Movember: Warum wir bei LigaInsider den Fokus auf Männergesundheit legen
Der November gehört bei uns normalerweise Spieltagen, Prognosen und Aufstellungen mit sehr vollem Programm. Aber: In diesem Monat geht es um etwas, das wichtiger ist als jedes Ergebnis: die Gesundheit. Wir richten den Blick dabei besonders auf die Männergesundheit und auf gesundheitliche Probleme, die ausschließlich Männer betreffen oder bei denen Männer besondere Aufmerksamkeit brauchen.
Warum wir das tun
Über 80 Prozent unserer User sind männlich, unter den Fantasy-Managern womöglich sogar über 90 Prozent. Diese Reichweite bringt eine Verantwortung mit sich, die wir ernst nehmen. Die Zahlen zeigen, warum das Thema Aufmerksamkeit verdient:
Hodenkrebs ist der häufigste bösartige Tumor bei Männern zwischen 25 und 45 Jahren. 2023 erkrankten in Deutschland rund 3.900 Männer, das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 39 Jahren. Die Prognose ist gut: Die relative 5-Jahres-Überlebensrate beträgt 97 Prozent, und knapp 90 Prozent der Tumoren werden im Stadium I/II entdeckt. Genau deshalb kommt es auf die frühe Diagnose an.
Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern insgesamt. 2023 gab es rund 79.600 Neuerkrankungen und rund 15.200 Todesfälle. Weltweit werden laut Movember jedes Jahr mehr als 1,4 Millionen Männer mit Prostatakrebs diagnostiziert.
Psychische Gesundheit: Laut Deutscher Depressionshilfe erkranken jedes Jahr rund 8,2 Prozent der Erwachsenen in Deutschland an einer Depression, das sind etwa 5,3 Millionen Menschen. Frauen erhalten die Diagnose doppelt so häufig wie Männer. Dabei zeigen Männer einigen Studien zufolge häufiger untypische Symptome wie gereiztes oder aggressives Verhalten und greifen öfter zu Alkohol, Zigaretten und anderen Drogen. Professionelle Hilfe nehmen insgesamt nur wenige in Anspruch: Laut RKI-Daten von 2014/15 suchten 8,1 Prozent der Männer (Frauen: 11,3 Prozent) innerhalb eines Jahres psychotherapeutische oder psychiatrische Hilfe. Selbst unter Menschen mit depressiver Symptomatik waren es nur 31 Prozent der Männer (Frauen: 35 Prozent). Rund zwei Drittel der Betroffenen haben also keine Hilfe aufgesucht. Besonders ernst wird es beim Suizid: 2025 nahmen sich in Deutschland 11.334 Menschen das Leben, davon waren 69,2 Prozent Männer.
Auch die Bundesliga kennt das Thema
Auch der Profifußball ist leider kein geschützter Raum. In unserer Datenbank, die seit 2010 sämtliche Ausfallzeiten in der Bundesliga erfasst, finden sich vier Fälle von Spielern mit bösartigen Hodentumoren. Hinter jedem davon steht ein Mensch, der nicht nur eine Spielpause, sondern eine Krebsdiagnose verarbeiten musste. Hodenkrebs betrifft auch junge, topfitte Leistungssportler, und die frühe Erkennung entscheidet.
Movember wurde vor über 20 Jahren als Idee gegründet: Ein paar Freunde ließen sich Schnurrbärte wachsen, um ein Gespräch über Männergesundheit anzustoßen. Heute hat die Bewegung nach eigenen Angaben mehr als 1,8 Milliarden australische Dollar in Projekte zu psychischer Gesundheit und Suizidprävention, Prostatakrebs und Hodenkrebs investiert.
Was du jetzt tun kannst
1. Tasten: Das RKI empfiehlt Jugendlichen und Männern ab dem Pubertätsalter regelmäßige Selbstuntersuchung. Verhärtungen, Knoten oder Größenveränderungen sind ein Grund, zeitnah zum Arzt zu gehen, auch wenn es nicht wehtut.
2. Vorsorge: Ab 45 Jahren gehören eine jährliche Untersuchung der Geschlechtsorgane und die Tastuntersuchung der Prostata zur gesetzlichen Früherkennung. Der PSA-Test ist bislang keine Kassenleistung. Bei familiärer Vorbelastung lohnt sich das Gespräch mit dem Arzt oder der Ärztin früher.
3. Zuhören und respektvoll miteinander umgehen: Begegne deinen Mitmenschen mit Empathie, Respekt und Freundlichkeit, ohne Vorurteile und ohne vorschnelle Urteile. Nimm dein Gegenüber ernst und hör zu. Das gilt im echten Leben genauso wie im Internet, wo ein unbedachter Kommentar schnell verletzen kann und ein freundliches Wort einen Unterschied machen kann. Du weißt oft nicht, was andere gerade durchmachen.
4. Hilfe holen: Wenn du selbst nicht mehr weiterweißt, such dir Unterstützung. Das ist keine Schwäche. Das ist das Mutigste, was du tun kannst.
Also Männer: Rasierapparat gezückt und alles bis auf den Schnörres eliminieren und damit auf eure und die Gesundheit aller Männer aufmerksam machen und die Erkenntnisse dieses Artikels weitergeben. Lasst uns alle gegenseitig ein bisschen was tun, um dieses sensible Thema mehr ins richtige Licht zu rücken und zu normalisieren, dass jeder urteilsfrei über die eigene Gesundheit sprechen kann, egal welche Erkrankungen jemanden betreffen.
Links und Anlaufstellen
• Movember, Infos zu Hodenkrebs: https://movember.com/testicular-cancer
• Movember, Infos zu Prostatakrebs: https://movember.com/prostate-cancer
• Movember, mentale Gesundheit: https://movember.com/mental-fitness
• Krebsinformationsdienst (DKFZ) zu Hodenkrebs: https://www.krebsinformationsdienst.de/hodenkrebs
• Krebsinformationsdienst (DKFZ) zu Prostatakrebs: https://www.krebsinformationsdienst.de/prostatakrebs
• Krebsinformationsdienst, kostenfreie Hotline: 0800 420 30 40
• RKI-Krebsdaten: https://www.krebsdaten.de
• Telefonseelsorge, rund um die Uhr und kostenfrei: 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123, https://www.telefonseelsorge.de
• Deutsche Depressionshilfe, Info-Telefon (kostenfrei): 0800 33 44 533, https://www.deutsche-depressionshilfe.de

