Eintracht Frankfurt gewinnt das Bundesliga-Duell in der 2. Pokalrunde beim HSV mit 3:1. Ein verdienter Erfolg aufgrund einer Leistungssteigerung der SGE im zweiten Durchgang. Über weite Strecken war das Spiel ausgeglichenen, der HSV ließ aber vor herausragender Kulisse im ausverkauften Volksparkstadion einige Großchancen kläglich liegen.
Beide Trainer mussten ihre Defensive aufgrund von Verletzungsproblemen umbauen. Beim HSV fehlen weiterhin Nicolás Capaldo und Jordan Torunarigha. Bilal Nadir und Yussuf Poulsen haben sich am Wochenende in Paderborn obendrein verletzt. Sambi Lokonga und Albert Grønbæk wiederum waren zurück in der Startelf.
Die Eintracht musste kurzfristig auf Innenverteidiger Lillian Brassier verzichten. Adi Hütter meinte vor Anpfiff, dass die Frankfurter bei ihm kein Risiko eingehen wollen: „Nach dem Dortmund-Spiel hat er was am Knie gespürt und ist nur bei 70 Prozent.“ Jerimiaha Maluze ersetzte den Franzosen und Can Uzun rückte für Younes Ebnoutalib (Bank) in die erste Elf.
Die Hamburger waren in der ersten halben Stunde das klar spielbestimmende Team. Sie ließen die Chancen allerdings ungenutzt. Zakaria El Ouahdi (24. Minute) scheiterte mit einem strammen Schuss aus gut zwölf Metern am stark reagierenden Noah Atubolu. Nur fünf Minuten später vergab Grønbæk nach toller Vorlage von Lokonga die beste Chance des ersten Durchgangs.
Erst großer Aufreger, dann Großchance
Nach 30 Minuten wachte die Eintracht auf, die binnen weniger Minuten gleich mehrfach hätte treffen können. Erst verpasste Jonathan Burkardt das 0:1 vor dem HSV-Tor, dann scheiterte Uzun aus der Distanz am Pokal-Keeper der Rothosen, Sander Tangvik (33.).
Zehn Minuten vor der Pause gab es den größten Aufreger, als sich Koch im Strafraum der SGE in den Weg von El Ouahdi stellte und foulte. Schiedsrichter Tobias Stieler reichte das nicht für einen Strafstoß, sehr strittige Szene, in der sich nicht der Videoassistent meldete.
Drei Minuten vor Ende der ersten Hälfte erarbeitete sich der HSV die nächste Großchance. Sebastiaan Bornauw kam fünf Meter zentral vor dem SGE-Gehäuse zum Kopfball, setzte diesen allerdings über das Tor. Somit ging es mit 0:0 in die Kabinen, die Gastgeber hatten bis dahin die besseren Möglichkeiten in einem insgesamt ausgeglichenen und kurzweiligen Pokal-Spiel.
Nach der Pause Glück und Tore für die SGE
Nnamdi Collins, der bereits in der ersten Hälfte die Gelbe Karte sah, hatte zwei Minuten nach Wiederanpfiff riesiges Glück nach einem erneut gelbwürdigen Foul nicht vom Platz geflogen zu sein. Keita Kosugi ersetzte den stark rotgefährdeten Rechtsverteidiger prompt.
In der 56. Minute klingelte es dann erstmals im Voklspark. Uzun durfte 20 Meter vor dem HSV-Kasten kreieren und eine butterweiche Flanke auf Burkardt schlenzen. Der Stürmer legte per Kopf ab auf Robin Koch. Der mit aufgerückte Kapitän musste aus zwei Metern nur noch einnicken und setzte sich mit viel Willen durch.
Miro Muheim (59.) und Terem Moffi (63.) vergaben in der Folge gute Chancen auf den Ausgleich. Die Chancenverwertung war das große HSV-Problem am Dienstagabend. In der 71. Minute erhöhte Burkardt nach Vorlage von Mario Götze auf 2:0 für eiskalte Hessen.
In der Schlussviertelstunde traf Ebnoutalib (75.) sofort nach seiner Einwechslung und machte mit dem 3:0 alles klar. Moffi kam immerhin zum Ehrentreffer nach Vorarbeit von Joker Patson Daka (79.). Ein Ergebnis, was dem Spielverlauf nicht gasnz gerecht wird. Die Partie war enger als ein Zwei-Tore-Vorsprung. Frankfurt geht eine Runde weiter, der HSV ist im Pokal raus!
Tore:
0:1 Robin Koch (56., Burkardt)
0:2 Jonathan Burkardt (71., Götze)
0:3 Younes Ebnoutalib (75., Chaibi)
1:3 Terem Moffi (79., Daka)
Aufstellung vom Hamburger SV
Tangvik – Omari, Bornauw (46. Bissi-Mouelle), Nandja – El Ouahdi, Sambi (73. Amoako), Muheim (73. Daka), Møller Wolfe – Adeline, Grønbæk (73. Stange) – Moffi (82. Rössing-Lelesiit)
Aufstellung von Eintracht Frankfurt
Atubolu – Collins (49. Kosugi), Koch, Maluze, Baum – Dōan (90.+1 Arrhov), Onyedika, Götze (73. Aséko), Chaïbi – Uzun – Burkardt (73. Ebnoutalib)

