Für RB Leipzig stand heute das letzte Gruppenspiel der Champions-League in dieser Saison an. Gegen den bis dahin ungeschlagenen türkischen Gruppenersten Besiktas Istanbul musste der Bundesligist zwingend punkten, um noch die Chance auf ein Weiterkommen in die K.o.-Phase zu haben.
Sollte man nach Ende des Spiels weiterhin punktgleich mit dem FC Porto sein, für die ein Sieg gegen die AS Monaco den sicheren Einzug in die nächste Runde bedeuten würde, wäre Leipzig ausgeschieden, da sie im direkten Vergleich mit den Portugiesen schlechter dastehen.
Im Vergleich zur letzten Bundesligapartie bei der TSG Hoffenheim veränderte Cheftrainer Ralph Hasenhüttl sein Team auf vier Positionen. Die Innenverteidigung bildeten anstatt von Konaté und dem angeschlagenen Upamecano Orban und Ilsanker. Zudem ersetzte Bruma den verletzten Forsberg. Im Sturm agierte Augustín für Poulsen. Weiterhin nicht zur Verfügung stand des Weiteren Marcel Sabitzer.
Die Partie begann denkbar schlecht für RB Leipzig. Gegen gut mitspielende Türken rutschte Willi Orban nach zehn Minuten im eigenen Strafraum in Gegenspieler Jeremain Lens hinein – Schiedsrichter Viktor Kassai entschied korrekterweise auf Strafstoß. Alvaro Negredo traf aus elf Metern zum frühen 1:0.
Die Sachsen zeigten sich daraufhin bemüht, die Führung der Türken so schnell wie möglich zu egalisieren. Orban, der den Elfmeter verschuldete, traf in der 15. Spielminute aber nur den Außenpfosten.
Sechs Minuten später zappelte der Ball dann erstmals im Netz von Besiktas-Schlussmann Tolga Zengin. Der Treffer von Timo Werner wurde aber aufgrund einer Abseitsstellung richtigerweise nicht anerkannt – auch wenn es zunächst Diskussionen gab, da der Linienrichter seine Fahne nicht gehoben hatte.
In der Folge blieb die erste Halbzeit temporeich und zum Teil auch hitzig. Leipzig gelang es dabei aber trotz einiger Offensivaktionen nicht mehr, den Ausgleich zu erzielen. Istanbul hingegen zeigte sich bei Kontern gefährlich vor dem Gehäuse von RB-Keeper Péter Gulácsi.
Nach dem ersten Durchgang stand es also 0:1 aus Sicht des Bundesligisten. Jedoch führte der FC Porto gegen Monaco unterdessen schon mit 3:0. Die Chancen auf ein Weiterkommen – selbst bei einer Topleistung in Halbzeit zwei – waren also äußerst gering.
Nach dem Anpfiff der zweiten 45 Minuten blieb Leipzig aber trotz der geringen Erfolgsaussichten auf die K.o.-Runde die bissigere und angriffslustigere Mannschaft. Die Offensivabteilung spielte sich in den ersten 20 Minuten des zweiten Durchgangs eine Vielzahl von guten Möglichkeiten heraus, konnte aber keine von diesen nutzen.
In der 64. Minute war der Jubel in der Leipziger Red Bull Arena erneut groß, als RB zum zweiten Mal ins Tor von Besiktas traf. Aber erneut zählte der Treffer nicht. Schiedsrichter Viktor Kassai entschied auf Abseits. Angreifer Augustín stand vor seinem Schuss tatsächlich gut einen Schritt im Abseits.
Rund 15 Minuten vor dem Ende der Partie durften sich die Fans dann noch auf eine ganz besondere Einwechslung freuen: Dominik Kaiser (seit 2012 im Verein), der in dieser Saison kaum eine Rolle spielt, in der letzten aber noch das Kapitänsamt innehatte, durfte seine ersten und möglicherweise auch letzten Minuten in der Champions-League feiern.
Und dann fiel er am Ende doch noch, der ersehnte und verdiente Ausgleich. Und dieses Mal sogar in Unterzahl, da Stefan Ilsanker in der 82. Spielminute die Gelb-Rote Karte sah. Keite, der Zengin mit einem Schuss ins linke Eck überwand, profitierte dabei von einem Aufbaufehler der Istanbuler.
Bei einem Punkt im letzten Champions-League-Spiel sollte es aber nicht bleiben: Der Brasilianer Talisca stellte in den Schlussminuten den alten Ein-Tor-Abstand wieder her, nachdem er nach einer Flanke im Strafraum zum 2:1 aus Sicht von Besiktas vollendete.
Dies war dann gleichzeitig auch das Endergebnis. RB Leipzig scheidet damit aus dem Wettbewerb aus und muss den Gang in die Europa-League antreten. Im ersten Spiel muss Coach Hasenhüttl dann aber auf den gelb-rot-gesperrten Ilsanker verzichten.
Der FC Porto hingegen kann den Einzug in die K.o.-Phase durch einen 5:2-Sieg gegen Monaco feiern.











