FC Schalke 04 | 1. Bundesliga

Gosens zurück: In der Viererkette auch gesetzt?

06.11.2026 - 19:42 Uhr Gemeldet von: Freddie Schulz | Autor: Freddie Schulz

Der FC Schalke 04 ist nach anfänglicher Euphorie in der harten Realität der Bundesliga angekommen. Seit dem 11. Oktober hat der Aufsteiger keinen Treffer erzielt, in vier Pflichtspielen. Im Pokal ist man bei Zweitligist Dresden ausgeschieden und im deutschen Oberhaus auf Platz 17 abgerutscht. Nun soll ein neues System für mehr Torgefahr sorgen.

Gegen Leipzig (0:2) enttäuschte man die heimischen Fans in Gelsenkirchen erneut. Das vierte Bundesliga-Heimspiel seit dem Aufstieg im Sommer, immer noch kein einziger Treffer in der Arena auf Schalke. Lange gab die Umstellung zu defensiven Viererkette Sicherheit gegen die große Offensivqualität von RB. Dann verursachte Ao Tanaka einen Strafstoß und das Unheil nahm seinen Lauf.

Das große Problem war aber wieder mal, vorne Torgefahr zu entwickeln. Die Viererkette hat primär das Ziel, dass ein Offensivspieler mehr auflaufen kann und Balleroberungen höher erfolgen sollen, damit der Weg zum gegnerischen Tor nicht mehr so weit ist. Trainer Miron Muslić konnte einen Innenverteidiger rausnehmen und die Schienenpositionen auflösen. Nun stellt sich aber die Frage: Wer sind die besten Außenverteidiger in der Viererkette?

Gosens oder Becker auf der linken Seite?


Vor allem auf der Linksverteidigerposition ist die Frage, wer im neuen 4-2-3-1-System besser geeignet ist. Robin Gosens fehlte gegen Leipzig wie schon im Pokal nach seinem Zusammenprall mit Soufiane El-Faouzi in Köln. Seine Stärke ist die linke Schiene mit einer Dreierkette dahinter. Vitalie Becker hingegen startete – wie schon auf der linken Schiene gegen Dresden – und machte seine Sache über 90 Minuten sehr ordentlich.

Gosens Offensivqualitäten zeigten sich schon vor allem beim bisher einzigen Saisonsieg gegen Union Berlin (3:1), als er gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber das erste Schalker Saisontor besorgte. Einen von lediglich vier Schalker Saisontreffern – nur in zwei Partien konnte S04 treffen! Doch hat er auch die defensiven Qualitäten für die Bundesliga in der Viererkette und verfolgt die Schalker Tugenden, an die Muslić immer appelliert?

Auf der Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel bei der TSG Hoffenheim (Sonntag, 19:30 Uhr) deutete Muslić lediglich an, dass diese Entscheidung für ihn ein Luxusproblem darstellt: „Wir sind einfach froh, dass wir zwei sehr gute Optionen haben auf der linken Seite: Robin Gosens und Vitalie Becker.“ Weiteres gab der Cheftrainer nicht preis.

Eins ist klar: Egal mit welchem der beiden Linksverteidiger, Schalke muss hinten stabil bleiben (drittbeste Defensive der Bundesliga, nur neun Gegentore bisher) und offensiv mehr Chancen erspielen. Nur dann kann der Klassenerhalt gelingen.

Gegen die TSG könnte es ein Ansatz sein, sich in der Viererkette weiter einzuspielen und erst mal Sicherheit im System zu generieren. Somit würde Becker erneut starten und Gosens erst mal nur der Bankplatz bleiben. Als Joker könnte der ehemalige deutsche Nationalspieler im Laufe des Spiels wertvoll werden. Andererseits könnte der Österreicher auch Gosens in der neuen Rolle einmal sehen wollen, bevor er sich festlegt.

Um den zweiten Saisonsieg einzufahren und vor allem mal wieder offensiv mehr Gefahr zu entwickeln, kommt es aber vor allem auf die Schalker Basics im Kampf gegen den Abstieg an. Mit viel Wille, Leidenschaft und Kampf wollen Muslić und sein Team in Sinsheim nach einem sieglosen Oktober endlich mal wieder ein Erfolgserlebnis bejubeln.

Quelle: Pressekonferenz