Hamburger SV | 1. Bundesliga

Rem­berg-Ersatz: Polzin wägt seine Optionen ab

15.10.2026 - 21:09 Uhr Gemeldet von: Kristian Dordevic | Autor: Kristian Dordevic

Der Hamburger SV steht nach dem Kreuzbandriss von Nicolai Remberg vor einer schwierigen Aufgabe. Der Stammspieler im defensiven Mittelfeld fällt langfristig aus und hinterlässt eine Lücke, für die Trainer Merlin Polzin vor dem Heimspiel gegen den VfB Stuttgart (Samstag, 15:30 Uhr) noch nach der passenden Lösung sucht. Kofi Amoako könnte nach langer Anlaufzeit eine wichtige Rolle spielen, ist aber nicht die einzige Variante zur Kompensation.
 
„Wir können Rambo nicht eins zu eins ersetzen. Wir werden es anders auffangen und entwickeln“, erklärte Polzin am Donnerstag. Der 21-jährige Amoako gehöre jedenfalls zu den Kandidaten, die für die Position infrage kommen. Eine Entscheidung über die Startelf-Besetzung will der Coach aber erst nach dem Abschlusstraining treffen.
 

Amoako bringt passendes Sechserprofil mit


 Für Amoako spricht insbesondere seine Spielweise. „Er hat eine hohe Positionstreue, was in dieser zentralen Sechserposition für ihn spricht“, erläuterte Polzin. Der Youngster könne als Anker fungieren und die Mannschaftsteile miteinander verbinden. Auch beim Testspielsieg gegen Kopenhagen sowie nach seiner Einwechslung gegen Hoffenheim habe er positive Eindrücke hinterlassen.
 
„Vielleicht ist das Momentum ein bisschen auf seiner Seite“, meinte der HSV-Coach. Allerdings gebe es auch Gründe für die bislang geringen Einsatzzeiten. Der Auftritt gegen Hoffenheim war zugleich die Saisonpremiere. In einigen Bereichen sei er mit Amoako noch nicht zufrieden. Dessen Bereitschaft, daran zu arbeiten, stimme ihn aber positiv: „Manchmal ist es so, dass du an den Herausforderungen wächst und vielleicht ist das bei ihm am Samstag schon der Fall.“
 

Capaldo hinten offenbar wertvoller


Eine weitere Möglichkeit wäre Nicolás Capaldo, der die Sechserposition aus der Vergangenheit kennt. Allerdings hob Polzin dessen Bedeutung für die Dreierkette hervor. Gerade seine Dynamik und die starken Leistungen in der Abwehr, die ihn bis in die argentinische Nationalmannschaft gebracht hätten, wären Argumente für einen Verbleib in der Defensive.
 
Auch Albert Sambi Lokonga (aktuell leicht angeschlagen), Rembergs kongenialer Partner und nach dessen Auswechslung gegen Hoffenheim in der defensiveren Rolle, und Bilal Nadir gehören prinzipiell zum Kreis der Alternativen. Selbst eine Systemumstellung schließt Polzin nicht aus.
 
Miro Muheim hingegen dürfte für die unmittelbare Nachfolge auf der Sechs keine Rolle spielen. Der Schweizer überzeugte gegen Hoffenheim zwar in einer offensiveren Mittelfeldrolle, bringt laut Polzin aber weniger Erfahrung mit den Anforderungen an einen defensiven Sechser mit. Wenn überhaupt, wäre er also in einer anderen Konstellation und auf anderer Position gefragt.
 
Es deutet sich durchaus an, dass Amoako seine Chance erhalten könnte. Bis zur endgültigen Aufstellungsbekanntgabe dürfte die Entscheidung aber ein Geheimnis bleiben.

Quelle: Pressekonferenz