Younes Ebnoutalib hat sich bei Eintracht Frankfurt zu einer festen Größe in der Offensive entwickelt und mit seinen Leistungen inzwischen auch den Sprung in die deutsche Nationalmannschaft geschafft. Selbst Cheftrainer Adi Hütter zeigt sich beeindruckt davon, wie schnell der 23-jährige Angreifer seit der Sommervorbereitung Fortschritte gemacht hat.
„Mich freut die Entwicklung, die er genommen hat“, erklärte Hütter auf der Pressekonferenz vor dem Bundesliga-Auswärtsspiel beim SC Paderborn (Samstag, 15:30 Uhr). Schon im Pokalspiel gegen Borussia Dortmund habe Ebnoutalib zu Saisonbeginn seine Abschlussqualitäten angedeutet, ehe ihn zwischenzeitlich Verletzungen zurückwarfen.
Im Sommer sei zwar bereits erkennbar gewesen, dass sich der Stürmer regelmäßig gute Möglichkeiten erarbeite, bei der Entscheidungsfindung habe es aber noch gehapert. Einen entscheidenden Schub gab ihm anschließend sein Dreierpack gegen Union Berlin. „Wenn du gleich mit drei Toren in die Liga startest, macht das natürlich etwas mit dir“, sagte Hütter.
Inzwischen hat Ebnoutalib seinen Trainer sogar ein Stück weit verblüfft: „Ich bin auch ein wenig überrascht, ganz ehrlich, wie die Entwicklung seit Sommer verlaufen ist.“ Besonders positiv bewertet der Österreicher, dass der Angreifer trotz seiner Erfolge auf dem Boden geblieben sei und seine Einstellung sowohl im Training als auch in den Spielen stimme.
Konkurrenzkampf mit Burkardt bleibt offen
Mit Ebnoutalib und Jonathan Burkardt verfügt die Eintracht derzeit über zwei treffsichere Angreifer. Hütter sprach deshalb von einer „sehr angenehmen Situation“, vermied aber eine klare Rangfolge zwischen den beiden Stürmern.
Auch aus der unterschiedlichen Berücksichtigung für die Nationalmannschaft will der Coach keine Rückschlüsse auf die interne Hierarchie ziehen. Während Ebnoutalib von Bundestrainer Jürgen Klopp nominiert wurde, ging Burkardt diesmal leer aus.
„Natürlich freut es mich für Younes, dass er nominiert wurde. Auf der anderen Seite finde ich es natürlich schade, dass Johnny nicht dabei ist“, erklärte Hütter, stellte aber zugleich klar: „Auf mich haben die Nominierungen gar keinen Einfluss.“
Hütter hält sich mehrere Systemvarianten offen
Die starke Entwicklung Ebnoutalibs fügt sich in eine insgesamt erfreuliche Offensivsituation bei den Hessen ein. Zuletzt setzte Hütter zweimal auf ein 4-2-3-1-System, das sich bewährt hat. Beim jüngsten Auftritt gegen den Hamburger SV bildeten Ebnoutalib als alleinige Spitze, Can Uzun auf der Zehn sowie Farès Chaïbi und Ritsu Dōan auf den offensiven Außenpositionen ein gut funktionierendes Quartett.
Dass diese Formation nun dauerhaft gesetzt ist, wollte Hütter allerdings nicht bestätigen. Seine Aufstellung richte sich grundsätzlich nach den Anforderungen der jeweiligen Begegnung. „Es geht in erster Linie gar nicht ums Experimentieren. Es ist einfach aufs einzelne Spiel bezogen: Was könnte das Spiel brauchen?“, erläuterte der Trainer.
Entscheidend seien dabei sowohl die Grundordnung als auch die Frage, welche Spieler für den jeweiligen Gegner am besten geeignet seien. Das zuletzt erfolgreiche 4-2-3-1 ist deshalb nur eine von mehreren Möglichkeiten. „Wir haben das jetzt zweimal so gespielt und es hat gut funktioniert. Wir sind trotz allem in der Lage, mit zwei Stürmern zu spielen. Dann muss ein Zehner natürlich weichen“, erklärte Hütter.
Dass er zwischen verschiedenen Offensivvarianten wählen kann, betrachtet der Eintracht-Coach als großen Vorteil. Viele Akteure seien aktuell in der Lage, der Mannschaft mit guten Leistungen zu helfen. Ob gegen Paderborn erneut Ebnoutalib beziehungsweise Burkardt als alleinige Spitze aufläuft oder Hütter auf eine Doppelspitze setzt, bleibt somit offen. „Wir werden sehen, wie wir in Paderborn auflaufen“, hielt sich der Trainer bedeckt.


