VfB Stuttgart | 1. Bundesliga

Assignon oder Vagnoman – oder keiner von beiden?

17.04.2026 - 19:55 Uhr Gemeldet von: Robin Meise | Autor: Robin Meise

Beim VfB Stuttgart spitzt sich vor dem Topspiel gegen den FC Bayern München (Sonntag, 17:30 Uhr) die Situation auf der rechten Abwehrseite zu. Lorenz Assignon spielte sich zuletzt wieder in den Vordergrund, während Josha Vagnoman nach zwischenzeitlichen Rückschlägen aktuell um seinen Platz kämpft. Im Hinblick auf den kommenden Spieltag ist obendrein nicht mal gesagt, dass überhaupt einer von beiden spielt.

Cheftrainer Sebastian Hoeneß ordnete die Lage auf der Pressekonferenz am Freitag differenziert ein. Vagnoman habe zuvor „viel gespielt“, sei dann jedoch durch eine kleinere Verletzung und die Nationalmannschaftsphase aus dem Rhythmus geraten. „Ich konnte ihn auch nicht viel im Training sehen“, erklärte Hoeneß.

Assignon nutzte diese Phase: Der Franzose überzeugte unter anderem gegen den FC Augsburg und spielte sich mit guten Leistungen zurück in den Fokus. „Das sind Verläufe, die es immer wieder gibt“, so Hoeneß.

Offenes Rennen auf rechts


Trotz der aktuellen Tendenz ist die Hierarchie keineswegs festgelegt. Hoeneß betonte ausdrücklich, genau zu wissen, „was wir an Josha haben“. Auch eine freudige private Situation habe zuletzt eine Rolle gespielt.

„Jetzt ist das Rennen voll im Gange und wir können beide mit ihren Qualitäten sehr gut gebrauchen“, stellte der Coach klar. Die Entscheidung für die Startelf hängt auch vom Matchplan gegen die Bayern ab – zumal eine mögliche Dreierkette die Rolle der klassischen Außenverteidiger verändern könnte.

Hoeneß wurde im Mediengespräch lediglich auf das Duell dieser zwei Rechtsverteidiger angesprochen. Insgeheim hat er womöglich aber andere Vorstellungen für den nächsten Gegner, will diesem vielleicht mit drei Innenverteidigern begegnen.

Vagnoman oder Assignon wären gewiss auch Optionen für die Schiene, die Entscheidung über das Startelfpersonal würde sich allerdings noch mal verschärfen. Jamie Leweling, der die rechte Schienenposition einnehmen kann, ist ein Leistungsträger und schwer aus der Anfangsformation wegzudenken. Er kann offensiver eingesetzt werden, was wiederum zulasten eines anderen Spielers gehen würde, der seinerseits durch einen gewichtigen Ausfall in der Offensive gebraucht werden könnte.

Personell kaum Sorgen – Undav fehlt


Gemeint ist Deniz Undav, der wegen einer Gelb-Sperre fehlt. Abgesehen von ihm kann Hoeneß jedoch aus dem Vollen schöpfen. „Außer der Sperre von Undav gibt es nichts zu vermelden“, bestätigte der Pressesprecher des Klubs zum Start in das Pressegespräch.

Wie der Ausfall des Angreifers kompensiert wird, ließ Hoeneß bewusst offen. Neben einer klassischen Lösung mit Ermedin Demirović könnte auch eine variablere, auf Tempo ausgelegte Offensive ohne klaren Mittelstürmer zur Option werden. „Wir haben zum Glück alle an Bord und können in unterschiedliche Richtungen denken“, erklärte der Trainer, der noch im Abwägungsprozess ist und „keinen Einblick“ in eine mögliche Startelf geben wollte.

Klare Idee trotz Bayern-Herausforderung


Grundsätzlich will Stuttgart seiner Linie aber treu bleiben – auch gegen den Rekordmeister. „Wir werden keine komplett veränderte VfB-Mannschaft sehen“, betonte Hoeneß. Statt eines radikalen Umbruchs gehe es vielmehr um „Nuancen“ und gezielte Anpassungen in bestimmten Spielphasen.

Die Herangehensweise ist klar: Stuttgart will auch gegen die Bayern aus einer stabilen Grundordnung heraus agieren und sich nicht vom eigenen Stil entfernen. Details zur konkreten Ausrichtung ließ Hoeneß jedoch offen, auch mit Blick auf die abschließende Trainingseinheit. „Grundsätzlich geht es darum, auch gegen Bayern – und das haben wir zum Beispiel auch schon gegen Real Madrid (in der Vorsaison, Anm. d. Red.) gemacht – so zu spielen, wie wir uns am stärksten fühlen.“

Fazit


Vor dem Duell mit den Bayern sind beim VfB viele Fragen offen – auch auf der rechten Abwehrseite. Im Duell der klassischen Rechtsverteidiger hat sich Assignon Vorteile erarbeitet, doch Vagnoman bleibt ein ernsthafter Konkurrent. Beide sind aber auch Anwärter, im Rahmen einer Überraschungslösung gegen den Rekordmeister auf der Bank zu landen.

Quelle: Pressekonferenz