Robin Koch stand in allen Spielen in dieser Saison in der Startelf von Eintracht Frankfurt. Kein Wunder als Kapitän, aber die SGE hatte an den ersten Bundesliga-Spieltagen drastische Defensivprobleme und der 30-Jährige wurde beim Horror-Auftritt in Leipzig (0:6) zur Pause von Trainer Adi Hütter erlöst und ausgewechselt.
Nach dieser enttäuschenden Leistung war die Frage, ob Hütter seinen Kapitän eventuell erstmal aus der Anfangsformation rausnimmt. Dem war nicht so! Ganz im Gegenteil: Der Österreicher vertraut seinem Abwehrchef und hatte in den Trainingswochen viele Gespräche geführt. Mit Erfolg! Es folgte der 1:0-Heimsieg gegen den 1. FC Köln.
Hütter bereut seine Entscheidung, Koch den Rücken zu stärken, keinesfalls: „Ich habe in meiner Trainertätigkeit schon einige Fehler gemacht, aber aus Fehlern sollte man auch lernen. Ich würde es genau gleich machen. Warum? Weil ich im Endeffekt eine Wirkung erzielt habe. Robin hat eine Reaktion gezeigt. Seitdem ist die Stabilität da. Ich finde, gegen Köln und auch Dortmund hat er gute Spiele gemacht.“
Hütter zeigt viel Feingefühl
Bei der knappen Niederlage bei Borussia Dortmund (0:1) am vergangenen Wochenende, war eher die schwache Offensive der Hessen das Problem – weniger die Defensivreihe um Koch.„Hätte er gegen Köln nicht gut gespielt und einen Fehler dabei gehabt und jetzt wieder, dann wäre der Schuss natürlich nach hinten losgegangen. Das ist manchmal das Risiko, das man als Trainer gehen muss. Ich war in dem Moment total überzeugt, dass es das Richtige ist, ein Zeichen gesetzt zu haben“, so Eintrachts Coach.
Letztlich eine Entscheidung, die auch Hütters Empathie zeigt und eine die sich in diesem Fall auszahlt: „Ich habe Robin nicht fallenlassen. Ich habe sofort gesagt, dass er wieder spielt, dass er Kapitän ist und bleibt. Wir haben viele Gespräche unter der Woche geführt. Geschadet hat es ihm nicht. Deswegen ist es immer wichtig, zuerst den Menschen kennenzulernen, um zu wissen, ob du das machen kannst. So versuche ich es mit vielen Spielern.“
Koch hat dem Druck, als er im Fokus war, standgehalten und der SGE-Defensive im Verbund wieder Sicherheit gegeben. Die nächsten Aufgaben stehen im Pokal und in der Bundesliga gegen den Hamburger SV an. Duelle, in denen Eintrachts Anspruch ist, zu Null zu spielen. Sehr wahrscheinlich wird auch dann wieder Koch in der Startelf stehen. Bei ihm hat Hütter echte Größe bewiesen und nicht vorschnell gehandelt.

