RB Leipzig | 1. Bundesliga

Top-Elf-Prog­no­se: Startschuss mit RB Leipzig

03.06.2026 - 13:01 Uhr Gemeldet von: Bennet Stark | Autor: Bennet Stark

Auch wenn wir erst Anfang Juni haben und die alte Saison in den Köpfen quasi noch aktiv nachwirkt, laufen im Hintergrund bereits die Vorbereitungen für die kommende Spielzeit auf Hochtouren. Wie gewohnt stellen wir deshalb auf unserer Website die Aufstellungs-Ansichten der Vereine wieder auf die prognostizierten Top-Elf-Aufstellungen für die neue Saison um.

Das Prinzip bleibt dabei unverändert: Wir zeigen euch die aus unserer Sicht beste Formation eines Klubs – völlig unabhängig von kurz- bis mittelfristigen Verletzungen. Nur wenn ein Langzeitverletzter voraussichtlich mehr als die komplette Hinrunde verpasst, könnte es gut sein, dass wir ihn für die Top-Elf nicht berücksichtigen.

Was ist neu? Während ihr die Aufstellungen bisher „nur“ als Grafik auf der Seite sehen konntet, gehen wir ab sofort einen Schritt weiter: Wir werden euch zu jeder Top-Elf zusätzlich in Textform unsere Entscheidungen erläutern.

Da der Transfermarkt gerade erst öffnet, versteht sich von selbst, dass es sich hierbei um eine frühe Prognose handelt, bei der sich noch extrem viel tun kann. Genau deshalb halten wir euch auf dem Laufenden: Sobald es wichtige Kaderänderungen gibt, werden Aufstellungen und Artikel fortlaufend aktualisiert.

Den Startschuss unserer Text-Reihe macht ein Champions-League-Rückkehrer: RB Leipzig.

Torwart: Der Generationenwechsel ist vollzogen


Top-Elf: Maarten Vandevoordt (24)
Nach längerem Anlauf schafft der Belgier nun endgültig den Sprung zur unumstrittenen Nummer eins. Veteran Péter Gulácsi hatte seinen Stammplatz verletzungsbedingt bereits in der zweiten Hälfte der vergangenen Saison an Vandevoordt verloren. Künftig muss der Routinier dauerhaft auf der Bank Platz nehmen.

Abwehr: Umbruch auf den Innenbahnen droht


Rechter Außenverteidiger: Ridle Baku (28)
Baku ist der gesetzte Mann auf der rechten Abwehrseite. Auch wenn Ole Werner im Laufe der Saison rotieren wird, hat Baku eine richtig starke Spielzeit hinter sich – was nicht zuletzt an der hervorragenden Kombination mit seinem Vordermann Yan Diomande lag.

Rechter Innenverteidiger: Willi Orbán (33) | Alternative: Abdoul Koné (21)
Der Dauerbrenner und Abwehrchef der letzten Jahre steht vor einer echten Reifeprüfung. Orbán ist defensiv eigentlich immer gesetzt und kaum verletzt, doch der Druck wächst. Mit dem hochtalentierten Rechtsfuß Abdoul Koné scharrt ein 17-Millionen-Winterneuzugang mit den Hufen, der in der Rückrunde per Leihe bei Stade Reims eine sehr gute Saison in der Ligue 1 spielte. Da Orbán nicht mehr Kapitän ist und man altersbedingt genau hinschauen muss – in der vergangenen Saison saß eben nicht mehr jedes Spiel perfekt –, wird Koné von Tag eins an mächtig Druck machen.

Linker Innenverteidiger: Neuzugang | Alternative: Castello Lukeba (23)
Lukeba wäre hier normalerweise absolut gesetzt, allerdings erwarten wir bei dem 23-Jährigen in diesem Sommer einen Abgang, da er bereit für den nächsten Schritt zu einem europäischen Top-Klub ist. Da Konkurrent El Chadaille Bitshiabu seine Bewährungschancen in der vergangenen Saison nur bedingt nutzen konnte, planen wir ihn nicht in der Top-Elf ein. Bleibt Lukeba nicht, muss RB hier zwingend auf dem Transfermarkt nachlegen.

Linker Außenverteidiger: David Raum (28)
Solange sich kein Transfer abzeichnet, bleibt Raum auf der linken Seite unangefochten. Er hat extrem stark performt und könnte seinen Marktwert bei der anstehenden Weltmeisterschaft für noch größere Klubs weiter in die Höhe schrauben.

Mittelfeld: Hohe Qualität mit kleinen Fragezeichen


Rechtes zentrales Mittelfeld: Assan Ouédraogo (20) | Alternative: Rocco Reitz (24)
Das Juwel Ouédraogo besitzt eine enorme Qualität und ist, wenn er fit ist, für die Startelf gesetzt. Das Problem: Seine Fitness war in der Vergangenheit oft seine Achillesferse. Genau deshalb haben die Leipziger mit Rocco Reitz einen starken Neuzugang aus Gladbach verpflichtet, der parat steht, sollte Ouédraogos Verletzungsanfälligkeit wieder zum Thema werden.

Defensives Mittelfeld: Nicolas Seiwald (25)
Der Österreicher ist auf der Sechs der absolute Fixpunkt. Trainer Ole Werner lobte ihn bereits im Februar für „absolute Top-Werte in der Liga“, seine Griffigkeit in den Zweikämpfen und seine Fähigkeit, Räume zuzulaufen. Ein Abgang des Sechsers ist aktuell kein Thema.

Linkes zentrales Mittelfeld: Christoph Baumgartner (26)
Baumgartner blickt auf seine bisher beste Bundesliga-Saison zurück. Bitter für ihn: Wegen einer kurzfristigen Oberschenkelverletzung verpasst er die Chance, sich bei der WM für Österreich zu präsentieren. Ab Juli steht er aber wieder in Leipzig auf der Matte und ist – vorausgesetzt, es passiert kein überraschender Transfer – im linken Halbraum absolut gesetzt.

Angriff: Das 100-Millionen-Rätsel und Werners Wunschprofil


Rechtsaußen: Yan Diomande (19) | Alternative: Neuzugang
Im vergangenen Sommer für 20 Millionen Euro von CD Leganés gekommen, schlug der 19-Jährige ein wie eine Bombe und wurde zum Shootingstar. Nun ranken sich Wechselgerüchte jenseits der 100-Millionen-Marke um ihn – zuletzt stieg Paris Saint-Germain intensiv in das Werben ein. Bleibt er noch ein Jahr, wäre das ein riesiges Signal von RB, den nächsten Schritt machen zu wollen, denn Diomande ist essenziell für das System. Bei einem Verkauf wird Leipzig groß nachlegen: Brajan Gruda (22, Brighton) gilt als heißer Kandidat, der dann möglicherweise freie Bahn hätte. Auch Johan Bakayoko, der letzte Saison für 18 Millionen Euro kam, sich aber auch verletzungsbedingt noch nicht festbeißen konnte, bleibt eine hochkarätige Alternative, die wir vorerst aber noch knapp nicht in der Top-Elf sehen.

Linksaußen: Antonio Nusa (21)
Kam 2024 für 21 Millionen Euro und hat eine gute Saison hinter sich. Zwar liest sich der reine Ertrag mit 4 Toren und 4 Vorlagen in 31 Spielen noch ausbaufähig, doch Ole Werner schätzt den Norweger extrem. Nusa ist als Ballschlepper auf einem Niveau mit Diomande. Wenn er an seiner Effizienz arbeitet, steckt hier Weltklasse-Potenzial drin. Er ist gesetzt – es sei denn, die WM lockt noch ganz finanzstarke Interessenten an.

Stürmer: Rômulo (24) | Alternative: Conrad Harder (21)
Die Sturm-Personalie bietet reichlich Diskussionsstoff. Rômulo kam in der Liga auf 30 Einsätze, 9 Tore und 6 Vorlagen. Klingt solide, allerdings vergab er mit 22 vergebenen Großchancen die meisten der Liga und unterperformte seinen xG-Wert deutlich um 5,36 Tore (xG von 14,36). Warum steht er dennoch in der Top-Elf? Weil er exakt das tut, was Ole Werner liebt: Er reißt Räume auf, wodurch die Flügel und der aufrückende Zehner Baumgartner überhaupt erst so glänzen können. Zudem ist er der perfekte Wandspieler für das von Werner praktizierte „Steil-Klatsch“-Spiel. Dennoch lauert dahinter Conrad Harder. Der 21-Jährige ist ein bulliger Angreifer – ein echter „laufender Kühlschrank“ – dem man in der neuen Saison den endgültigen Durchbruch zutraut. Hier zeichnet sich ein spannendes Duell ab.

Fazit


Das Fundament steht und die Handschrift von Ole Werner ist im 4-3-3 klar zu erkennen. Wenn die Achse fit bleibt, gehört RB wieder zu den absoluten Top-Teams. Die großen Variablen dieser frühen Prognose liegen ganz klar auf dem Transfermarkt: Bleibt Shootingstar Diomande? Wie fängt man den wahrscheinlichen Lukeba-Abgang auf? Und schafft Kraftpaket Harder im Sturm den Sprung vorbei an Großchancen-Sünder Rômulo? Wir halten euch über alle Verschiebungen auf dem Laufenden!

Dabei ist uns eines besonders wichtig: Unsere Prognosen – egal ob bei Top-Elfs oder später bei den Voraussichtlichen Aufstellungen am Spieltag – sind auf LigaInsider immer auch eine Koproduktion aus unserer Redaktion und der Community. Wir sehen euer Feedback und lassen eure Argumente und Gedanken regelmäßig in unsere Analysen mit einfließen.

Daher seid jetzt auch ihr gefragt: Wie seht ihr die Leipziger Top-Elf? Diskutiert mit uns in den Kommentaren!

Quelle: LigaInsider