Hamburger SV | 1. Bundesliga

Top-Elf-Prog­no­se: Der Hamburger SV im Check

03.06.2026 - 18:00 Uhr Gemeldet von: Bennet Stark | Autor: Bennet Stark

Nach dem Auftakt mit RB Leipzig machen wir direkt mit einem großen Traditionsklub weiter: Dem Hamburger SV. Nachdem die Hanseaten unter Trainer Merlin Polzin eine gute Premierensaison nach dem Aufstieg hinter sich haben und den Klassenerhalt am Ende sogar mit neun Punkten Vorsprung vor dem Relegationsplatz sichern konnten, geht es nun an die Festigung für das verflixte zweite Jahr.

Taktisch setzte Polzin in der vergangenen Spielzeit meist auf einen flexiblen Mix, den wir nun im Detail für die neue Saison aufdröseln. So sieht unsere prognostizierte Top-Elf der Rothosen aus.

Torwart: Keine Zweifel an der Nummer eins


Top-Elf: Daniel Heuer Fernandes (33)
Erst Ende Mai setzte der HSV ein klares Zeichen und verlängerte den Vertrag mit seinem Routinier vorzeitig. Sportdirektor Claus Costa sparte dabei nicht mit Lob: „Ferro hat eine starke Bundesliga-Saison gespielt und als Leistungsträger einen wesentlichen Beitrag zum Klassenerhalt geleistet.“ Zwar durfte Herausforderer Sander Tangvik (23) am letzten Spieltag der Vorsaison bereits zeigen, dass er ein hochkarätiger Rückhalt ist, an Heuer Fernandes als unumstrittener Nummer eins rüttelt das aber nicht.

Abwehr: Wer schließt die Lücke des Abwehrchefs?


Rechter Innenverteidiger: Nicolás Capaldo (27)
Der Argentinier, im vergangenen Sommer für schmale 2,1 Millionen Euro von RB Salzburg gekommen, entpuppte sich als absoluter Glücksgriff. Obwohl er den Großteil seiner Karriere im zentralen Mittelfeld verbrachte, überzeugte er defensiv auf der halbrechten Position in der Kette. Besonders sein dynamisches Nachrücken aus dem Halbraum gab dem Hamburger Spiel ein wichtiges Element. Nach dem schmerzhaften Verlust von Abwehrchef Luka Vušković ist Capaldos Verbleib in der hinteren Reihe für die defensive Stabilität des HSV unserer Einschätzung nach sehr wichtig.

Zentraler Innenverteidiger: Neuzugang
Der Abgang des erst 19-jährigen Toptalents Luka Vušković hinterlässt ein riesiges Loch. Nach dem Ende seiner Leihe ist der Kroate planmäßig zu Tottenham Hotspur zurückgekehrt, ein Verbleib beim HSV ist ausgeschlossen. Wir legen uns fest: Auf dieser zentralen Position müssen und werden die Hamburger Bosse noch einmal hochkarätig auf dem Transfermarkt nachlegen. Ein externer Neuzugang als neuer Chef im Ring ist Stand jetzt das wahrscheinlichste Szenario.

Linker Innenverteidiger: Jordan Torunarigha (28)
Der Linksfuß hatte zu Beginn der vergangenen Saison noch Anpassungsprobleme im Oberhaus, steigerte sich dann aber und war im Saisonendspurt aus der Dreierkette nicht mehr wegzudenken. Merlin Polzin schwärmte bereits im Januar: „Wenn man sieht, wie Jordan sich entwickelt hat und in den vergangenen Spielen performt hat, was sein Passspiel und seine Schnelligkeit angeht, dann ist er sehr, sehr wichtig für unser Spiel.“ Mit einem Vertrag bis 2028 im Rücken ist er für die neue Spielzeit fest eingeplant.

Mittelfeld & Schiene: Baustellen auf den Außenbahnen


Rechte Schiene: Neuzugang | Alternative: Warmed Omari (26)
Hier droht dem HSV ein kleiner Umbruch. Der Vertrag von William Mikelbrencis (22), der trotz großer Konkurrenz auf immerhin 26 Einsätze kam, läuft aus – eine Verlängerung gilt als unwahrscheinlich. Bakery Jatta (27) bekleidete die Position zwar über weite Strecken, nachdem er die ersten zwölf Spieltage gar nicht im Kader stand, wir sehen ihn für das neue Jahr aber eher in der Herausforderer-Rolle. Es ist denkbar, dass Capaldo wie am letzten Spieltag gegen Leverkusen auf die Schiene rückt, was Warmed Omari (26) den Platz in der Dreierkette bescheren würde. Da Capaldo hinten aber gebraucht wird, erwarten wir auf der rechten Schiene vor allem einen externen Neuzugang.

Defensives Mittelfeld: Nicolai Remberg (25)
Kam vor der vergangenen Saison aus Kiel und mauserte sich in Windeseile zum unverzichtbaren Stammspieler. Merlin Polzin schätzt seine Qualitäten enorm: „Bei Rambo ist es so, dass er mit sehr viel Mentalität Fußball spielt.“ Als zweikampfstarker und emsiger Sechser ist er aus der Hamburger Zentrale schlicht nicht wegzudenken und bleibt gesetzt.

Zentrales Mittelfeld: Albert Sambi Lokonga (26)
Auf dem Papier bildet Lokonga die Doppel-Sechs mit Remberg, im Spielbetrieb interpretiert er seine Rolle jedoch offensiver als Achter. Die schmale Kaufgebühr von 300.000 Euro an Arsenal hat sich komplett ausgezahlt. Polzin lobte das Duo bereits im März: „An der Kombination im Zentrum mit Sambi und Rambo ist wenig auszusetzen, was das Verhalten mit und gegen den Ball angeht.“ Lokonga bleibt somit ein Fixpunkt.

Linke Schiene: Miro Muheim (28) | Alternative: Neuzugang / Albert Grønbæk (25)
Der Schweizer war in den letzten Jahren auf der linken Seite die personifizierte Konstanz und übernimmt beim HSV viele Standards. Eigentlich ein No-Brainer für die Top-Elf, stünde da nicht ein Fragezeichen hinter seiner Zukunft: Muheim geht in sein letztes Vertragsjahr und schielt auf den nächsten Karriereschritt. Sollte er den HSV verlassen, könnte der Ersatz bereits parat stehen: Die Hamburger stehen kurz davor, den bisherigen Leihspieler Albert Grønbæk fest von Stade Rennes zu verpflichten. Der Däne überzeugte bereits zum Saisonende, als er den verletzten Muheim stark vertrat. Aber auch ein externer Neuzugang könnte dann die Lücke schließen.

Angriff: Große Suche nach dem Knipser


Rechtes offensives Mittelfeld: Neuzugang / Fábio Vieira (26)
Die Arsenal-Leihgabe war in der vergangenen Saison der absolute Dreh- und Angelpunkt im halbrechten Offensivraum. Trainer Polzin betonte im Frühjahr die Wichtigkeit des Portugiesen: „Fabi ist ein Spieler, der viele Qualitäten hat, die uns als HSV und der Mannschaft helfen. Er hat den Auftrag, sich in die Räume zu bringen, wo er mit dem Ball Dinge kreiert.“ Das Problem: Die vereinbarte Kaufoption von über 20 Millionen Euro ist für den HSV nicht zu stemmen. Man versucht im Hintergrund alles, um die Ablöse zu drücken, da auch der Spieler dem Vernehmen nach gern in Hamburg bleiben möchte. Gelingt der Deal, steht Vieira in der Top-Elf. Falls nicht, muss hier ein hochkarätiger Neuer her.

Linkes offensives Mittelfeld: Albert Grønbæk (25)
Unter der Prämisse, dass Muheim bleibt und der HSV den Grønbæk-Deal eintütet, wandert der variable Däne eine Position nach vorne in den linken Halbraum. Hier kann er seine Qualitäten zwischen der Zehner- und Achterposition ausspielen. Sollte Grønbæk am Ende doch hinten links auf der Schiene gebraucht werden, entsteht hier eine Vakanz für einen Neuzugang. Das 19-jährige Talent Alexander Røssing-Lelesiit wäre ein spannender Kandidat, laboriert derzeit jedoch noch an den Folgen einer langwierigen Verletzung, weshalb seine Rückkehr zu alter Stärke zeitlich noch offen ist.

Stürmer: Neuzugang
In der vordersten Front klafft aktuell noch ein großes Loch im Hamburger Kader. Stamm-Stürmer Ransford Königsdörffer hat den Verein ablösefrei in Richtung Mainz verlassen. Robert Glatzel (32) wird heftig von Wolfsburg umworben und ist im System von Polzin wohl maximal als Backup eingeplant. Da auch die unglückliche Leihe von Damion Downs (zurück nach Southampton) beendet ist, muss der HSV im Sturmzentrum definitiv ein echtes Kaliber auf dem Transfermarkt präsentieren.

Fazit


Das flexible Grundgerüst für die neue Saison steht, wobei Merlin Polzin taktisch wieder voll auf den bewährten Mix aus einem 3-4-2-1 und einem 3-5-2 setzen dürfte. Die Achse steht in den Grundzügen, doch die sportliche Führung hat in den kommenden Wochen noch reichlich Arbeit vor sich. Gelingt es, die Abgänge von Abwehrchef Vušković und Königsdörffer adäquat zu ersetzen und zeitgleich Fábio Vieira fest an die Elbe zu binden, verfügt der HSV über ein extrem spannendes Kollektiv.

Dabei ist uns eines besonders wichtig: Unsere Prognosen – egal ob bei Top-Elfs oder später bei den Voraussichtlichen Aufstellungen am Spieltag – sind auf LigaInsider immer auch eine Koproduktion aus unserer Redaktion und der Community. Wir sehen euer Feedback und lassen eure Argumente und Gedanken regelmäßig in unsere Analysen mit einfließen.

Daher seid jetzt auch ihr gefragt: Wie bewertet ihr das Gerüst des HSV? Wo seht ihr den dringendsten Handlungsbedarf auf dem Transfermarkt, und traut ihr Grønbæk die tragende Rolle im Mittelfeld zu? Diskutiert mit uns in den Kommentaren!

Quelle: LigaInsider

  • KOMMENTARE
  • 20:02

    Alles korrekt, aber Dompé wurde komplett vergessen.. wird safe noch ein Jahr Top Joker sein und wenn er richtig fit ist, auch safe wieder mindestens 10 Spiele S11 spielen.. sorry für alle Dompé Hater

  • 18:53

    Der HSV ist nicht mehr der Chaos-Verein von vor 10 Jahren.
    Konstanz im Trainerteam und in der Führungsetage plus eine top kompetente und vernetzte neue Sportdirektorin. Man hat eine Taktik, auf der man Aufbaut, mit einem Grundgerüst aus entwicklungsfähigen und hungrigen Spielern, die sich zu einer Gemeinschaft verschworen haben. Genauso wie die Führungsetage. Man wirtschaftet seit jahren herausragend, letzten Sommer konnte man die Schuldenfreiheit verkünden (hat auch irgendwie keiner mitbekommen).
    Alle Spieler, die zum HSV kommen, sind beeindruckt über aufgezeigten Weg vom Trainerteam, die größe des Vereins, die Stadt, das Stadion und die Fans.
    Die Spieler haben bock sich zu entwickeln und fühlen sich pudelwohl. Man hat ein top Verletzungsmanagement in Hamburg.
    Und Vieira, vielleicht kann man ihn sogar holen, laut Abendblatt will er erst mal nur zu Hamburg.
    Alle ziehen an einem Strang und arbeiten auf Erfolg hin.

    Welche anderen Vereine haben grade so eine gute Basis?
    Ich finde das ist grade still und heimlich eins der spannendsten Projekte der unteren Tabellenhälfte.
    Bei Köln und Bremen ist chaos, bei Gladbach weiß man nicht was Polanski wirklich bringt, und Union ist ein unbeschriebenes Bkatt. Und wenn man es endlich schafft, einen guten Stürmer zu holen, oder noch mal einen spieler, der eigentlich etwas zu groß für den verein ist, dann könnte der HSV ganz schön überraschen!
    Klar, kleine Brötchen backen und keine große Fresse haben, müsst ihr mir nicht sagen. Aber spannend ist es auf jeden Fall.

    Aber jetzt mal im ernst, wann kommt es bei den ganzen Hatern an, dass das nicht mehr dieser Chaos-Verein ist? Bei Wolfsburg und Hoffenheim Hate kann ichs ja verstehen, aber Hate gegen Hamburg und Schalke? Wollen die wirklich lieber Paderborn gegen Elversberg gucken... als ein Nordderby?!
    Schönen Sonntag🙋🏻‍♂

    • 19:24

      Stimme dir größtenteils zu, nach außen wirkt das alles sehr stimmig und stabil. Was aber auch eine harte Wahrheit ist ist, dass zwei Leihspieler gigantische Lücken hinterlassen, von denen keiner wirklich wissen kann, ob man sie mit unseren Mitteln wieder füllen kann. Einen dieser Spieler können wir möglicherweise doch an Hamburg binden, selbst wenn das passieren sollte, würde das unsere finanziellen Mittel drastisch kürzen.

      Was uns etwas fehlt ist ein großer Abgang, wie bsp. Coulibaly bei Bremen oder El Mala bei Köln. Selbst wenn wir trotz dessen gutes Spieler bekommen sollten, gibt es aktuell einfach so viele Problempositionen, dass fast mit Sicherheit manche davon zu kurz kommen werden.

      Trotzdem bin ich weiterhin ziemlich positiv gestimmt, aber der Transfersommer wird für uns sehr wegweisend, was die Zukunft betrifft.

    • 20:08

      Das ding ist, vor dem deadline day hat fast keiner geahnt, einen der zwei zu bekommen. Sie können nur so eine lücke reißen, weil sie so gut waren. Man hat gute transfers getätigt. Daraus kann man eher schließen, dass man das wieder hinbekommen kann, als wenn clemens fritz jetzt 40 odee 80 millionen bekommt, und im prinzip einen kader von null auf planen kann. Ich finde es krass dass er noch da ist, und wenn das so weiter geht kann das bitter böse enden

  • 18:47

    Elfadli war vor der Saison eigtl. fest als Schaltzentrale eingeplant.
    Vuskovic + eigene Wehwechen & Schwankungen haben das dann verhindert, aber ich denke, nächste Saison könnte er schon wieder ähnlich wichtig werden wie in Liga 2.
    Von daher sollte man ihn auf ZIV/LIV zumindest als Alternative listen.

    • 19:10

      Ich habe das Gefühl, dass Elfadli nicht wirklich für die 1. Liga gemacht ist. Schon in der Vorbereitung letzten Sommer konnte er sich nicht nachhaltig empfehlen, und auch in den Ligaspielen hat er selten überzeugt.

      Ein bis zwei weitere Innenverteidiger soll ja noch kommen und der Konkurrenzkampf ist ohne hin groß... Omari, Capaldo, Jordan, Soumahoro nach seiner Rückkehr und dazu Eigengewächs Nandja, der den nächsten Schritt machen will.

      Dazu passt, dass Elfadli im Verlauf der Saison auch nicht mehr allzu viel Vertrauen von Polzin bekommen hat.

    • 19:39

      Falls nicht auf ihn gesetzt werden soll, sollte er vlt. besser wechseln. Fand ihn eigtl. ganz gut, auch bei Magdeburg schon.

  • 19:25

    Omari wird eher RIV spielen, auf jeden Fall nicht Capaldo. Der wird Schiene spielen, wie letzten Spieltag auch.