Beim 1:1 gegen den SV Werder Bremen musste René Wagner einige unangenehme Personalentscheidungen treffen. Da dem Trainer des 1. FC Köln nahezu der komplette Kader zur Verfügung stand, fanden Luca Waldschmidt, Reigan Heskey, Rav van den Berg und Imad Rondić keinen Platz im 20er-Aufgebot. „Alle vier waren natürlich enttäuscht“, berichtete Wagner nach der Partie – eine Reaktion, für die der FC-Coach durchaus Verständnis zeigte.
Bei Heskey stand vor allem die Spielpraxis im Vordergrund. Der 18-Jährige hatte zuletzt in Stuttgart sein Bundesliga-Debüt gefeiert, soll nach seinem Wechsel aus der U21 von Manchester City aber weiterhin behutsam an den Profifußball herangeführt werden. Statt eines möglichen Kurzeinsatzes gegen Bremen entschied sich der FC deshalb dafür, ihm bei der U21 mehr Minuten zu ermöglichen. Wagner stellte zugleich klar, dass er dem Offensivspieler schon bald wieder eine Rolle bei den Profis zutraut.
Diesen Plan setzte Köln am Sonntag direkt um: Heskey stand beim Regionalliga-Spiel gegen den SV Bergisch Gladbach 09 in der Startelf und sorgte vor allem vor der Pause mehrfach für Gefahr. In der 69. Minute war für ihn Schluss, die Kölner U21 verlor trotz zwischenzeitlicher Führung mit 1:2. Wagner verfolgte den Auftritt seines Youngsters vor Ort von der Tribüne.
Waldschmidt noch nicht wieder weit genug
Anders liegt der Fall bei Waldschmidt. Der 30-Jährige hatte nach muskulären Problemen zwei Wochen lang nicht mit der Mannschaft trainieren können und ist erst seit kurzem wieder vollständig im Teamtraining. Für einen Platz gegen Bremen reichte es Wagner zufolge noch nicht. Der Offensivmann muss sich nach seiner Verletzung nun wieder über die Trainingsarbeit für das Aufgebot empfehlen.
Bei Rav van den Berg gab hingegen die Konkurrenzsituation den Ausschlag. Wagner wollte nicht zwei Innenverteidiger als Absicherung auf die Bank setzen und entschied sich für Joël Schmied. Rondić befindet sich derweil weiterhin weit hinten in der offensiven Rangordnung. Nachdem der Stürmer in Stuttgart überraschend wieder Bundesliga-Minuten erhalten hatte, reichte es gegen Bremen nicht erneut für das Aufgebot. Wagner bezeichnete ihn als möglichen Joker, machte aber auch klar, dass Rondić im Training Gas geben und auf die passende Gelegenheit warten muss.
Bei Heskey verfolgt der FC damit vor allem einen Entwicklungsplan, während Waldschmidt nach seiner Verletzung noch Boden gutmachen muss. Für van den Berg und Rondić ist die Lage stärker vom sportlichen Konkurrenzkampf geprägt – und der ist bei der aktuellen Personaldecke entsprechend groß.

