Emir Spahic | 1. Bundesliga

Als Anführer eingeplant

17.07.2015 - 11:04 Uhr Gemeldet von: Kristian Dordevic | Autor: Kristian Dordevic

Vom Leistungsträger zur Persona non grata und wieder zur Führungsfigur – so in etwa könnte ein Resümee über Emir Spahics Werdegang in den vergangenen Monaten lauten. Auf knapp zwei Jahre als unangefochtener Stammspieler von Bayer Leverkusen folgte vor drei Monaten das plötzliche Aus beim Werksklub: Nach einer körperlichen Auseinandersetzung mit den vereinseigenen Ordnern wurde der eigentlich noch bis 2016 datierte Vertrag des Bosniers mit sofortiger Wirkung aufgelöst. Obendrein verhängte der DFB eine dreimonatige Sperre. Im Angesicht der Vorfälle schien die Bundesliga-Karriere des 34-jährigen Routiniers beendet.

Doch der Hamburger SV eröffnete dem Innenverteidiger eine Chance zur Bewährung und stattete ihn vor knapp zwei Wochen mit einem Einjahresvertrag aus. Aufgrund des jüngsten Eklats ein äußerst umstrittener Transfer, aber in sportlicher Hinsicht zweifelsohne ein guter Fang für die Hanseaten. HSV-Trainer Bruno Labbadia begründete die Verpflichtung Spahics damit, dass er von dessen Willigkeit zur Abbitte überzeugt war. "Ganz ehrlich: Ich hatte zunächst auch große Bedenken", erklärte der gebürtige Darmstädter gegenüber der "dpa", aber: "Seine Reue wirkte nicht gespielt."

Jetzt, da die Entscheidung pro Spahic ausgefallen ist, setzt Labbadia aber zu hundert Prozent auf seinen Neuzugang. "Er wird ein entscheidender Teil unserer Achse", ließ der Coach seine Pläne durchblicken, was anders ausgedrückt bedeutet, dass der 81-fache bosnische Nationalspieler gesetzt ist. Auf dem Platz bringt Spahic jedenfalls die notwendige Qualität mit, um eine wesentliche Rolle zu spielen, wie Labbadia ausführt: "Er ist einfach erfahren, […] extrem eng und aggressiv am Mann, ist ein Organisator und noch dazu gut am Ball."

Spahic als Abwehrchef

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Da Heiko Westermann und Slobodan Rajkovic keine neuen Verträge erhalten haben und mit Jonathan Tah (Wechsel nach Leverkusen) eine weitere Alternative in der Innenverteidigung weggefallen ist, läuft es im Kampf um den Platz neben Spahic auf ein Duell zwischen Johan Djourou und Cléber Reis hinaus. Obwohl der Schweizer in der abgelaufenen Saison durchgehend – also auch nach Dienstantritt von Labbadia – einen Stammplatz in der Abwehrzentrale (32 Startelfeinsätze in der Liga) innehatte, scheint nach aktuellen Eindrücken Cléber die Nase vorn zu haben.

Quelle: derwesten.de

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