Für Rav van den Berg könnte die Zeit beim 1. FC Köln schon bald wieder zu Ende gehen. Der 22-jährige Innenverteidiger, den die Rheinländer im Sommer 2025 für 8 Millionen Euro vom Middlesbrough FC verpflichtet hatten, spielt unter Trainer René Wagner sportlich kaum noch eine Rolle. Sollte sich daran bis zur Winterpause nichts ändern, könnte ein vorzeitiger Abschied zum Thema werden.
Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler bestätigte laut BILD, dass die Verantwortlichen mit dem Niederländer und dessen Beratern regelmäßig im Austausch stehen. „Wir wissen natürlich, dass seine aktuelle Situation für ihn nicht zufriedenstellend ist“, erklärte der 40-Jährige. Gleichzeitig betonte er, dass der Verein weiterhin von den Fähigkeiten des Abwehrspielers überzeugt sei.
Die bisherige Entwicklung entspricht allerdings nicht den Erwartungen. Nach einer Schulteroperation im September 2025 hatte van den Berg bereits einen schwierigen Einstand. Unter Wagner, der Lukas Kwasniok als Cheftrainer ablöste, konnte er sich ebenso wenig durchsetzen wie in der anschließenden Sommervorbereitung. Seit dem dritten Bundesliga-Spieltag gehört er nicht einmal mehr zum Spieltagskader. Sein bislang letzter Pflichtspieleinsatz datiert vom 5. April.
Kessler stellt Wintergespräche in Aussicht
„Bislang ist es für beide Seiten noch nicht so verlaufen, wie wir uns das vorgestellt haben“, räumte Kessler ein. Voreilige Entscheidungen wolle der FC allerdings vermeiden. Stattdessen soll van den Berg zunächst weiter an sich arbeiten und sich über seine Trainingsleistungen für Einsätze empfehlen. Aktuell wird er dabei von einer Muskelverletzung ausgebremst.
„Sollte sich an seiner sportlichen Situation bis zum Winter nichts Grundlegendes verändern, werden wir uns selbstverständlich gemeinsam mit ihm und seiner Agentur zusammensetzen und offen darüber sprechen, welche Perspektive für alle Beteiligten am sinnvollsten ist“, kündigte Kessler an.
Laut BILD kommt dabei neben einer Leihe auch ein dauerhafter Verkauf infrage. Schon im vergangenen Sommer hatte es Interesse an einer Leihe gegeben, unter anderem von West Ham United. Van den Berg entschied sich jedoch dafür, den Konkurrenzkampf in Köln anzunehmen.
Dieser gestaltet sich inzwischen schwierig. Mit Jahmai Simpson-Pusey, Luka Lochoshvili und Joël Schmied (aktuell ebenfalls verletzt) stehen drei Innenverteidiger vor ihm in der Hierarchie. Kessler verwies insbesondere auf die gestiegene Konkurrenz durch die Verpflichtungen von Simpson-Pusey und Lochoshvili. Spielzeit müsse sich jeder Profi über seine Leistungen im Training verdienen.
Für van den Berg geht es somit zunächst darum, seine Muskelverletzung auszukurieren und sich anschließend wieder als ernsthafte Alternative anzubieten. Gelingt ihm das in den kommenden Monaten nicht, dürfte ein Wechsel im Winter zunehmend realistisch werden. Sein Vertrag in Köln läuft noch bis 2030.


