Bei Eintracht Frankfurt zeichnet sich vor dem Bundesliga-Auswärtsspiel gegen RB Leipzig am Samstagabend (18:30 Uhr) eine spannende Entscheidung in der Offensive ab. Cheftrainer Adi Hütter verfügt mit Jonathan Burkardt und Younes Ebnoutalib über zwei treffsichere Nationalstürmer, muss gleichzeitig aber auch die Besetzung der offensiven Mittelfeldpositionen im Blick behalten. Insbesondere eine mögliche Dreierkette könnte dazu führen, dass ein namhafter Offensivspieler zunächst auf der Bank Platz nehmen muss.
Auf der Pressekonferenz machte Hütter deutlich, dass er die große Auswahl im Angriff grundsätzlich als Vorteil betrachtet. „Als Klubtrainer kann man sich glücklich schätzen, Optionen zu haben, Stürmer zu haben, die nicht nur einen guten Start mit ihren Toren hingelegt haben, sondern auch sehr gut zusammenpassen“, erklärte der Österreicher.
Ob Burkardt und Ebnoutalib gemeinsam beginnen oder einer der beiden zunächst als Joker eingeplant wird, ließ er allerdings offen. Schließlich könne es auch entscheidend sein, während einer Partie noch einen Unterschiedsspieler nachlegen zu können. Für Hütter ist die Konkurrenzsituation deshalb nicht nur ein Luxusproblem, sondern auch ein wichtiges taktisches Mittel.
Dreierkette oder Viererkette? Hütter hält sich alle Möglichkeiten offen
Eine zentrale Rolle bei der Startelfplanung spielt die Grundordnung. Die Eintracht überzeugte zuletzt insbesondere mit einer Dreierkette, die Hütter ausdrücklich lobte: „Wir haben natürlich mit der Dreierkette, speziell in Mainz, über 90 Minuten unser bestes Spiel gezeigt.“
Eine dauerhafte Festlegung auf dieses System bedeutet das jedoch nicht. Dem Trainer gefiel nach eigener Aussage auch die erste Halbzeit gegen Augsburg ausgesprochen gut. Die Viererkette bleibt deshalb weiterhin eine ernsthafte Alternative.
„Ich möchte jetzt nicht die Viererkette an die Wand schmeißen, ganz im Gegenteil“, stellte Hütter klar. Die taktische Ausrichtung hänge auch vom jeweiligen Gegner ab. Er wolle mit seiner Mannschaft bewusst flexibel bleiben.
Die Konsequenzen einer erneuten Dreierkette für die Offensive sprach der 56-Jährige dabei offen an: „Wenn wir Dreierkette spielen, wird es halt in der Offensive wahrscheinlich den einen oder anderen treffen.“
Denn neben Burkardt und Ebnoutalib für den Sturm stehen mit Can Uzun, Ritsu Dōan und weiteren Kandidaten auch auf den Zehnerpositionen zahlreiche Optionen zur Verfügung. Hinzu kommen unter anderem Mario Götze sowie die ebenfalls genannten Ayoube Amaimouni-Echghouyab und Love Arrhov.
Ebnoutalib oder Uzun auf der Bank? Keine Vorentscheidung
Auf die konkrete Nachfrage, ob bei einer Dreierkette eher Ebnoutalib oder Uzun aus der Startelf rutschen könnte, ließ sich Hütter nicht festlegen. „Vielleicht keiner von beiden“, entgegnete er und machte deutlich, dass er seine personellen Überlegungen vor dem Leipzig-Spiel nicht preisgeben werde.
Die Rechnung sei dennoch einfach: Wer einen zusätzlichen Spieler in die letzte Linie beordert, müsse an anderer Stelle einen Platz einsparen. Welche Position davon betroffen sein wird, will der Eintracht-Coach erst nach seinen abschließenden Überlegungen entscheiden.
Damit bleibt vorerst offen, ob die Frankfurter mit beiden Mittelstürmern beginnen und wie viele offensive Mittelfeldspieler gleichzeitig Platz in der Anfangsformation finden.
Uzun nach schwieriger Länderspielreise im Fokus
Besonders interessant ist die Situation von Uzun. Der türkische Nationalspieler kehrte nach einer enttäuschenden Länderspielphase nach Frankfurt zurück. Die sportlichen Rückschläge und negative Reaktionen von den Rängen haben den jungen Offensivspieler laut Hütter nicht kaltgelassen.
„Wenn du viermal verlierst, wenn nicht nur er, sondern auch andere Spieler ausgebuht werden, macht das mit dir natürlich etwas“, erklärte der Trainer. Er habe deshalb bewusst das persönliche Gespräch mit Uzun gesucht, um ihn nach den unangenehmen Erfahrungen wieder aufzubauen.
Im Training hinterließ der Offensivspieler allerdings einen positiven Eindruck. „Er hat sich auch gefreut, hier wieder zurück zu sein. Er hat, wie ich finde, sehr gut trainiert“, berichtete Hütter.
Eine Startelfgarantie ist damit jedoch nicht verbunden. Der Coach betonte, dass er seine Entscheidung ausschließlich an den Bedürfnissen der Mannschaft ausrichten werde: „Ich muss im Sinne für Eintracht entscheiden, wie wir das Spiel gewinnen können. Ob das mit oder ohne Can Uzun ist.“
Für das Duell mit Leipzig deutet somit vieles auf eine offene Konkurrenzsituation hin. Die Eintracht verfügt über zahlreiche offensive Möglichkeiten, doch insbesondere bei einer erneuten Dreierkette dürfte nicht für alle Leistungsträger aus der Offensive Platz in der Startformation sein.

