Maurice Krattenmacher hat sich bei der SV 07 Elversberg mit drei Bundesliga-Toren längst für höhere Aufgaben empfohlen. Dennoch musste sich der Offensivspieler zuletzt mit der Jokerrolle begnügen, während Tom Zimmerschied nach längerer Verletzungspause den Vorzug in der Startelf erhielt. Für Cheftrainer Vincent Wagner ist diese Entscheidung durchaus nachvollziehbar – die öffentliche Erwartungshaltung rund um Krattenmacher hingegen weniger.
Auf der Pressekonferenz vor dem Bundesliga-Heimspiel gegen den FC Augsburg (Samstag, 15:30 Uhr) reagierte Wagner deutlich auf die Frage, was Krattenmacher noch für einen Startelfeinsatz tun müsse. „Vielleicht sollte der Größenwahn, der von außen reingetragen wird, mal wieder ein bisschen der Bodenständigkeit entgegenkommen“, entgegnete der 40-Jährige.
Der Trainer erinnerte daran, dass Einsätze im deutschen Oberhaus für einen Aufsteiger keineswegs selbstverständlich seien. Jede Spielminute müsse sich ein Akteur verdienen. Die negative Darstellung, Krattenmacher komme angesichts seiner bisherigen Leistungen „nur“ für 30 Minuten zum Einsatz, wollte Wagner deshalb nicht gelten lassen.
Wagner stellt Krattenmacher Startelfchancen in Aussicht
Mit der Entwicklung des Offensivtalents zeigte sich der Coach ausdrücklich zufrieden. Drei Treffer habe Krattenmacher bereits erzielt und damit seine Torausbeute aus der gesamten vergangenen Saison bei Hertha BSC übertroffen. Gleichzeitig gebe es im Zusammenspiel mit der Mannschaft noch Verbesserungspotenzial. „Es gibt schon noch ein paar Dinge im Konstrukt, die er besser machen kann.“
„Maurice ist auf einem tollen Weg“, betonte Wagner. Der Trainer stellte dem Youngster auch weitere Gelegenheiten in Aussicht: „Er wird auch noch seine Chancen bekommen von Beginn an.“
Dass zuletzt Zimmerschied auf der Außenbahn starten durfte, begründete Wagner mit dessen Verdiensten und Leistungen. Der 27-Jährige habe in der vergangenen Saison mit 34 Einsätzen maßgeblich zum Bundesliga-Aufstieg beigetragen und sich nach seiner Verletzungspause ordentlich präsentiert. „Deswegen war Tom dann dran auf der Seite“, erklärte der SVE-Coach.
Krattenmacher wiederum wusste nach seiner Einwechslung erneut Akzente zu setzen und traf unter anderem den Außenpfosten. Auch das wertete Wagner positiv, ohne daraus einen automatischen Anspruch auf einen Platz in der Anfangsformation abzuleiten.
Für das Augsburg-Spiel bleibt das Duell um die Startelf damit prinzipiell offen. Während Krattenmacher mit seiner Torgefahr Argumente liefert, hat Zimmerschied zuletzt ebenfalls das Vertrauen seines Trainers gerechtfertigt. Im Vorteil ist momentan anscheinend aber der letztjährige Leistungsträger, der die Abläufe im Gegensatz zum Neuzugang längst verinnerlicht hat.


