Der Hamburger SV hat sich zum Auftakt des 9. Bundesliga-Spieltags mit 3:1 gegen Borussia Mönchengladbach durchgesetzt. In einer turbulenten Begegnung mit zahlreichen Torchancen, sehenswerten Distanzschüssen und defensiven Unzulänglichkeiten auf beiden Seiten behielten die Hausherren letztlich die Oberhand. Eine entscheidende Rolle spielte dabei der Platzverweis von Kō Itakura kurz nach der Halbzeit.
Von Beginn an entwickelte sich im Volksparkstadion ein offener Schlagabtausch. Beide Mannschaften suchten den Weg nach vorne, leisteten sich im Spielaufbau aber auch immer wieder Fehler. Nachdem Patson Daka zunächst eine große Gelegenheit ausgelassen hatte, brachte Miro Muheim die Hamburger in der 11. Minute mit einem wuchtigen Distanzschuss aus rund 30 Metern in Führung. Gladbach ließ sich davon nicht beeindrucken und kam seinerseits zu mehreren guten Möglichkeiten. Unter anderem musste HSV-Keeper Daniel Heuer Fernandes gegen Zento Uno eingreifen, während auf der Gegenseite Daniel Batz mehrfach gefordert war.
Auch im weiteren Verlauf ging es munter hin und her. Beide Teams fanden immer wieder Lücken in der gegnerischen Defensive, ohne ihre Chancen zunächst nutzen zu können. Kurz vor der Pause belohnten sich die Gäste schließlich für ihre Offensivbemühungen: Nach einem Abschluss von Joe Scally landete der Ball durch Robin Hack im Hamburger Tor (44.). Mit dem 1:1 ging es in die Kabinen.
Die zweite Halbzeit begann für die Gladbacher denkbar ungünstig. Der bereits verwarnte Itakura sah nach seinem vierten Foulspiel an diesem Abend, diesmal an Albert Grønbæk, in der 49. Minute die Gelb-Rote Karte und musste vorzeitig vom Platz. In Überzahl übernahm der HSV zunehmend die Kontrolle und schlug wenig später erneut zu. Ausgerechnet Shafiq Nandja brachte die Mannschaft von Merlin Polzin nach Vorarbeit von Grønbæk in der 59. Minute wieder in Führung. Für den 19-jährigen Innenverteidiger ein besonderer Moment: Der gebürtige Hamburger spielt bereits seit seinem elften Lebensjahr für den HSV und durfte nun seinen Treffer vor heimischer Kulisse im Volksparkstadion bejubeln. Trainer Polzin hatte das Eigengewächs vor dem Anpfiff noch als „Hamburger Jung“ bezeichnet.
Die Borussia versuchte trotz Unterzahl dagegenzuhalten, musste in der 70. Minute aber den nächsten Rückschlag hinnehmen. Grønbæk erhöhte mit einem weiteren sehenswerten Distanzschuss auf 3:1 und sorgte damit für die Vorentscheidung. Die Gastgeber ließen sich den Vorsprung anschließend nicht mehr nehmen, auch wenn Gladbach selbst in Unterzahl noch zu einigen guten Angriffen kam. Für die Fohlen endete ein über weite Strecken umkämpfter Abend damit ohne Punkte. Nach neun Spieltagen steht Gladbach mit lediglich vier Zählern weiterhin am Tabellenende. Der Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz beträgt bereits mindestens fünf Punkte.
Tore:
1:0 Miro Muheim (11., Sambi Lokonga)
1:1 Robin Hack (44., Scally)
2:1 Shafiq Nandja (59., Grønbæk)
3:1 Albert Grønbæk (70.)
Besonderes Ereignis:
Kō Itakura sah in der 49. Minute nach einem Foul an Albert Grønbæk die Gelb-Rote Karte. Der Gladbacher Innenverteidiger fehlt damit im ersten Bundesliga-Spiel nach der Länderspielpause gegen Borussia Dortmund (21. November) gesperrt.
Aufstellung des Hamburger SV:































