SV 07 Elversberg
1. Bundesliga
Top-Elf-Prog­no­se: SV 07 Elversberg im Check

Kristian Dordevic

Während hinter den Kulissen die Kaderplanungen für die neue Spielzeit auf Hochtouren laufen, halten wir euch auf LigaInsider wie gewohnt mit unseren prognostizierten Top-Elf-Aufstellungen der Bundesligisten auf dem Laufenden.

Das Prinzip unserer Prognosen bleibt dabei unverändert: Wir zeigen euch die aus unserer Sicht beste Formation eines Klubs – grundsätzlich unabhängig von körperlichen Blessuren. Nur wenn ein verletzter Spieler voraussichtlich mehr als die komplette Hinrunde verpasst, könnte es gut sein, dass wir ihn für die Top-Elf nicht berücksichtigen.

Da sich auf dem Transfermarkt kontinuierlich etwas tut, versteht sich von selbst, dass es sich hierbei um dynamische Prognosen handelt. Sobald es wichtige Kaderänderungen gibt, werden die Aufstellungen und die dazugehörigen Artikel fortlaufend aktualisiert.

Elversberg vor erster Bundesliga-Saison


In diesem Check richten wir den Fokus auf die SV 07 Elversberg. Die Saarländer stehen vor ihrer ersten Bundesliga-Saison überhaupt. Trotz der neuen Ligaumgebung mit ungleich anspruchsvolleren Aufgaben ist anzunehmen, dass Elversberg seiner Identität auch auf dem Platz treu bleibt. Trainer Vincent Wagner setzt auf ein 4-2-3-1-System und einen Fußballstil, der über Ballbesitz mit mutigen, spielerischen Lösungen funktioniert. Die Herausforderung wird nun darin bestehen, diesen Ansatz auch gegen Gegner auf Erstliga-Niveau erfolgreich umzusetzen. Ob das gelingt?

Torwart: Der Rückhalt passt perfekt zur Spielidee


Top-Elf: Nicolas Kristof (26)
Im Tor gibt es keinerlei Diskussionen. Kristof gehörte bereits in der Aufstiegssaison zu den stärksten Torhütern der Liga und hatte Anteil daran, dass Elversberg mit nur 39 Gegentoren die zweitbeste Defensive der 2. Bundesliga stellte. Wertvoll ist dabei nicht allein seine Arbeit bei den Kernaufgaben eines Torhüters. Kristof passt auch hervorragend zur grundsätzlichen Spielidee der Saarländer. Er ist passsicher, agiert mutig im Aufbau und kann als zusätzlicher Ballverteiler eingebunden werden. Genau diese Qualitäten dürften auch in der Bundesliga gefragt sein.

Abwehr: Baustellen auf den Außenbahnen


Rechter Außenverteidiger: Jan Gyamerah (30) | Alternative: Neuzugang
Gyamerah war in der vergangenen Saison auf der rechten defensiven Außenbahn mit 25 Startelfeinsätzen der Mann, der die meiste Spielzeit auf dieser Position verbuchen konnte. Er geht daher erst einmal als Nummer eins in die neue Spielzeit. Felix Keidel (22), der phasenweise eine gute Rolle spielte, zum Saisonende hin aber wieder ins Hintertreffen geriet, bleibt hier weiterhin in der Herausforderer-Rolle.

Grundsätzlich können wir uns allerdings gut vorstellen, dass die Elversberger auf dieser Position qualitativ noch einmal nachlegen wollen – weshalb wir einen potenziellen Neuzugang als echte Alternative im Blick behalten.

Rechter Innenverteidiger: Lukas Pinckert (26)
Pinckert ist der Kapitän und Abwehrchef der Mannschaft. In der Aufstiegssaison absolvierte er 29 Ligaspiele, davon 28 über die komplette Distanz. Eine Verletzung und eine Sperre verhinderten zwischenzeitlich einige Einsätze. Neben seiner Präsenz in den Zweikämpfen bringt Pinckert auch mit Ball wichtige Qualitäten mit. Seine progressive Spieleröffnung und auch sein guter Wert bei Pässen ins letzte Drittel machen ihn zu einem zentralen Baustein des Elversberger Aufbauspiels.

Linker Innenverteidiger: Maximilian Rohr (30)
Rohr hat sich im Laufe der vergangenen Saison dauerhaft festgespielt. Zwar erhielt Florian Le Joncour zwischenzeitlich den Vorzug, doch insbesondere im Spiel mit Ball besitzt Rohr klare Vorteile. Genau darin liegt allerdings auch eine gewisse Unsicherheit. Rohr profitiert von einer Mannschaft, die viele Ballbesitzphasen hat. Für Aufsteiger wird es in der Bundesliga grundsätzlich schwieriger, diesen Ansatz durchzuziehen. Dennoch erwarten wir nicht, dass Elversberg seine Spielidee über Bord wirft. Der Klub wird den mutigen Weg weitergehen – und damit bleibt auch Rohr ein wichtiger Bestandteil der ersten Elf.

Linker Außenverteidiger: Lasse Günther (23) | Alternative: Neuzugang
Ähnlich wie auf der rechten Seite bleibt auch links Bewegung möglich. Günther besitzt allerdings einige Argumente auf seiner Seite. Sein Tempo und seine Tiefenläufe sorgen regelmäßig für Gefahr, zudem sammelte er unter den vorhandenen Außenverteidigern die konstantesten Einsatzzeiten. Ihn bereits als unumstrittene Lösung zu betrachten, wäre dennoch verfrüht. Deshalb erwarten wir, dass Elversberg die Position weiterhin im Blick behält und sich die Verantwortlichen gegebenenfalls noch einmal auf dem Transfermarkt bedienen.

Mittelfeld: Nachbesserungen im Zentrum nötig


Defensives Mittelfeld: Neuzugang | Alternative: Amara Condé (29)
Im zentralen Mittelfeld besteht Handlungsbedarf. Während zumindest der Verbleib von Łukasz Poręba (26) inzwischen geklärt ist, ist die zweite Sechserposition mit einem Fragezeichen versehen. Weder Condé noch Frederick Schmahl (23) stellten bislang nachhaltig unter Beweis, dass sie auf Bundesliga-Niveau die optimale Lösung darstellen könnten. Deshalb erwarten wir hier einen Neuzugang. Condé stand vergangene Saison aber immerhin 25-mal in der Startelf, weshalb wir derzeit noch mit ihm als Top-Elf-Alternative planen.

Defensives Mittelfeld: Łukasz Poręba (26)
Die feste Verpflichtung des Polen war für Elversberg ein wichtiger Schritt. Nach seiner Leihe vom Hamburger SV spielte sich Poręba schnell fest und gehörte anschließend praktisch dauerhaft zur Stammformation. Ein Tor und drei Vorlagen trug er zum Aufstieg bei. Vor allem aber überzeugte er durch seine Präsenz im Zentrum und seine Zuverlässigkeit gegen den Ball. Für die kommende Saison ist er fest eingeplant.

Offensives Mittelfeld: Francis Onyeka (19)
Die Zehnerposition wird neu besetzt. In der vergangenen Saison teilten sich Bambasé Conté (22) und später Immanuel Pherai (25) die Rolle, beide waren jedoch lediglich ausgeliehen. Pherai konnte seine Chance außerdem nur phasenweise nutzen, weshalb Elversberg bei einer festen Verpflichtung zögert. Conté wäre als möglicher Rückkehr-Kandidat in Betracht gekommen, inzwischen gibt es jedoch eine andere Entwicklung.

Der Leverkusener Onyeka, letzte Saison wichtiger Akteur bei Leihklub VfL Bochum gewesen, wird für eine Saison ausgeliehen. Medienberichten zufolge steht der Transfer bereits fest. Nach einer Spielzeit als Stammspieler in Liga zwei soll er nun den nächsten Schritt beim Aufsteiger gehen – und ist dabei anscheinend fest im zentralen Mittelfeld eingeplant. Wir sehen den offensiv veranlagten 19-Jährigen vorerst auf der Zehn.

Mit Noah Darvich (19) soll ein weiteres Talent mit hohem Potenzial auf dem Sprung sein. Den Stuttgarter sehen wir im offensiven Mittelfeld allerdings vorerst in der zweiten Reihe.

Angriff: Die kleinsten Baustellen im Kader


Rechter Flügel: Lukas Petkov (25)
Die Flügelspieler gehörten zu den großen Gewinnern der Aufstiegssaison. Petkov sammelte regelmäßig Scorerpunkte und bringt zudem ein ordentliches Tempo mit, das auch eine Liga höher gefragt sein wird. Von allen Offensivspielern gehört er zu denjenigen, denen wir den Sprung in die Bundesliga ohne größere Anpassungsprobleme zutrauen.

Linker Flügel: Tom Zimmerschied (27)
Auf der linken Seite gilt Ähnliches. Während Petkov häufiger als Vollstrecker in Erscheinung trat, übernahm Zimmerschied oft die Rolle des Vorbereiters und Kreativspielers. Für Tiefenläufe sind beide zu haben. Die Harmonie zwischen beiden Flügelspielern war hervorragend und ein wichtiger Baustein des Elversberger Offensivspiels. Deshalb zählen die Außenbahnen trotz des Aufstiegs eher zu den kleineren Baustellen im Kader.

Mit Maurice Krattenmacher hat der Klub zudem eine junge, entwicklungsfähige Lösung für die Flügelpositionen nachgelegt. Aufgrund der eingespielten Konkurrenz sehen wir den 20-Jährigen aber vorerst in der Herausforderer-Rolle. Auch bei seinem letzten Klub Hertha BSC (Leihe von den Bayern) konnte sich der Youngster noch nicht in die Stammelf spielen.

Stürmer: David Mokwa (22) | Alternative: Neuzugang
Die größte Unsicherheit innerhalb der Offensive betrifft das Sturmzentrum. Mokwa benötigte zwar Anlaufzeit, kam aber immerhin mit sechs Toren aus der Saison. Trotzdem ist es schwer vorstellbar, dass Elversberg ausschließlich mit dem jungen Angreifer als potenzieller Stammkraft in die Bundesliga geht. Alternative Schnellbacher erhielt bereits in der Aufstiegssaison meist nur noch Kurzeinsätze, weshalb ein weiterer Stürmer nahezu zwingend erscheint.

Mokwa hat sich durch seine Entwicklung einen Platz in unserer Top-Elf verdient. Gleichzeitig erwarten wir, dass ein Neuzugang den Konkurrenzkampf im Zentrum deutlich verschärfen wird.

Fazit


Die SV 07 Elversberg steht vor der größten Herausforderung ihrer Vereinsgeschichte. Der erstmalige Bundesliga-Aufstieg ist die Belohnung für die auf Kontinuität setzende Klubphilosophie und einen mutigen Fußballstil, der die Saarländer in den vergangenen Jahren ausgezeichnet hat.

Die Verantwortlichen scheinen nicht vorzuhaben, diesen Weg grundlegend zu verändern. Statt auf einen kompletten Strategiewechsel deutet vieles darauf hin, dass Trainer Wagner den Weg sozusagen mit Ball fortsetzt. Genau das macht Elversberg zu einem der spannendsten Aufsteiger der vergangenen Jahre.

Allerdings gibt es noch einige offene Baustellen. Auf beiden Außenverteidigerpositionen sowie im defensiven Mittelfeld wird der Verein möglicherweise nachlegen müssen. Und auch das Sturmzentrum bleibt ein Bereich, in dem zusätzliche Qualität zu empfehlen wäre.

Das Grundgerüst wirkt dennoch stabil. Mit Kristof, Pinckert, Rohr, Poręba sowie dem eingespielten Flügelduo Petkov und Zimmerschied verfügt Elversberg bereits über mehrere Leistungsträger, die sich ihren Platz auch in der Bundesliga verdienen könnten. Entscheidend wird sein, wie schnell die erwarteten Neuzugänge einschlagen und ob es gelingt, die eigene Identität auch gegen deutlich stärkere Gegner beizubehalten.

Wir freuen uns über eure Unterstützung


Ein wichtiger Punkt zum Schluss: Unsere Top-Elf-Prognosen verstehen wir bei LigaInsider nicht als starre Wahrheiten, sondern als Grundlage für den gemeinsamen Austausch mit euch. Eure Meinungen, Argumente und Einschätzungen fließen regelmäßig in unsere Bewertungen ein und helfen dabei, die Entwicklungen rund um die Bundesliga-Klubs noch besser einzuordnen.

Daher seid jetzt auch ihr gefragt: Traut ihr Elversberg zu, seinem mutigen Spielstil auch in der Bundesliga treu zu bleiben? Auf welchen Positionen seht ihr den größten Handlungsbedarf und welche Spieler könnten euch in der ersten Bundesliga-Saison der Vereinsgeschichte überraschen? Diskutiert mit uns in den Kommentaren!

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