Borussia Dortmund | Champions League

Dortmund verliert 1:3 in Wembley

13.09.2017 - 22:37 Uhr Gemeldet von: Kristian Dordevic | Autor: Kristian Dordevic

Rund eineinhalb Jahre nach dem letzten Aufeinandertreffen stehen sich Borussia Dortmund und Tottenham Hotspur auf europäischer Bühne erneut gegenüber. Ging es in der Saison 2015/16 um das Erreichen des Viertelfinales in der Europa League (Dortmund buchte das Ticket), konkurriert man heuer als Gruppengegner in der Königsklasse miteinander.

Zum ersten Duell kam es am heutigen Dienstagabend, Schauplatz war das Wembley-Stadion zu London. Die Anlage an der White Hart Lane befindet sich noch im Neubau.

Im Vergleich zum 0:0 veränderte BVB-Trainer Peter Bosz seine Elf auf fünf Positionen, wobei sich die Wechsel der verletzten Schmelzer und Bartra von allein ergaben. Daneben rotierten auch Castro, Götze und Philipp auf die Bank.

Sie wurden ersetzt durch Yarmolenko, Kagawa, Dahoud, Toprak und – überraschend – Neuzugang Toljan, der am Wochenende noch gänzlich im Kader fehlte. Dabei sprach im Vorfeld vieles dafür, dass Bosz erneut Zagadou als Linksverteidiger aufs Feld schicken würde.

Es ging gleich gut zur Sache. Dortmund verteidigte sehr hoch, was sich zunächst rächen sollte. Der aus der eigenen Hälfte losgestartete Ex-Bundesligaprofi Heung-Min Son wurde von Kane geschickt und startete durch bis in den Strafraum, wo Sokratis keinen Zugriff mehr auf ihn bekam. Son vollendete aus spitzem Winkel in halblinker Position wuchtig hinein ins kurze Eck (4. Minute).

Die Westfalen, denen heute viel Ballbesitz überlassen wurde, schlugen zurück. Andriy Yarmolenko (11.) schlenzte das Leder nach guter Kombination der Schwarz-Gelben aus 19 Metern Entfernung sehenswert in den linken Winkel.

Aber auch die Hausherren hatte eine Antwort parat, diese fiel nach ähnlichem Muster wie das 1:0. Diesmal war es Harry Kane (15.), der sich nach Balleroberung in den Sechzehner tankte und aus ähnlicher Position wir Teamkollege Son zum Abschluss kam, bevor Toprak ihn daran hindern konnte. Auch sein Schuss ging ins Torwarteck.

Mit viel mehr Spielanteilen als der Kontrahent sorgte der BVB noch das ein oder andere Mal für Aufregung vor dem Kasten der Spurs, landete bis zum Seitenwechsel aber keinen entscheidenden Vorstoß mehr.

Die ersten gefährlichen Situationen des zweiten Durchgangs gehörten dem Gastgeber. Erst wollte Kane (50.) die Kugel, diesmal über die rechte Seite der Londoner, erneut im kurzen Eck unterbringen. Vergeblich. Besser wäre wohl ein Querpass zum freigelaufenen Son gewesen.

Eine Minute später wurde der Südkoreaner dann im Strafraum von seinem englischen Mitspieler in Szene gesetzt, doch auch sein Versuch ging über das BVB-Gehäuse (51.).

Dem Gast aus Deutschland blieb kurz darauf der Ausgleichsjubel verwehrt, denn Aubameyangs Treffer (56.) wurde wegen vermeintlicher Abseitsstellung zu Unrecht nicht gegeben. Umso bitterer für die Schwarz-Gelben, weil Tottenham durch Kane (60.) – dessen Linksschuss von Piszczek unglücklich abgefälscht wurde – anschließend auf 3:1 erhöhte.

20 Minuten vor Schluss die größte Chance zum Anschlusstreffer: Aubameyang schlich sich beim Eckball am zweiten Pfosten an und prüfte Spurs-Keeper Lloris, der mit einer Fußabwehr klären konnte.

Die Briten agierten ihrerseits bei Ballbesitz schnell wie schnörkellos und strahlten gegen eine in der zweiten Halbzeit unsicherer wirkende BVB-Defensive immer wieder mal Gefahr aus. Ein weiterer Treffer gelang aber auch dem Premier-League-Klub nicht.

In der Nachspielzeit handelte sich Vertonghen noch eine Gelb-Rote Karte ein, am Ergebnis änderte sich aber nichts mehr, auch wenn Sissoko (90.+4) nach Konter noch eine Riesenmöglichkeit hatte. Borussia Dortmund startet mit einer 1:3-Niederlage in die Champions League.