Bei Borussia Dortmund geht es dieser Tage darum, den "Turnaround" zu schaffen, wie es Sportdirektor Michael Zorc formulierte. Diesen will an gemeinsam mit dem in die Kritik geratenen Cheftrainer Peter Bosz schaffen.
Schritt eins ist die Sicherstellung von Platz drei in der Champions League und damit der Verbleib im internationalen Geschäft (Europa League). Der Bundesligist lieferte sich am Mittwochabend quasi ein Fernduell mit dem gleichauf liegenden Konkurrenten APOEL Nikosia, der nur aufgrund des schlechteren Torverhältnisses auf dem letzten Platz rangierte.
Beim heutigen Gegner der Borussen handelte es sich derweil um ein ganz anderes Kaliber: Im Estadio Santiago Bernabéu bekamen es die Westfalen mit Real Madrid zu tun.
Im Vergleich zur Bundesligapartie musste Bosz zwangsläufig umstellen, da sowohl Gonzalo Castro als auch Maximilian Philipp schwerere Verletzungen davontrugen. Daneben rotierten auch Julian Weigl und Andriy Yarmolenko heraus. An ihrer Stelle starteten Marc Bartra, Mahmoud Dahoud, Shinji Kagawa und Pierre-Emerick Aubameyang.
Aufseiten der Madrilenen, die im Vorhinein schon als Gruppenzweiter feststanden, fehlte der ein oder andere Star, unter anderem Kroos, Modric und Benzema. Ein Wiedersehen gab es mit dem einst nach Wolfsburg ausgeliehenen Borja Mayoral, er spielte von Beginn an.
Die Aufstellung des BVB
Die Hausherren hatten Lust, Fußball zu spielen. Was sich zügig in Form von Toren niederschlug. Erstmals in der achten Minute, als Ronaldo von links nach innen ziehend mit viel Platz in die Eins-gegen-eins-Situation kam und die Kugel flach in den Sechzehner spielte zu Isco, der eher unfreiwillig weiterleitete zu Mayoral. Der Ex-Wolfsburger überwand Bürki anschließend mit einem Lupfer.
Wenig später hatte Ronaldo wieder Platz und traf von der linken Strafraumkante per scharfem Schlenzer ins lange Eck zur 2:0-Führung. Für den BVB-Keeper nichts zu machen.
Dortmund lief viel hinterher und hatte erst nach 25 Minuten eine bessere Phase, inklusive Torannäherungen. Eine erste richtig gute Möglichkeit hatte Kagawa (27.), ehe auch Aubameyang eine Chance liegen ließ (35.) und später doch zum Anschluss traf.
Die klasse Vorarbeit kam von Schmelzer, der eine präzise Flanke vors Gehäuse schlug. Der Gabuner nickte sodann ein (42.).
Es ging sogar mehr. Die Bosz-Elf kam gut aus der Kabine und stellte die Partie in Durchgang zwei wieder auf null. Erneut war es Aubameyang (48.), der aus guter Position in der Box erst zu zögerlich agierte, den von Navas parierten Ball sodann aber lässig über den Keeper zum 2:2 hinweglöffelte.
Fahrlässigkeit legte wenig später wiederum Dahoud mit einem Ballverlust in der eigenen Hälfte an den Tag. Ronaldo (52.) versäumte es nach Zuspiel von Isco, sich frei vor Bürki als Nutznießer zu erweisen. Ungeachtet dieser Großchance waren die Gäste aus Deutschland aber gut in der Partie, die nun offener war.
Einmal zappelte der Ball dann allerdings doch noch im BVB-Netz, genau genommen zweimal. Zunächst in der 79. Minute, doch das Tor von Ronaldo wurde wegen Abseitsposition zu Recht nicht anerkannt. Danach zählte es jedoch: Vazquez' (81.) verunglückter Schuss entwickelte derart Drall, dass Schlussmann Bürki die Finger nicht mehr drankriegte. 2:3 aus Sich der Schwarz-Gelben.
Kagawa hätte noch einmal ausgleichen können, kam aus 15 Metern zentraler Position frei zum Abschluss (88.). Übers Gehäuse.
Borussia Dortmund beendet die Gruppenphase der diesjährigen Champions League mit zwei Punkten, rutscht dank der Nikosia-Pleite im Parallelspiel gegen Tottenham gleichwohl als Drittplatzierter in die Europa League.








