifachbelastung sicherlich zur Rotation kommen wird, hat Baku eine starke Spielzeit hinter sich – was nicht zuletzt an der hervorragenden Kombination mit seinem Vordermann Yan Diomande lag.

Rechter Innenverteidiger: Willi Orbán (33) | Alternative: Abdoul Koné (21)
Der Dauerbrenner und Abwehrchef der letzten Jahre steht vor einer echten Reifeprüfung. Orbán ist defensiv eigentlich immer gesetzt und kaum verletzt, doch der Druck wächst. Mit dem hochtalentierten Rechtsfuß Koné scharrt ein 17-Millionen-Winterneuzugang mit den Hufen, der in der Rückrunde per Leihe bei Stade Reims eine sehr gute Saison in der Ligue 2 spielte. Da Orbán nicht mehr Kapitän ist und man aufgrund seines Alters genau hinschauen muss, wird Koné von Tag eins an mächtig Druck machen.

Linker Innenverteidiger: Maxime Estève (24) | Alternative: Castello Lukeba (23)
Update: Mit Maxime Estève hat RB Leipzig inzwischen den erwarteten Nachfolger für einen möglichen Abgang von Castello Lukeba verpflichtet. Der Franzose kommt für ein Gesamtpaket von rund 32 Millionen Euro inklusive Boni vom Burnley FC und bringt genau das Profil mit, das sich die Leipziger für die linke Innenverteidigerposition wünschen. Lukeba wäre sportlich zwar weiterhin die naheliegende Stammkraft, wir rechnen in diesem Sommer jedoch weiterhin mit einem Wechsel des 23-Jährigen zu einem europäischen Top-Klub.

Durch die Verpflichtung von Estève ist RB auf dieses Szenario nun bestens vorbereitet. Sollte Lukeba wider Erwarten bleiben, dürfte sich zwischen beiden ein hochklassiger Konkurrenzkampf entwickeln.

Linker Außenverteidiger: David Raum (28)
Solange sich kein Transfer abzeichnet, bleibt Raum auf der linken Seite unangefochten. Er hat extrem stark performt, wollte einen Vereinswechsel in den letzten Monaten jedoch nicht klar ausschließen. Bei der WM hat er seinen Stammplatz an Nathaniel Brown verloren, wodurch das Interesse anderer Vereine inzwischen etwas abgeflacht sein dürfte. RB strebt weiterhin eine Vertragsverlängerung an.

Mittelfeld: Hohe Qualität mit kleinen Fragezeichen


Defensives Mittelfeld: Nicolas Seiwald (25)
Der Österreicher ist auf der Sechs der absolute Fixpunkt. Ex-Trainer Werner lobte ihn bereits im Februar für „absolute Top-Werte in der Liga“, seine Griffigkeit in den Zweikämpfen und seine Fähigkeit, Räume zuzulaufen. Ein Abgang des Sechsers ist aktuell kein Thema.

Zentrales Mittelfeld: Assan Ouédraogo (20) | Alternative: Rocco Reitz (24)
Das Juwel Ouédraogo besitzt eine enorme Qualität und ist, wenn er fit ist, für die Startelf gesetzt. Das Problem: Seine Fitness war in der Vergangenheit oft seine Achillesferse. Genau deshalb haben die Leipziger mit Reitz einen starken Neuzugang aus Gladbach verpflichtet, der parat steht, sollte Ouédraogos Verletzungsanfälligkeit wieder zum Thema werden.

Zentrales Mittelfeld: Christoph Baumgartner (26) | Alternative: Conrad Harder (21)
Baumgartner blickt auf seine bisher beste Bundesliga-Saison zurück. Bitter für ihn: Wegen einer Oberschenkelverletzung verpasst er die Chance, sich bei der WM für Österreich zu präsentieren – sogar einer Operation musste er sich unterziehen, weshalb auch der Saisonstart in Gefahr ist. Nichtsdestotrotz wird er im linken Halbraum absolut gesetzt sein. Es bleibt jedoch genau zu beobachten, inwieweit er an seine starken Leistungen aus der abgelaufenen Saison nach der Verletzung und dem Trainerwechsel zu Demichelis anknüpfen kann.

Update: Harder listen wir an dieser Stelle bewusst als Alternative, da Demichelis je nach Gegner auch mit einer Doppelspitze agieren könnte. Rückt der Däne neben einen Mittelstürmer in die Anfangsformation, würde dafür einer der beiden Achter – Baumgartner oder Ouédraogo – aus der Startelf rotieren.

Angriff: Verlässt Diomande Leipzig?


Rechtsaußen: Brajan Gruda (22) | Alternative: Yan Diomande (19)
Im vergangenen Sommer für 20 Millionen Euro vom CD Leganés gekommen, schlug Diomande ein wie eine Bombe und wurde zum Shootingstar. Nun ranken sich Wechselgerüchte jenseits der 100-Millionen-Marke um den 19-Jährigen, der sich Medienberichten zufolge mit Paris Saint-Germain bereits einig sein soll. Wir rechnen deshalb inzwischen klar mit einem Wechsel. Bleibt er doch noch ein Jahr, wäre das ein riesiges Signal von RB, den nächsten Schritt machen zu wollen, denn Diomande ist essenziell für das System.

Update: Mit Brajan Gruda steht der Nachfolger inzwischen bereits fest. Der Offensivspieler wird auch in der Saison 2026/27 für RB Leipzig auflaufen. Laut einem Bericht des kicker enthält seine Leihe eine Kaufpflicht, die an eine leicht zu erreichende Anzahl an Einsätzen über beide Saisonhälften geknüpft ist. Das Gesamtpaket des Deals soll sich auf rund 30 Millionen Euro belaufen. Sollte Diomande den Verein verlassen, besitzt Gruda die besten Chancen auf einen Stammplatz auf dem rechten Flügel. Dahinter verfügt RB mit Johan Bakayoko weiterhin über eine zusätzliche Option für die Außenbahn, die im vergangenen Sommer für 18 Millionen Euro verpflichtet wurde.

Linksaußen: Antonio Nusa (21)
Kam 2024 für 21 Millionen Euro und hat eine gute Saison hinter sich. Zwar liest sich der reine Ertrag mit vier Toren und vier Vorlagen in 31 Spielen noch ausbaufähig, doch Werner schätzte den Norweger extrem. Nusa ist als Ballschlepper auf einem Niveau mit Diomande. Wenn er an seiner Effizienz arbeitet, steckt hier Weltklasse-Potenzial drin. Er ist gesetzt – es sei denn, die WM lockt noch ganz finanzstarke Interessenten an. Berichtet wird aktuell von mehreren Interessenten aus England, Spanien und Italien.

Stürmer: Neuzugang | Alternative: Rômulo (24)
Update: Im Sturmzentrum erwarten wir inzwischen einen externen Neuzugang. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge verdichten sich die Hinweise auf einen Wechsel von Fisnik Asllani nach Leipzig immer weiter. Laut BILD steht der Transfer des 23-Jährigen inzwischen sogar unmittelbar bevor. Deshalb sehen wir einen Neuzugang aktuell vor Rômulo in der Top-Elf. Der Brasilianer bleibt dennoch eine starke Alternative. In der vergangenen Bundesligasaison kam er auf neun Tore und sechs Vorlagen, ließ mit 22 vergebenen Großchancen allerdings auch ligaweit die meisten Chancen liegen und blieb deutlich unter seinem xG-Wert. Seine enorme Laufarbeit und sein Gespür für Räume machen ihn für das Leipziger Spiel trotzdem wertvoll.

Fazit


Das Fazit für die kommende Spielzeit fällt bei den Roten Bullen unterm Strich sehr positiv aus: Bleiben die Schlüsselspieler verletzungsfrei, steht am Cottaweg bereits ein extrem starkes und wettbewerbsfähiges Fundament.

In der Defensive passt das Gerüst weitgehend zusammen. Mit Estève wurde der erwartete Nachfolger für einen möglichen Lukeba-Abgang bereits verpflichtet, sodass RB auf dieses Szenario bestens vorbereitet ist. Bleibt Lukeba wider Erwarten doch in Leipzig, verfügt Demichelis sogar über zwei Innenverteidiger mit Startelfformat auf der linken Seite. Dahinter ist für gesunden Konkurrenzdruck gesorgt, da Orbán im Abwehrzentrum zusätzlich von Koné herausgefordert wird. Das Mittelfeld präsentiert sich ebenfalls bestens aufgestellt und hat durch die Verpflichtung von Reitz im Vergleich zum Vorjahr sogar noch einmal deutlich an Qualität gewonnen.

Richtig spannend bleibt das Transferfenster vor allem in der Offensive, wo vieles an der Personalie Diomande hängt. Sollte der frischgebackene „Rookie der Saison“ den Verein tatsächlich verlassen, wäre Gruda bereits als Nachfolger eingeplant. Parallel deutet immer mehr auf einen Neuzugang im Sturmzentrum hin. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge verdichten sich die Anzeichen für einen Wechsel von Fisnik Asllani nach Leipzig. Rômulo würde dadurch in einen offenen Konkurrenzkampf gehen und könnte sich seinen Platz neu erarbeiten müssen. Conrad Harder wiederum eröffnet Demichelis zusätzliche taktische Möglichkeiten, falls RB häufiger mit einer Doppelspitze agieren sollte.

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